Pfungen

Vier Reformierte und ein Katholik

Die vier Kirchgemeinden im Unteren Tösstal spannen zusammen. Zum Reformationsjahr führen sie eine gemeinsame Bildungsreihe durch. Auch der katholische Pfarrer von Pfungen wirkt mit.

Sie führen im Namen der vier Kirchgemeinden des Unteren Tösstals eine Bildungsreihe zur Reformation durch (von links): Barbara von Arburg, Andreas Goerlich, Simone Keller, Benignus Ogbunanwata und Johannes Keller.

Sie führen im Namen der vier Kirchgemeinden des Unteren Tösstals eine Bildungsreihe zur Reformation durch (von links): Barbara von Arburg, Andreas Goerlich, Simone Keller, Benignus Ogbunanwata und Johannes Keller. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor 500 Jahren legte sich der Zürcher Priester Huldrych Zwingli mit der mächtigsten Institution seiner Zeit an, der katholischen Kirche. Die Zeit war reif für Korrekturen, fand er zwei Jahre nach Martin Luthers Protest in Deutschland. Als Folge spaltete sich auch in der Schweiz die reformierte von der katholischen Kirche ab. Die beiden Kirchen sind bis heute getrennt.

Im Unteren Tösstal nimmt man Zwinglis Reformation zum Anlass, eine ökumenische Erwachsenenbildung durchzuführen, die das Motto «Ein Gott – viele Kirchen» trägt. Dafür spannen die reformierten mit der katholischen Kirchgemeinde zusammen.

Die achtteilige Veranstaltungsreihe (siehe Box) wurde von den drei reformierten Kirchgemeinden Dättlikon, Neftenbach und Pfungen gemeinsam mit der katholischen Kirchgemeinde St. Pirminius ausgearbeitet. Letztere reicht von Neftenbach, Berg am Irchel, Buch am Irchel, Dättlikon, Dorf, Flaach, Henggart bis nach Volken.

Gräben überwinden

Es sei nicht selbstverständlich, dass die katholische Kirchgemeinde am Reformationsjubiläum mitwirkt, sagt der reformierte Pfarrer Andreas Goerlich, der in Neftenbach als Pfarrstellvertreter tätig ist. Auch wenn die Erwartungen andere seien, «die Gräben zwischen den beiden Konfessionen sind auch heute noch spürbar».

Der katholische Pfarrer Benignus Ogbunanwata pflichtet dem bei. Er gehe das Wagnis ein, sagt er. «Die ökumenische Veranstaltungsreihe soll aufzeigen, was uns vereint und was uns trennt.» Mit einem dynamischen Bild verdeutlicht er dabei sein eigenes Rollenverständnis: «Ich bin ein Busfahrer, der die Leute einlädt, mitzufahren, ob sie einsteigen, müssen sie selbst entscheiden.»

»Wir wollen mit der Bildungsreihe eigentlich feiern, wie gut wir uns 500 Jahre nach der Trennung verstehen», sagt Johannes Keller, Pfarrstellvertreter in Pfungen.

Eigenheiten sollen sein

Pfarrerin Barbara von Arburg, die als Pfarrerin in Veltheim arbeitet und eine Pfarrstellvertretung in Neftenbach innehat, sieht in der Bildungsreihe den Sinn, «die Menschen auf die Unterschiede zwischen den Konfessionen zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig aufzuzeigen, dass sie zu den Eigenheiten stehen dürfen».

Die erste Veranstaltung fand am 24. Januar in Pfungen statt. Rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Ausführungen des Zürcher Historikers Julian Führer zu den Hintergründen und Ursachen der Reformation und dem Leben in Zürich vor 500 Jahren. Überdies wurden Ideen für die Kirche der Zukunft gesammelt.

Podium im März

Als nächste Veranstaltung der ökumenischen Erwachsenenbildung findet am 14. März ein Podium in Neftenbach statt, an dem der Winterthurer Historiker Peter Niederhäuser, Claudia Moser vom Sozialamt Neftenbach, Zita Haselbach aus Neftenbach, Pfarrer Benignus Ogbunanwata und das Neftenbacher Pfarrteam teilnehmen. Das Podium, welches vom Neftenbacher Kirchenpräsidenten Peter Schmid moderiert wird, geht unter anderem der Frage nach, was es in Neftenbach und Umgebung zur Reformationszeit für Ereignisse gab.

Der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe sei aber ganz klar der grosse ökumenische Festgottesdienst, der am 15. September zum Reformationsjubiläum durchgeführt werde, sagt die Dättliker Pfarrstellvertreterin Simone Keller. «Es war beeindruckend zu sehen, wie die Musikvereine und Chöre sich über die Gemeindegrenzen hinweg für diesen Festanlass gewinnen liessen.»

Erstellt: 21.02.2019, 18:25 Uhr

Ein Gott - viele Kirchen

Die kommenden Veranstaltungen der Bildungsreihe (jeweils 19.30 bis 21 Uhr):


  • 14. März: Podium zur Vierten Zürcher Disputation in Neftenbach.

  • 4. April: Die Anderen? Besuch einer Chrischona Gemeinde.

  • 16. Mai: Reformation des Herzens, Dättlikon.

  • 13. Juni. Gemeinsam unterwegs: Besuch einer orthodoxen Kirche in Zürich.

  • 29. August: Kirchraumbetrachtung in der katholischen und reformierte Kirche Pfungen.

  • 12. September: Grillieren mit Andacht, Gesprächen und gemütlichem Beisammensein, katholischen Kirche in Pfungen.

  • 15. September: Ökumenischer Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum.



Genauere Angaben gibt es auf den Internetseiten der beteiligten Kirchgemeinden.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.