Adventszeit

Vorweihnachtliches Klassentreffen

Während in den Städten die Rabattschlachten toben, erfreut sich Rickenbach mit dem Weihnachtsmarkt der gutnachbarschaftlichen Gemütlichkeit und Handwerkskunst.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Weihnachtsmarkt ist wie ein grosses Hallo für Heimweh-Rickenbacherinnen. Einmal kommen sie alle zusammen, die längst nicht mehr hier wohnen. Ein Glühwein oder Orangenpunsch am Ausschank inmitten des Rickenbacher Dorfkerns muss sein, wem es an diesem Samstag jedoch zu kalt ist, findet Zuflucht in der gemütlichen Kafistube, zu welcher jeweils die zentral gelegene Scheune umfunktioniert wird, oder im Weinkeller der Familie Peter.

Dieses Jahr bieten 28 Standbetreiberinnen und Standbetreiber ihre liebevoll hergestellten Produkte feil: Gebranntes Keramikgeschirr, Adventskränze und Weihnachtsschmuck, das fast überall erhältliche Birebrot – «garantiert mit Birnen aus Rickenbach», wie eine geschäftstüchtige junge Frau hinter dem Marktstand betont. Sie finde es derart köstlich, dass sie selbst jeweils viel davon «schnoigget». Für jedes Kind und jeden vorbeischlendernden Käufer gibts ein Probiererli, vom Wildschweinhäppchen bis zum feinen Schoggitaler am Stand gegenüber darf alles gekostet werden. Weiter hinten gibts frisch zubereiteten Hirschpfeffer, dessen Duft sich mit dem süsslichen Glühwein am anderen Ende der Kirchgasse vermischt.

Das Gemeinschaftliche steht im Mittelpunkt

Wer sich lieber einen Küchenvorrat anschaffen will, findet unzählige Sorten an Konfitüren, Eingelegtem und Sirup. An einem Stand sorgt die «Beschwippste Henne», ein Eierlikör Marke Eigenmix, für Aufmerksamkeit. Er muss schmecken, denn am späten Nachmittag ist er bereits ausverkauft.

Auch Nachhaltigkeitsbewusste können Spannendes entdecken: So hat eine leidenschaftliche Gärtnerin beim sommerlichen Ausreissen der Goldrute, der berühmten eingeschleppten Neophytenpflanze, einen Sirup hergestellt, der – wie sie sagt – einen «wunderbar herben Geschmack» entfaltet. Es gibt Schmuck aus alten Nespresso-Kapseln oder ausrangiertes Verpackungsmaterial, das in Form von hübschen Handtaschen ein zweites Leben geschenkt bekommen hat.

Tradition pflegen

Während in den Städten die Rabatt-Schlacht tobt, geniessen die Besucherinnen und Besucher die Beschaulichkeit des 16. Rickenbacher Weihnachtsmarktes, wo sich die Dorfbewohner und Heimweh-Rickenbacherinnen neben dem Einkauf ihrer Weihnachtsgeschenke auch ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Alphorn, Trychler, Schülerchor und – überraschendem – Sound aus dem Balkan und New Orleans zu Gemüte führen dürfen. Schade, dass der wohlige Zauber, der alljährlich die Herzen von Kindern und Erwachsenen höher schlagen lässt, noch am gleichen Abend ein Ende hat.

Der Umsatz der in Daunenjacken steckenden Marktbetreiberinnen hält sich in Grenzen, wie sie verraten. Doch geht es ihnen nicht nur um volle Kassen, es geht auch um den Zusammenhalt des Dorfes und darum, die Produkte bekannt zu machen. Standmiete müssen sie keine bezahlen, solange sie Selbstgemachtes verkaufen. Die Kosten trägt die Gemeinde, der viel daran liegt, die Tradition zu pflegen.

Erstellt: 01.12.2019, 16:26 Uhr

Artikel zum Thema

Weihnachtsmarkt zum Verwechseln gut

Aufgefallen Rickenbach ist nicht gleich Rickenbach. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.