Seuzach

Warum die Zitrone plötzlich süss schmeckt

Nicht in den sauren Apfel, sondern in eine süsse Zitrone haben Schülerinnen und Schüler der Sek Seuzach gestern gebissen.

Die vier Schüler der 2. Sek beissen in die Zitronenschnitze – und staunen nicht schlecht.

Die vier Schüler der 2. Sek beissen in die Zitronenschnitze – und staunen nicht schlecht. Bild: Madeleine Schoder

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Spannend ist es dort, wo es Überraschungen gibt. Etwa im Workshop zur Lebenstechnologie an der gestrigen Wanderausstellung «Achtung Technik los» an der Sekundarschule Seuzach. Der Biologe Jamal Hanafi, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Wädenswil, führt seinen jugendlichen Zuhörern vor, wie man die Zunge täuschen kann. «Mit einer Wunderpflanze, die das Eiweiss Miraculin enthält.»

Auf dem Tisch steht ein Plastikbecher, der lauter kleine rosa-violette Tabletten enthält. Hanafi fordert die vier anwesenden Schüler auf, sich eine zu nehmen und daran zu lutschen. «Ihr habt jetzt ein Extrakt der sogenannten Wunderbeere im Mund.» Sie stärke die Wahrnehmung der Zunge für Süsses. «Das merkt ihr am Besten, wenn ihr in eine Zitrone beisst.» Die vier schnappen sich je Stück Zitrone und beissen lachend hinein. Jetzt müsste sich ihr Gesicht eigentlich verziehen. Doch nichts dergleichen geschieht. «Das schmeckt ja tatsächlich süss», meint einer. Die andern nicken und staunen.

180 Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Sekundarschulklassen kamen gestern in den Genuss der Wanderausstellung «Achtung Technik los». Dieses Projekt wurde 2009 vom Verband IngCH Engineers Shape our Future und Netzwerk NaTech Education ins Leben gerufen, um Jugendliche für technische Berufe zu motivieren.

Fast nur Männer

Neben Workshops, wie jener mit der Zitrone, erzählten beispielsweise angehende Konstrukteure, Informatiker oder Elektroniker von ihrem Berufsfeld. Bis auf eine Ausnahme waren alle Referenten männlich. Auf eine Frau trafen die jugendlichen Zuhörer lediglich in einem Zimmer: Dort, wo ihnen eine Ingenieurin der School of Engineering das einfache Programmieren eines Lego-Roboters beibrachte.

Noch immer entscheiden sich wenige Frauen für technische Berufe, sagt Maggie Winter. Sie leitet das Projekt Wanderausstellung. «Das ist ein Problem.» In der Schweiz seien lediglich zwischen fünf und zehn Prozent Frauen in technischen Berufen tätig. Auf der anderen Seite herrsche dort ein Fachkräftemangel. Die Chancen für Frauen in technischen Berufen stünden deshalb gut, ist Winter überzeugt. Die Schülerinnen und Schüler in Seuzach schien das Geschlechterverhältnis gestern indessen eher weniger zu beschäftigen. Sie hörten den meist männlichen Referenten in den Workshops interessiert zu – mal mehr und mal weniger. (Der Landbote)

Erstellt: 28.11.2017, 18:25 Uhr

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