Neftenbach

Wasserreservoir hat ausgedient

Die Innenbeschichtung des Reservoirs Oberhueb ist defekt. Um die Wasserqualität zu sichern, soll es so rasch wie möglich ersetzt werden.

Das Reservoir Oberhueb soll nach 125 Jahren ersetzt werden.

Das Reservoir Oberhueb soll nach 125 Jahren ersetzt werden. Bild: Marc Dahinden

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Es hat ein stolzes Alter auf dem Buckel: Das Wasserreservoir Oberhueb bei Neftenbach ist genau 125-jährig. Zeit für den Ruhestand, fand der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 21. August. Grund ist allerdings nicht das Alter des Baus an sich, sondern der Zustand der Innenbeschichtung.

Die Wasserkammern des Reservoirs wurden 1991 bei der letzten Renovation neu beschichtet. Unter dieser Beschichtung bilden sich nun mit Sickerwasser gefüllte Blasen, wie man bereits 2018 bei der jährlichen Reinigung bemerkt hatte.

Von einem Baumangel geht die Gemeindeverwaltung nicht aus – es handle sich wohl um normale Abnutzung. Schnell war aber klar, dass die Wasserqualität der betroffenen vier Weiler Ober-, Mittel-, Hinter- und Unterhueb ohne erneute bauliche Massnahmen nicht mehr garantiert werden kann. Platzen die Blasen, dann droht Sickerwasser ins Trinkwasser zu gelangen.

Grund zur Sorge bestehe aktuell nicht, so Gaby Meier von der Gemeindeverwaltung Neftenbach. «Zur Zeit ist das Sickerwasser sicher kein Problem. Wenn überhaupt, dann gelangt es nur in sehr geringen Mengen ins Trinkwasser.» Das Sickerwasser sei auch nicht grundsätzlich gesundheitlich bedenklich – es entspreche einfach nicht dem Standard für Trinkwasser. Eine sofortige Stilllegung des Reservoirs, wie sie bei einem Neftenbacher Pumpwerk letzte Woche wegen zu hoher Chlorothalonil-Werte vorgenommen werden musste, steht deshalb nicht zur Debatte. «Unsere Mitarbeiter kontrollieren das Reservoir Oberhueb aber weiterhin regelmässig», so Meier.

Gemeinderat will Neubau

Im Gemeinderat hat sich nun die Lösung eines Neubaus gegenüber einer Renovation durchgesetzt. Grund ist vor allem die längere Nutzungsdauer. Mit einer Renovation hätte man das Reservoir voraussichtlich für weitere 40 Jahre betreiben können. Ein Neubau soll gut doppelt so lange halten. Da ohnehin eine Vergrösserung nötig ist, um die aktuellen Anforderungen an die Löschwasserreserven zu erfüllen, sei ein Neubau auch preiswerter. Die Kosten werden auf gut 600000 Franken geschätzt.

Mit der Ausarbeitung des Projekts wurde das Ingenieurbüro Gujer AG aus Rümlang beauftragt, welches bereits in den Wasserversorgungsplan der Gemeinde involviert war. Starten sollen die Bauarbeiten bereits nächsten Frühling. Das letzte Wort dazu werden an der Gemeindeversammlung vom 27. November die Bürgerinnen und Bürger von Neftenbach haben.

Zu Ihnen gehören seit Anfang 2013 auch die Einwohner von Oberhueb. Zuvor lagen Weiler und Reservoir auf dem Gebiet von Buch am Irchel. Mit ein Grund für den Wunsch nach einem Gemeindewechsel war ebenfalls das Wassersystem. Bei diesem waren die Oberhüebler schon damals Neftenbach angeschlossen, hatten aber kein politisches Mitspracherecht zu den Tarifen. Nun können sie nicht nur darüber, sondern gleich auch über den Neubau des eigenen Reservoirs mitbestimmen.

Erstellt: 10.09.2019, 17:08 Uhr

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