Illnau-Effretikon

Weg frei für 140 neue Wohnungen

Die Zolliker Fit Planungs AG will in Illnau rund 80 Millionen Franken in eine neue Überbauung investieren. Gestern hat das Parlament endlich den dafür nötigen Gestaltungsplan genehmigt.

Die Überbauung Hagen Süd-West soll gegen Osten dreigeschossig werden. Bild: Zach+Zünd/nightnurse images

Die Überbauung Hagen Süd-West soll gegen Osten dreigeschossig werden. Bild: Zach+Zünd/nightnurse images

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Im Jahr 2014 hat die Fit Planungs AG aus Zollikon angefangen zu planen. Doch von Beginn Weg formierte sich Widerstand gegen die Überbauung Hagen Süd-West am Siedlungsrand von Illnau. 190 neue Wohnungen, verteilt auf vier Baukörper mit vier bis fünf Geschossen, auf einer Fläche von 2,6 Hektaren, das war einst der Plan.

Das Projekt sei überdimensioniert, hiess es. Anwohner schlossen sich zur IG «Manhagen, nein danke» zusammen und reichten eine Petition mit über 1200 Unterschriften ein. Sie richtete sich gegen den im Sommer 2016 erstmals öffentlich aufgelegenen Gestaltungsplan. In diesem Gebiet sind Sonderbauvorschriften Pflicht, damit überhaupt gebaut werden kann.

Zweimal überarbeitet

Am Donnerstagabend hat das Parlament nun über den Gestaltungsplan debattiert. Allerdings handelt es sich um eine zweite Fassung. Die Grundeigentümerin hat die erste Version zweimal überarbeitet und ist auf die Forderungen von Kanton, Stadtrat, Anwohnern und Geschäftsprüfungskommission (GPK) eingegangen.

Es soll nur noch 130 bis 140 Wohnungen in vier Gebäudekomplexen geben, die gegen das Einfamilienhausquartier hin unterbrochen sind (siehe Grafik). Ausserdem hat sie die Baumasse von ursprünglich 2,9 Kubikmeter pro Quadratmeter auf 2,2 Kubikmeter pro Quadratmeter reduziert. Die gültige Bau- und Zonenordnung (BZO) sieht in diesem Gebiet maximal 1,8 Kubikmeter pro Quadratmeter vor.

Am äusseren Rand der Überbauung sind gegen Norden, Süden und Osten nur drei Geschosse zugelassen, lediglich gegen Westen dürfen es vier Geschosse sein. Die Bauherrin investiert zwischen 70 bis 80 Millionen Franken.

Die Gebäudehöhe war einer der Kritikpunkte, welche eine Minderheit der GPK am Donnerstag dazu veranlasste, den Gestaltungsplan zur Ablehnung zu empfehlen. «Die Überbauung erinnert von der Westansicht an eine Staumauer», heisst es im schriftlichen Abschied. Stefan Eichenberger (FDP), der die Minderheit vertrat, sagte: «Unser Antrag hat wohl nur eine geringe Chance. Trotzdem wollen wir dem kritischen Teil der Bevölkerung eine Stimme geben.»

Verhindern wolle die GPK-Minderheit das Projekt nicht.Eine Verdichtung solle aber in den Zentren stattfinden. «Das ist hier nicht der Fall.» Zudem weise die Überbauung auf einer Seite noch immer ein Geschoss zu viel auf. David Zimmermann (EVP) kritisierte die Zu- und Wegfahrt. Diese sei nicht optimal gelöst, sagte er. Die Abstellplätze in den Tiefgaragen, die über diese Zufahrt erreicht werden, würden sich mit den neuen Wohnungen verdreifachen.

«Fatales Signal»

Für den Gestaltungsplan sprach sich Roland Wettstein (SVP) im Namen der ganzen Fraktion aus. Er habe wenig Verständnis für den Antrag der GPK-Minderheit. «Sie gewichtet zwei, drei Punkte zu sehr, die nicht optimal sind.

Wenn wir diesen Gestaltungsplan ablehnen, ist das ein fatales Signal», sagte er. SP und die Grünen sprachen sich ebenfalls für den Plan aus. «Das Projekt ist eine massvolle Aufwertung des Quartiers, die Baumasse ist vernünftig reduziert, die Wohnungen braucht es», sagte Maxim Morskoi (SP).

Auch der Stadtrat steht hinter dem Projekt. Es sei «eine gelungene Sache», sagte Hochbauvorstand Marco Nuzzi (FDP). Die Verdichtung sei aus Sicht des Stadtrates angemessen. Und eine andere Erschliessung sei nicht möglich. Am Ende überzeugten die zustimmenden Voten. Mit 29 zu 3 Stimmen nahm der Grosse Gemeinderat den Gestaltungsplan an. (Der Landbote)

Erstellt: 08.03.2019, 17:22 Uhr

Taktieren um einen Kommissionssitz

Der Grosse Gemeinderat hatte am Donnerstagabend je ein Mitglied der Rechnungsprüfungsund der Geschäftsprüfungskommission zu wählen.

Dies, weil CVP-Mitglied Matthias Müller (RPK) sowie FDP-Gemeinderat Stefan Eichenberger (GPK) ihren Rücktritt erklärt hatten. Beide gaben berufliche Gründe an. Weil sich die interfraktionelle Konferenz nicht auf eine Kandidatur einigen konnte, schlug sie drei Kandidaten vor: Denise Tschamper (Grüne), Roman Nüssli (SVP) und Ursula Wettstein (FDP).

In der Diskussion sprach SP-Gemeinderätin Brigitte Röösli der SVP wie auch der FDP den Sitz ab. Denn laut den Ergebnissen der vergangenen Kommunalwahlen hätten nur die Grünen Anspruch auf ein weiteres Mandat in der RPK, sagte sie. Logischer Nachfolger wäre Kilian Meier gewesen, zweites CVP-Mitglied im Rat. Doch auch er verzichtet aus zeitlichen Gründen. Daraufhin stellte Röösli den Antrag auf geheime Abstimmung.

«Weil so die Räte eher von der Parteimeinung abweichen», erklärte sie auf Nachfrage. Und in diesem Fall könne der Ratspräsident mitstimmen. Wäre die Abstimmung offen gewesen, «hätten wir
eine Pattsituation gehabt».

Tschamper gewann die Wahl mit 18 Stimmen, Nüssli erhielt 10, Wettstein 6. Als neues Mitglied der GPK wählte der Rat Hansjörg Germann (FDP). Er war unbestritten.

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