Illnau-Effretikon

Wegen des Borkenkäfers türmt sich das Holz

Im Forstrevier Illnau-Effretikon breitet sich der Borkenkäfer weiter aus. Wegen des trockenen Sommers waren die Nadelbäume besonders anfällig.

In Tagelswangen haben die Forstarbeiter das geschlagene Holz auf Beigen zwischengelagert. Bild: Madeleine Schoder

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2018 erlebte nicht nur Illnau-Effretikon einen der heissesten und trockensten Sommer seit Messbeginn. Heisser waren nur noch jene in den Jahren 2003 und 2015. Die Bäume im städtischen Forstrevier hatten deshalb grösste Mühe, die Sommermonate schadlos zu überstehen, wie es im eben erschienen Geschäftsbericht 2018 der Stadt heisst.

Bei den dadurch geschwächten Bäumen hatte der Borkenkäfer ein leichtes Spiel, er nistete sich insbesondere bei den Nadelbäumen ein und breitete sich in den Wäldern von Illnau-Effretikon sowie Lindau weiter aus.

«Der Borkenkäfer kann nicht weit fliegen.»

DerBuckdrucker, eine hier heimische Borkenkäferart, ist 5 Millimeter gross, mag es warm und trocken. Er befällt zudem ausschliesslich Fichten. Sobald die Temperaturen über 16 Grad klettern, schwärmt der Schädling aus. Und je früher das im Jahr der Fall ist, desto mehr Zeit hat er, um Nachfolgegenerationen zu produzieren.

Er bohrt sich durch die Rinde in den Baum und legt die Larven direkt darunter. Diese fressen Gänge in die Rinde und unterbrechen so die Wasserzufuhr des Baumes. Die Krone verfärbt sich bräunlich, der Baum stirbt langsam ab.

Zwei olympische Becken

Insgesamt 5827 Kubikmeter Holz sind deswegen im vergangenen Jahr im städtischen Revier angefallen. Das entspricht dem Inhalt von knapp zwei olympischen Schwimmbecken. Zum Vergleich: 2017 fielen 4338 Kubikmeter Käferholz an. Schon im Mai mussten die Forstarbeiter mit Fällen beginnen.

Die Arbeiten dauerten bis im Herbst an. Und weil die Holzindustrie nicht in der Lage war, die plötzlich viel höhere Menge an Holz zu übernehmen, musste es auf Plätzen ausserhalb des Waldes zwischengelagert werden. Die Holzbeigen türmten sich etwa auf einem Acker in Tagelswangen meterhoch. Auf diese Weise konnten die Forstleute vermeiden, dass sich der Käfer weiter ausbreitet.

Als Richtwert gilt ein Abstand von 500 Metern zum Wald. Denn: «Der Borkenkäfer kann nicht so weit fliegen», sagt Herbert Werlen, Leiter des städtischen Forstbetriebs. Allerdings könne man auch nicht ganz ausschliessen, dass er doch zurückfliege. Bisher habe man mit solchen Zwischenlagern aber gute Erfahrungen gemacht. «Das beste wäre natürlich, die Bäume zu fällen, wegzutransportieren und sofort zu zerschneiden», sagt er.

Der Befall durch den Borkenkäfer war nicht der einzige Grund, weshalb 2018 so viel Holz anfiel. Im Januar warfen die Winterstürme Burglind, Evi und Friederike weitere Bäume um: insgesamt 4300 Kubikmeter. Sturm- und Käferholz machten 40 Prozent des genutzten Holzes im vergangenen Jahr aus.

Erstellt: 22.03.2019, 12:59 Uhr

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