Weinland

Weinländer Bürgerliche haben an ihrer Bevölkerung vorbeipolitisiert

Sogar im ländlich-bürgerlichen Bezirk Andelfingen wurden Hunde- und Wassergesetz versenkt.

Hund und Wasser: In diesen beiden Angelegenheiten stimmte das Weinland anders als seine bürgerlichen Politiker.

Hund und Wasser: In diesen beiden Angelegenheiten stimmte das Weinland anders als seine bürgerlichen Politiker. Bild: Madeleine Schoder

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Die Abstimmungen vom Sonntag über die zwei kantonalen Vorlagen waren auch deshalb interessant, weil sie mitten im Kantonsratswahlkampf stattfanden. Bis zu den Wahlen am 24. März gibt es keine weiteren kantonalen Abstimmungen mehr. Die Stimmbevölkerung des Kantons Zürich hat sowohl das Hundegesetz mit 69,6 Prozent Nein-Stimmen als auch das Wassergesetz mit 54,6 Prozent abgelehnt.

Beide Gesetze wurden von den bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP befürwortet, die SP, Grünen, GLP und die EVP lehnten sie ab. Beim Wassergesetz war vor allem die Teilprivatisierung der Trinkwasserversorgung umstritten, beim Hundegesetz vorgesehene Abschaffung der obligatorischen Hundekurse.

Null Punkte für Bürgerliche

Das Weinland ist ein besonders ländlicher, bürgerlicher Bezirk. Bei den letzten Kantonsratswahlen 2015 erzielten allein die SVP und FDP zusammen fast 59 Prozent der Stimmen. Im Hinblick auf die kommenden Wahlen vom März wollte der «Landbote» wissen, inwieweit die Weinländer Parteien und Kandidierenden die Meinungen ihrer Wohngemeinden und ihres Bezirks in Sachen Hunde- und Wassergesetz vertreten haben.

Um diese Frage zu beantworten, wurde wie folgt vorgegangen: Stimmten die Parolen der Kantonalpartei mit den Abstimmungsresultaten in der Wohngemeinde des jeweiligen Kandidaten überein, erhielt dieser einen Punkt. Einen weiteren Punkt gab es, wenn die Parole seiner Kantonalpartei auch mit dem Gesamtresultat im Bezirk übereinstimmte. Jede Weinländer Partei stellt vier Kandidaten, weil der Wahlkreis Andelfingen vier Kantonsratssitze zugute hat. Die pro Kandidat vergebenen Punkte wurden für jede Partei addiert, wobei das mögliche Maximum bei 16 Punkten liegt.

Das Resultat: In Sachen Hunde- und Wassergesetz repräsentieren die SP- und GLP-Kandidaten das Weinland am besten (je 15 Punkte), gefolgt von den Grünen und der EVP (je 14 Punkte). Die Weinländer EDU-Kandidaten erzielten zusammen zehn Punkte. Die Kandidaten der SVP und FDP, welche beide Gesetze befürworteten, kamen auf null Punkte. Das bedeutet: In keiner einzigen Wohngemeinde dieser Kandidaten, und auch nicht auf Bezirksstufe, stimmte die Bevölkerung so, wie es die zwei bürgerlichen Kantonalparteien empfohlen hatten. Die Weinländer Bürgerlichen politisierten also an ihrer Bevölkerung vorbei.

Zweite Rangliste

Um auch die Kandidaten in eine Rangliste zu bringen, wurde untersucht, wie nahe in deren Wohngemeinden die Zustimmungsraten bei den Parteiparolen liegen. So erhielt in jeder Partei jene Person zusätzlich drei Punkte, deren Wohngemeinde am ehesten der Parteiparole entsprechend abstimmte, gemessen in Prozent. Für Platz zwei gab es zwei, für den dritten einen und den letzten Platz null Punkte. Mit je zehn Punkten liegen vier Kandidaten an der Spitze: Peter Kissling (SP, Dachsen), Andrea Braun (GLP, Rheinau), Michelle Spahn (Grüne, Dachsen) und Tanja Frischknecht (AL, Kleinandelfingen). Rosmarie Kröner (EVP, Kleinandelfingen) holte neun Punkte. Der bisherige SP-Kantonsrat und Fraktionspräsident Markus Späth aus Feuerthalen holte fünf Punkte. Null Punkte erzielte Linda Mathis aus Kleinandelfingen. Sie ist die Präsidentin der Weinländer FDP. Mit drei respektive zwei Punkten schliessen auch Martin Farner (FDP, Stammheim) und Konrad Langhart (SVP, Stammheim) schlecht ab. Langhart ist Präsident der SVP des Kantons Zürich und sass im Co-Präsidium des Komitees «Ja zum Wassergesetz», in dem auch Farner Einsitz hatte. Letzterer machte sich zudem an vorderster Front für das Hundegesetz stark.

Erstellt: 11.02.2019, 18:24 Uhr

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