Zell

Wenig Fragen, dafür viel Applaus für alle Kandidaten

Die Stimmbürger in Zell sind zufrieden mit ihren Vertretern in den Behörden. Die wichtigsten Ämter sind unbestritten. Ein Wahlkampf findet kaum statt.

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Regula Ehrismann wird am 22. April zur ersten Gemeindepräsidentin in Zell gewählt. Alles andere wäre eine gröbere Überraschung. Und dies, obwohl die EVP-Kandidatin das Amt nicht unbedingt gesucht hat, wie sie am Montagabend an einer Wahlveranstaltung erneut sagte.

«O. K., das ist die Gelegenheit»Regula Ehrismann
Gemeindepräsidentin in spe

Aber nun, da das Amt frei werde, habe sie sich gesagt: «O. K., das ist die Gelegenheit, auch diese Herausforderung noch anzupacken.» Auf die Frage des Moderators, was sich in Zell mit ihr als Präsidentin verändern werde, antwortete die amtierende Gemeinderätin, dass sie von ihrer Art her ganz anders sei als ihr Vorgänger Martin Lüdin. «Da wird sich viel verändern. Ich bin nicht jemand, der die Öffentlichkeit sucht.»

Die stabilen finanziellen Verhältnisse werde sie jedoch nicht ändern. Bei den rund 80 Anwesenden, darunter knapp 30, die selber kandidieren, kamen ihre Voten gut an. Nach ihrem kurzen Anfangsstatement gab es viel Applaus. Fragen aus demPublikum musste Regula Ehrismann nicht beantworten.

Bisherige punkten

Auch die anderen Kandidaten für den Gemeinderat müssen keine Konkurrenz befürchten und ernteten Applaus. Die beiden Bisherigen Bruno Vollmer (FDP) und Susanne Stahl (SP) traten locker auf und nutzten ihr Fachwissen aus den Ressorts, um beim Publikum zu punkten.

«Es lauft wie am Schnüerli.»

Vollmer hatte zudem die Lacher sofort auf seiner Seite, als er gleich zu Beginn ironisch sagte: «Ich habe in den vier Jahren als Gemeinderat noch nie Ärger gehabt.» Er wolle sich für eine offene, selbstbewusste Gemeinde einsetzen. Susanne Stahl lobte die Arbeit, die in ihrem Ressort geleistet werde. «Es läuft wie am Schnüerli.» Wie Vollmer auch sprach sie die gute Teamarbeit an.

Die drei neuen Kandidaten für den Gemeinderat strichen bei ihren Voten vor allem den Bezug zur Gemeinde hervor. «Ich bin ein waschechter Tösstaler», sagte Markus Kernen, der für den Bürgerlichen Gemeindeverein Zell (BGV) kandidiert. Der Immobilientreuhänder ist seit 2014 in der Schulpflege und hat etwa beim Bau der Regenbogenhalle in Kollbrunn mitgewirkt.

«Ich würde nun gerne die nächste Stufe zünden.» Patricia Heuberger (SP) sagte, dass es in der Gemeinde und an ihrem Wohnort im Schöntal «wahnsinnig schön» sei und sie etwas dazu beitragen wolle, dass es so bleibt. Kernthemen der Geografin sind Raumplanung, Energie und Naturschutz.

Stefan Deinböck sieht sich als Brückenbauer zwischen Digitalisierung und Bewährtem. Er habe schon in vielen Dörfern in der Gegend gewohnt, sagte der Architekt und Wirtschaftsinformatiker. «Hier fühle ich mich richtig zu Hause.»

(Der Landbote)

Erstellt: 28.03.2018, 13:11 Uhr

Andreas Vetsch ist als Schulpräsident unumstritten.

Wahlpodium

Ein Schulpfleger wird ausscheiden

Ein Thema beschäftigt die Zeller Schulpflege derzeit besonders stark: die an der Urne bewilligte Neuorganisation der Verwaltung. Denn unter anderem wird dadurch die Schulpflege von neun auf fünf Personen verkleinert. Da sechs der Bisherigen wieder antreten, kommt es zu Kampfwahlen.

An der Wahlveranstaltung am Montagabend war die Stimmung der Kandidaten des­wegen allerdings keineswegs angespannt.

Seit 20 Jahren dabei

Unbestritten ist der bisherige Schulpräsident Andreas Vetsch, der kraft seines Amtes auch Mitglied im Gemeinderat ist. Der Landwirt ist in der Gemeinde auch für sein Erdbeerfeld bekannt und kandidiert für den Bürgerlichen Gemeindeverein. Seit 20 Jahren ist er Mitglied in der Schulpflege. «Ich habe nach wie vor sehr viel Spass an der Arbeit», sagte er. «Den Kindern gehört die Zukunft.»

Einblick hinter die Kulissen

Die Neuorganisation der Verwaltungsstruktur hat bereits begonnen. Nach der Umstellung wird sich die Schulpflege vermehrt um strategische Aufgaben kümmern. «Das reizt mich», sagte Dagmar Müller, die für den Bürgerlichen Gemeindeverein kandidiert. Eine ähnliche Motivation für eine erneute Kandidatur nannte Alexandra Gulmini: Als Schulpflegerin erlebe man immer wieder Neues, das man umsetzen dürfe, sagte die parteilose Kandidatin. «Die Arbeit macht viel Freude.» Matthias Sönnichsen sieht die Neuorganisation ebenfalls als spannende Herausforderung. «Das erfordert ein Umdenken.» Der Sozialpädagoge ist parteilos.

Silke Palladino sagte in der Vorstellungsrunde hingegen, sie fühle sich in der Gemeinde sehr wohl, was der Hauptgrund für ihre Kandidatur sei. Zudem sei die Arbeit spannend. «Man erhält einen Einblick hinter die Kulissen.» Die gelernte kaufmännische Angestellte ist parteilos und Hausfrau.

Krankheitshalber abgemeldet für die Wahlveranstaltung hatte sich Anita Hefti. Aus dem Publikum gab es keine Fragen an die Kandidaten.

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