Seuzach

Wie Politiker über Eigenkapital diskutieren

22 Delegierte hatten einen Beschluss von grosser Tragweite zu fassen. Es wurde intensiv diskutiert. Jetzt ist klar, wie der Umbau des Alterszentrums im Geeren finanziert wird.

Bis ins Jahr 2023 soll das Alterszentrum im Geeren von 134 auf 174 Pflegeplätze aufgestockt werden.

Bis ins Jahr 2023 soll das Alterszentrum im Geeren von 134 auf 174 Pflegeplätze aufgestockt werden. Bild: Johanna Bossart

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Jetzt steht die Summe fest: Für 49,15 Millionen Franken soll das Alterszentrum im Geeren in der Zeit zwischen 2019 und 2023 erweitert und saniert werden. Die 22 anwesenden Delegierten der zwölf Zweckverbandsgemeinden haben dieser Investitionssumme am Mittwochabend mit grossem Mehr bei drei Enthaltungen zugestimmt. Die Bevölkerung des Zweckverbands kann darüber voraussichtlich am 4. März 2018 an der Urne entscheiden.

Er freue sich auf einen kon­struktiven Dialog, sagte Jürg Allenspach, Präsident der Delegiertenversammlung, zu Beginn der Versammlung. Doch ganz so konstruktiv wie gewünscht ging die Diskussion darüber, wie der Baukredit finanziert werden soll, dann nicht über die Bühne. Dafür blieb die Versammlung bis zum Schluss spannend.

Die Auseinandersetzung drehte sich hauptsächlich um die Frage, wie viel Geld die Gemeinden in welcher Form ins Umbau­projekt einschiessen sollen. Der Konsens der Delegierten lag bei 7,6 Millionen Franken Eigenkapital und 7,4 Millionen Darlehen. Das restliche Geld soll bei Banken besorgt werden.

Eigenkapital verzinsen?

Die offenkundige Favorisierung dieser am Ende mit grosser Mehrheit befürworteten Variante wurde jedoch durch Einwände respektive Anträge kurzzeitig wieder relativiert. Für Irritation sorgte zum Beispiel ein Votum des Dinharder Gemeindepräsidenten: «Wir finden es nicht richtig, dass die Gemeinden für die nächsten 35 Jahre zinsloses Geld einschiessen sollen», sagte Peter Matzinger. «Wir sind klar der Ansicht, dass das einbezahlte Eigenkapital den Gemeinden zu einem angemessenen Zinssatz verzinst werden sollte, und stellen einen entsprechenden Antrag.»

«Wir finden es nicht richtig, dass die  Gemeinden für die nächsten 35 Jahre zinsloses Geld einschiessen sollen.»

Peter Matzinger, Gemeindepräsident Dinhard

Dann wäre das Eigenkapital aber wieder als Darlehen zu verstehen, wandte Marcel Knecht von der Betriebskommission ein. «Die Banken würden dann ihr Rating entsprechend ändern, das hätte Auswirkungen auf den Zinssatz.» Der Antrag wurde klar abgelehnt.

Ein weiteres Votum, das bei den übrigen Delegierten kein Gehör fand, erfolgte aus Ellikon an der Thur. Gemeindepräsident Martin Bührer wollte den Zeitrahmen, in welchem die Gemeinden ihren Anteil am Eigenkapital bezahlen müssen, auf drei Jahre ausdehnen. «Man sagte uns nie, dass unser Beitrag bei 25 bis 30 Prozent der Investitionssumme liegen würde.» Bührer stellte den Antrag, die Kapitalisierung auf drei Jahre zu verteilen.

«Als Austrittswillige müsstet ihr dann ein Drittel weniger bezahlen», sagte der Finanzchef des Alterszentrums mit Blick darauf, dass Bührer seine Gemeinde aus dem Zweckverband herauslösen will.

Er frage sich allerdings, «ob die anderen dieses Spielchenmitmachen», so Stefan Callegher. Der Antrag kam trotz Bührers Protest, «der Vorwurf ist ungerechtfertigt, schliesslich würden alle davon profitieren», über seine eigene Stimme nicht hinaus.

Information im Februar

Als Nächstes soll das Projekt nun im Hinblick auf die Urnenabstimmung im Frühjahr 2018 an den Gemeindeversammlungen vorgestellt werden. Im Februar ist dazu eine grosse zentrale Informationsveranstaltung im Alterszentrum geplant.

Details zur Abstimmung finden sich vorher schon in der Weisung, die in den nächsten Tagen auf www.im­geeren.ch geladen wird. Darin wird auch erklärt, weshalb im Kostenvoranschlag für Planung und Realisierung des Projektes insgesamt 53 Millionen veranschlagt sind und der Baukredit nun ohne Projektierungskredit an die Urne kommt.

(Der Landbote)

Erstellt: 27.10.2017, 09:31 Uhr

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