Dägerlen

Wie sie sich an die Spitze turnen

Ein gesunder Teamgeist und brennende Leidenschaft waren an der Fussball-WM in Russland Trumpf. Beim TV Dägerlen kennt man das schon lange.

Auf der Bank sitzen sie selten: Lisa Egger (Mädchenriege), Philippe Egger (Jugendleichtathletik), Janick Furrer (Aktivriege Herren) und Fabienne Aeby (Aktivriege Damen).

Auf der Bank sitzen sie selten: Lisa Egger (Mädchenriege), Philippe Egger (Jugendleichtathletik), Janick Furrer (Aktivriege Herren) und Fabienne Aeby (Aktivriege Damen). Bild: Madeleine Schoder

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Warum gerade jetzt ein Artikel über den Turnverein Dägerlen? «Weil dieser kleine Verein Grandioses auf die Beine stellt», sagt Urs Huggenberger, Präsident des TV Dägerlen. Nach der intensiven Fussballzeit sollten seiner Meinung nach auch regionale Erfolge wieder zur Sprache kommen. Stimmt.

Und da hat der TV Dägerlen einiges zu bieten. Denn welche Gemeinde kann schon von sich sagen, dass 68 Prozent ihrer Primarschulkinder an einem Regionalturnfest teilnehmen und beinahe den Sieg nach Hause bringen?

Auf die 1000-Einwohner-Gemeinde Dägerlen mit ihren rund 100 Schülerinnen und Schülern trifft dies nämlich zu: 68 Kinder wirkten am Turnfest in Dinhard im Juni mit und erzielten den zweiten Rang.

Aber nicht nur die Kleinen, auch die Grossen machten am Turnfest positiv von sich reden: Die Faustballriege Dägerlen wurde Turnfestsieger und holte sich mit ihren beiden Mannschaften den ersten und zweiten Platz.

Leidenschaft

Schon früher glänzte der TV Dägerlen an Kantonalturnfesten. Wie kommt es, dass eine der kleinsten Gemeinden im Kanton Zürich einen der stärksten Turnvereine hat? Präsident Huggenberger schreibt das der «unglaublichen Leidenschaft und dem Einsatzwillen der 20 Leiterinnen und Leiter» des TV Dägerlen zu.

Die einzige Sportart

«In Dägerlen gibt es keine Alternative zum Turnverein, etwa Fussball oder Tennis», sagt eine von ihnen, Fabienne Aeby. Die 30-jährige Kantonspolizistin ist für die Damen-Aktivriege zuständig. Wer sein Kind zu einer sportlichen Freizeitbeschäftigung in der Gemeinde bewegen wolle, gebe es in den Turnverein. «Man wächst dann damit auf und bleibt oft auch dabei.»

«Es ist nicht nur das Turnen, sondern auch die Erfahrung, Teil einer Cliqué zu sein, die zusammenhält.»

Manchmal braucht der Nachwuchs aber auch einen Stups. Philippe Egger, der heute die Jugendleichtathletik im TV Dägerlen leitet, erzählt, dass er als Kind eine Zeitlang nicht mehr in die Bubenriege gehen wollte.

«Meine Mutter hat mich dann aber sehr schnell wieder hingeschickt.» Heute sei er froh darüber. «Ich hätte sonst in den letzten 25 Jahren viel verpasst», sagt der 32-jährige Sachbearbeiter. «Nicht nur als Turner, sondern auch die Erfahrung, Teil einer Cliqué zu sein, die zusammenhält.»

Was zeichnet den TV Dägerlen mit seinen 150 Vereinsmitgliedern aus? «Wir sind ehrgeizig und bekannt für unsere gute Abendunterhaltung», sagt Oberturner Janick Furrer lachend. Er leitet die Aktivriege Herren.

Für den 23-jährigen angehenden Bauingenieur ist klar: «Nach der sportlichen Leistung muss auch einmal gefeiert werden.» Immerhin werde drei Monate intensiv trainiert.

Breite Palette

Ein Schlüssel zum Erfolg des TV Dägerlen ist sein breites Angebot. «Daraus gehen dann viele Talente hervor», ist Lisa Egger, Leiterin der Mädchenriege und Mutter eines fünf Monate alten Jungen, überzeugt.

«Wir bieten unter der Woche elfeinhalb Stunden Jugendtraining an.» Manche Buben und Mädchen würden an vier verschiedenen Wochentrainings teilnehmen.

(Der Landbote)

Erstellt: 19.07.2018, 18:28 Uhr

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