Elgg

«Wir müssen die beste Turnhalle auswählen»

Die Bevölkerung von Elgg beauftragte die Politische Gemeinde, eine neue Mehrfachhalle auszuarbeiten. Das Projekt sei bereit, man warte auf andere, sagt Gemeindepräsident Christoph Ziegler.

Christoph Ziegler ist Gemeindepräsident von Elgg Foto: PD

Christoph Ziegler ist Gemeindepräsident von Elgg Foto: PD

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Die Schulgemeinde hat den geplanten Informationsabend abgesagt, an dem nebst ihrem Projekt für die Erweiterung des Schulraums auch die neue Turnhalle Thema hätte sein sollen. Die Bevölkerung hat die Politische Gemeinde mit der Planung dafür beauftragt, wie ist der Stand?
Christoph Ziegler: Das Projekt der Politischen Gemeinde für die Sporthalle ist bereit.Momentan gibt es unsere Gemeindelösung und die Genossenschaftslösung, die das Initiativkomitee vorschlägt. Sobald die Kosten für die Schulerweiterung klar sind, müssen wir auch die Kosten für die Halle einbringen. Damit die Stimmberechtigten wissen, wie viel alles insgesamt kostet. Wir sprechen jetzt übrigens von der «Sporthalle», damit nicht mehr immer mit Doppel- und Mehrfachhalle jongliert werden muss.

Das heisst, es ist bereits klar, ob es eine Doppel- oder Dreifachhalle werden soll?
Massgebend sind die 40 Meter Feld, damit man vernünftig spielen kann. Für den Preis spielt es keine grosse Rolle, ob die gesamte Halle 45 oder 46 Meter lang ist und wie oft man sie unterteilt.Entscheidender für die Kosten sind beispielsweise die Anzahl Garderoben und die Innenausstattung.

«Aus unserer Sicht bremst das Hallenprojekt die Schule nicht.»

Sie sprechen vom Gemeindeprojekt, was, wenn die Genossenschaft eine ganz andere Idee hat?
Die Projekte der Gemeinde und der Genossenschaft sehen ähnlich aus. Beide Projekte haben genügend Garderoben, eine kleine Tribüne und allenfalls sogar Platz, um den Mittagstisch der Schule zu integrieren. Klar ist, dass es in beiden Fällen keine Eventhalle geben wird. Die Kosten der beiden Projekte sind ebenfalls ähnlich.

Sie sagen, Ihr Projekt sei bereit. Auf was warten Sie?
Wir hätten am Informationsabend im September unser Hallenprojekt vorgestellt, wenn ihn die Schulgemeinde nicht verschoben hätte. Das tat sie, weil die Rechnungsprüfungskommission das Projekt für die Schulraumerweiterung nicht befürwortet hat. Derzeit überarbeitet die Schule deshalb ihren Antrag.

Sie warten also auf die Schulgemeinde?
Aus unserer Sicht bremst das Hallenprojekt die Schule nicht. Das war vielleicht vor zwei Jahren so, als die Idee aufgekommen ist. Man hat beschlossen, dass man das Gesamtpaket anschauen will und die Schule hat deshalb mit der Sanierung ihrer Turnhalle zugewartet.

Wie geht es nun weiter?
Der Gemeinderat wird sich, so bald die Schule bereit ist, entscheiden, ob er das Gemeindeprojekt oder das Genossenschaftsprojekt für die Sporthalle bevorzugt. Falls die Wahl auf die Gemeinde fällt, dann werden wir mit einem Projektierungskredit an die Gemeindeversammlung gehen. Später gäbe es dann noch eine Urnenabstimmung für den Baukredit.Falls wir uns für das Genossenschaftsprojekt entscheiden, dann müsste Elgg an der Urne über einen Baurechtsvertrag und über ein Darlehen, das die Politische Gemeinde der Genossenschaft gibt, abstimmen.

Die Genossenschaft kläre derzeit noch einiges ab, sagte Mitinitiant Erich Wegmann.
Bis die Schulgemeinde mit ihrem Projekt bereit ist, kann sich die Genossenschaft noch weiter vorbereiten, um dem Gemeinderat ein möglichst gutes Hallenprojekt vorzulegen. Es geht es ja nicht nur ums Finanzielle, sondern auch um die Mitbestimmung. Was passiert mit der Halle, wenn es die Genossenschaft in 30 Jahren nicht mehr gibt?

 «Man kann davon ausgehen, dass der Infoabend noch vor der Gemeindeversammlung im Dezember stattfindet.»

Was gilt es zu beachten?
Übergeben wir die Halle der Genossenschaft, dann ist sie der öffentlichen Hand ein Stück weit entzogen und wir verlieren ein Stück Sicherheit. Zu klären ist beispielsweise, wer die Parkplätze um die Halle herum bauen wird oder wer den Unterhalt zahlt. Da kommt die Gemeinde sicher zum Handkuss. Weiter kann eine Genossenschaft die Halle beispielsweise über 100 Jahre abschreiben, die Gemeinde muss das über die nächsten 30 Jahre. Es stellt sich die Frage, was geschickter und nachhaltiger ist. Die Genossenschaft kann auch die Aufträge freier vergeben. Die Gemeinde müsste einen Wettbewerb ausschreiben. Derzeit arbeiten wir das Mitspracherecht der Politischen Gemeinde an der Genossenschaft aus.

In beiden Projekten wird Geld der Gemeinde stecken. Kann man davon ausgehen, dass eine allfällige Steuererhöhung mit der Lösung der Genossenschaft geringer ausfiele?
Das ist die richtige Frage, aber auf diese Äste will ich mich noch nicht hinauswagen. Wir versuchen momentan abzuwägen, was wir wo gewinnen und verlieren.

Werden Sie der Bevölkerung beide Projekte vorstellen?
Ich denke, das macht Sinn. Der Gemeinderat wird aber entscheiden müssen, wir können nicht beide Projekte zur Abstimmung vorlegen.

Wann findet der Informationsabend nun statt?
Die Schule steht unter Druck, sich mit der RPK zu einigen. Man kann davon ausgehen, dass der Infoabend noch vor der Gemeindeversammlung im Dezember stattfindet. Bis dahin hat die Genossenschaft ebenfalls noch Zeit, an ihrer Lösung zu feilen. Diese Woche haben wir alle zusammen noch eine Sitzung.Mir ist es ein Anliegen, dass wirklich alle miteinander reden.

Erstellt: 17.09.2019, 18:08 Uhr

Die alte Turnhalle Im See soll durch eine grössere ersetzt werden. Bild: Heinz Diener

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