Chriesifäscht

«Wir sind oft in der Nacht aufgestanden»

In Kefikon findet heute zum achten Mal das Chriesifäscht statt. Familie Hürlimann bewirtet Besucher auf ihrem Hof - und ist auf viele Helfer angewiesen.

Heidi Hürlimann organisiert auf ihrem Hof in Kefikon ein Chriesifäscht.

Heidi Hürlimann organisiert auf ihrem Hof in Kefikon ein Chriesifäscht. Bild: PD

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Frau Hürlimann, woher kommt die Tradition des Chriesifäschts auf Ihrem Hof?
Heidi Hürlimann: Irgendwann hatte mein Mann mal die Idee, dass wir ein Fest veranstalten könnten. Es entstand aus Jux und wurde immer grösser.

Finden Sie es gut, dass Sie so viel Beachtung bekommen?
Natürlich ist es schön. So können wir unsere Landwirtschaft präsentieren und zeigen, wie der Chriesianbau bei uns funktioniert. Gleichzeitig ist es auch sehr intensiv, insgesamt haben wir über 50 Helfer.

Wie bauen Sie die Kirschen auf ihrem Betrieb an?
Wir haben 840 Bäume auf einer Hektare Land verteilt. Jeder Baum wird separat bewässert und ist mit einem Netz vor Hagel, Vögel und der Kirschessigfliege geschützt. Die Fliege wurde in den letzten Jahren zur Gefahr, aber mit den Netzen sind die Kirschen sicher vor ihr. Ausserdem haben unsere Chriesi ein Regendach. Denn wenn sie nass werden, dann platzen die Früchte auf.

Hat Ihnen der Frost diesen Frühling Mühe bereitet?
Mein Mann und ich sind oft während der Nacht aufgestanden, um zu kontrollieren, ob das Thermometer schon unter Null Grad anzeigt. Auch mit Frostkerzen haben wir unsere Chriesi vor dem Erfrieren bewahrt.

Was heisst das für die diesjährige Ernte?
Auf unserem Hof haben wir insgesamt sechs verschiedene Sorten Kirschen angepflanzt. Diese unterscheiden sich von früh-, mittel-, bis spätreif. Die frühen Sorten haben kaum Schaden genommen. Bei den Mittleren haben wir aber Einbussen. Gesamthaft wird die Ernte in diesem Jahr im normalen Rahmen ausfallen.

«Einem Cheesecake mit Kirschen würde ich nicht widerstehen können.»Heidi Hürlimann

Was heisst das?
Über den Daumen gepeilt können wir sechs Wochen lang Kirschen ernten. Seit letztem Samstag sind wir jeden Tag dran. Zu Spitzenzeiten arbeiten 15 Pflücker von sechs bis elf Uhr. Danach ist es einfach zu warm, weil die Netze und das Dach einen treibhausartigen Effekt haben.

Haben Sie Tipps für den Eigenanbau im Garten?
Kirschen sind sehr heikle Früchte. Ohne den Einsatz von Schutzmitteln ist eine Ernte fast unmöglich. Wenn man am Ende Kirschen essen will, muss man auf die Pflege achten.

Wie erkennt man, ob sich ein Wurm in die Kirsche eingefressen hat?
Mit geschultem Auge erkennt man das Loch, wobei dieses jeweils sehr klein ist. Bei unseren Kirschen darf uns das nicht passieren. Hat ein Kunde einmal einen Wurm in der Frucht, kommt er bestimmt nie wieder. Ansonsten gilt: Reinbeissen und sehen.

Wie essen Sie die Kirschen am liebsten?
Am besten finde ich sie direkt vom Baum. Wenn ich am Sortieren bin, gönne ich mir ab und zu eine. Aber auch einem Cheesecake mit Kirschen würde ich nicht widerstehen können.

Wissen Sie, woher die Redewendung «Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen» kommt?
So spontan könnte ich mir vorstellen, dass es daher kommt, weil auch die Kirschen immer im Doppelpack wachsen. Ein Kirschenpaar könnte man jeweils mit einem Freund teilen. Eine wirkliche Erklärung habe ich aber nicht.

An ihrem Fest gibt es auch ein Kirschstein-Wettspucken. Wie schlagen Sie sich in dieser Disziplin?
Sagen wir mal so, ich bin besser im Essen. Der Sieger wird aber jeweils mit einem Kilo Kirschen belohnt.

Das Chriesifäscht findet am 23. Juni ab 10 Uhr ab 10 Uhr bei der Familie Hürlimann an der Menzengrüterstrasse 7 in Kefikon ZH statt

Erstellt: 21.06.2019, 11:21 Uhr

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