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«Wir werden regelmässig Wetter-Apps anschauen»

Am Lager des Cevi Seuzach im thurgauischen Schlattingen nehmen übers Wochenende mehr als 100 Kinder und Jugendliche teil. Abteilungsleiterin Lea Klöti (22) über christliche Werte, all-fällige Unwetter – und Zecken.

Lea Klöti ist Cevi-Abteilungsleiterin aus Seuzach.
Lea Klöti ist Cevi-Abteilungsleiterin aus Seuzach.
zvg

Cevi-Lager sind dafür bekannt, dass dort vor allem biblische Geschichten nachgespielt werden. Beim diesjährigen Pfingstlager des Cevi Seuzach geht es jedoch um den Zauberlehrling Harry Potter. Ist das dem Zeitgeist ­geschuldet?Lea Klöti: Ja, der Zeitgeist trägt sicher mit dazu bei, dass wir im Cevi heute nicht mehr schwerpunktmässig biblische Geschichten nachspielen.

Aber der christliche Verein junger Menschen, kurz CVJM oder Cevi, bezog sich ursprünglich doch klar auf den christlichen Glauben?Das stimmt. Und diesen ursprünglichen Gedanken respektieren und schätzen wir nach wie vor. Doch die Grundidee und der Cevi selber haben sich in den ­letzten Jahren weiterentwickelt. Unterdessen versuchen wir den Kindern die Werte des christlichen Glaubens auch noch über andere Formen und Kanäle zu vermitteln als allein nur über biblische Geschichten.

Bei Harry Potter geht es um Freundschaft, Zusammenhalt und Nächstenliebe. Ich kann daran nichts Unchristliches erkennen.

Lea Klöti

Welche christlichen Werte ­vermitteln Sie den Kindern und Jugendlichen?Wir versuchen vor allem aufzuzeigen, wie wichtig es ist, gegenüber allen Menschen auf dieser Erde tolerant und respektvoll zu sein. Zudem zeigen wir ihnen, dass auch die Natur Respekt verdient. Dabei sollen aber die Gemeinschaft untereinander und Spiel und Spass nicht zu kurz kommen. Das wird auch beim Pfingstlager an diesem Wochenende so der Fall sein.

Die «Harry Potter»-Romane bleiben aber für gewisse christliche Kreise ein rotes Tuch. Für sie ist die Fantasyserie eine Verherrlichung okkulter Praktiken. Können Sie das nachvollziehen?Nein, nicht wirklich. Denn für mich ist «Harry Potter» lediglich eine Geschichte. Nicht mehr und nicht weniger. Aus meiner Sicht haben die Aussagen der Romane keine negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Im Gegenteil. Denn inhaltlich geht es ja oft um Freundschaft, Zusammenhalt und Nächstenliebe. Ich kann daran nichts Unchristliches erkennen.

Laut den Wetterprognosen soll es über das Wochenende mancherorts Unwetter geben. Sind Sie darauf vorbereitet?Es ist obligatorisch, dass wir für ­jedes Cevi-Lager ein Sicherheitskonzept erstellen. Dieses enthält verschiedene Notfallszenarien. Auch auf allfällige Evakuationen, falls uns ein Unwetter treffen sollte, sind wir vorbereitet.

«Die Zecken sind in unseren Lagern immer ein Thema.»

Lea Klöti

Ein Unwetter, das haben schon andere Open-Air-Veranstaltungen gezeigt, kann oft sehr schnell eintreffen und dann schlimme Folgen haben. Wie wappnen Sie sich konkret?Wir stehen zwar nicht mit einem Meteorologen in Kontakt, aber wir werden in diesen Tagen und Stunden regelmässig die verschiedenen Wetter-Apps auf unseren Handys anschauen und so aufgrund des Wetterradars abzuschätzen versuchen, ob wir das Lager abbrechen müssen oder nicht. Gut zu wissen ist auch, dass es in der Nähe der Wiese, auf der wir unsere Zelte aufstellen, ein Bauernhaus und eine Scheune hat, in die wir im Notfall mit unseren über 100 Kindern und Jugendlichen flüchten könnten.

Inwieweit werden auch die ­Zecken im Lager ein Thema sein?Die Zecken sind in unseren Lagern immer ein Thema. Wir halten die Leiter an, den Kindern zu sagen, dass sie sich nach Zecken absuchen sollen. Zudem sagen wir auch den Eltern, dass sie ihre Kinder nach Lagerschluss unbedingt kontrollieren müssen.

Es gibt einige Cevis in der Schweiz, die ein Nachwuchsproblem haben. Wie sieht es in dieser Hinsicht in Seuzach aus?In den letzten Jahren mussten auch wir feststellen, dass die Mitgliederzahlen zurückgegangen sind. Wir haben darauf reagiert und machen mit Flyern und anderen Aktionen regelmässig auf uns aufmerksam. Die wichtigste Werbung bleibt aber nach wie vor die Mund-zu-Mund-Propaganda.

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