Elgg

«Wir wollen die Besten»

Auf Einladung von Karin Egli-Zimmermann, Präsidentin des Kantonsrats, besuchten dessen Mitglieder gestern verschiedene Orte in der Region. Eine Gruppe besichtigte in Elgg die Ausbildungsanlage der Polizeispezialeinheit Diamant.

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«Einen Rambo können wir nicht brauchen, er würde alle gefährden», erklärt Chefinstruktor Rudolf Hiestand von der Kantonspolizei Zürich. Rund 40 Besucher hören ihm zu, während sie sich in einer Scheune umschauen, die zur Ausbildungsanlage der Spezialeinheit Diamant gehört. Sie befindet sich noch knapp auf Elgger und damit auf Zürcher Boden. Karin Egli-Zimmermann, selbst ehemalige Kantonspolizistin und im Mai zur Kantonsratspräsidentin gewählt, hatte ihre Ratskollegen zum gesellschaftlichen Anlass in ihre Wohngemeinde Elgg eingeladen. Andere Gruppen besichtigten etwa die Schneckenfarm oder das Schloss Elgg.

Kantonspolizisten, die der Spezialeinheit Diamant beitreten möchten, müssen einen Parcours in der Scheune absolvieren. Dazu gehört, in zehn Metern Höhe über einen dünnen Holzbalken zu balancieren oder im Stockdunkeln durch die Kanalisation zu kriechen. «Höhen- oder Platzangst ist ein Ausschlusskriterium», erklärt Hiestand. Mehr als drei Viertel der Anwärter bestehen die Aufnahmeprüfung nicht: «Wir wollen die Besten.»

«Wir wollen auf  knarrenden Treppen üben und nicht auf leisem Beton.»Rudolf Hiestand, Chefinstruktor Kapo ZH

Die Anlage in Elgg wird seit 1989 genutzt und man sieht ihr das Alter an. Das sei gut so, sagt Hiestand: «Wir wollen auf knarrenden Treppen üben und nicht auf leisem Beton», denn man wisse nie, was einen in einem realen Einsatz erwarte.

«Solche Einblicke erhält man nicht oft», sagt Markus Schaaf, EVP-Kantonsrat aus Zell. Er habe diesen Besuchsort am spannendsten gefunden. So ging es auch Fabian Molina, SP-Kantonsrat aus Illnau-Effretikon, der sagt: «Ich kann eine Pistole von einem Gewehr unterscheiden, aber mehr nicht.»

Übung in Vollmontur

Eine Gruppe Polizisten in der Grundausbildung demonstrieren, wie sie sich einem Gebäude annähern, und schleichen mit Waffen der Hauswand entlang. Die Schutzmontur wiege sicher 25 Kilogramm, erklärt der Instruktor. «Was ist, wenn jemand mit einer Maschinenpistole durch die Tür schiesst?», will einer der Besucher wissen. «Das macht nichts, die Westen sind Schutzklasse 3, die Pistole nur Klasse 1», kommt die Antwort. Als die Polizisten das Haus gestürmt haben, folgt weiter hinten ein Polizeihund – nicht nur Menschen trainieren in dieser Anlage. Nachdem die Kantonsräte die Ausrüstung und die Waffen von nahem begutachten durften, ging es für sie weiter zum Abendprogramm – auch das in Elgg. (Landbote)

Erstellt: 26.09.2017, 08:24 Uhr

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