Handyantennen

Wo die 5G-Antennen überall stehen

Bis Ende Jahr soll die Schweiz zum grossen Teil mit 5G abgedeckt sein. Das Winterthurer 5G-Netz ist momentan noch ziemlich löchrig. An anderen Orten ist man weiter.

Mobilfunkantennen in der ganzen Schweiz werden derzeit auf die neue 5G-Technologie umgerüstet.

Mobilfunkantennen in der ganzen Schweiz werden derzeit auf die neue 5G-Technologie umgerüstet. Bild: Keystone

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Um 11:25 Uhr trifft eine Mail im Auftrag von Sunrise beim Winterthurer Baudepartement ein. Es geht um die 4G-Mobilfunkantenne auf dem Dach des Coops beim Hauptbahnhof, die auf den neuen Technologiestandard 5G aufgerüstet werden soll.

Rund drei Stunden später die knappe Antwort: «Bagatelländerung geht in Ordnung.» Somit kann die Antenne auf dem Dach des Coops beim Hauptbahnhof umgerüstet werden. Departementssekretär Lukas Mischler sagt auf Anfrage: «Es ist ein Antennenwechsel ohne Leistungssteigerung. Deshalb muss kein ordentliches Verfahren durchgeführt werden.»

Denn die nationale Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung macht keinen Unterschied, ob die Antenne eine 3G, 4G oder 5G-Technologie montiert hat, solange die bereits bewilligte Leistung und die Frequenzen eingehalten werden.

Keine 5G-Antennen im Osten

Die Antenne beim Hauptbahnhof ist mittlerweile umgerüstet und in Betrieb (siehe Karte), wie Sunrise-Sprecher Rolf Ziebold zur Antenne sagt, die im Besitz von Sunrise und Salt ist.

Zusammen mit dieser Antenne sind in der Region Winterthur gemäss Karte des Bundes aktuell 14 5G-Antennen in Betrieb, vor allem im Südwesten, in Richtung Zürich, nimmt die Dichte zu. Hingegen klaffen Lücken im Norden, im Weinland ist eine Antenne aktiv, im Eulach- und Tösstal gar keine.

Bis Ende Jahr wollen die drei Mobilfunkanbieter Salt, Sunrise und Swisscom den grössten Teil der Schweiz mit 5G abdecken, Swisscom spricht von 90 Prozent Abdeckung. Dieser sportliche Zeitrahmen kann nur dank des Bagatellverfahrens eingehalten werden. Statistisch erhärten lässt sich dieser Verdacht jedoch nicht, wie es bei der Baudirektion auf Anfrage heisst.

Allerdings sei dies bei der Umrüstung von 3G auf 4G der Fall gewesen. «Generell werden bei uns pro Jahr zwei- bis dreimal mehr Bagatellgesuche als ordentliche Baugesuche bearbeitet», sagt Wolfgang Bollack von der Baudirektion.

Bei einer Bagatelländerung muss der Betreiber die Aufrüstung dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) kommunizieren. die Gemeinde ist dabei nicht involviert. Das kann zu einem Fall wie in Neftenbach führen. Dort wunderte sich die Baubewilligungsbehörde, weshalb in der Tössallmend ohne ihr Wissen auf 5G umgerüstet wurde, wie Gemeindeschreiber Martin Schmid im aktuellen «Neftebacher» schreibt.

Höhere Sendeleistung

Anders ist die Situation in Oberohringen (Gemeinde Seuzach). Auf dem Dach einer Autogarage will Sunrise ebenfalls auf 5G umstellen. Dazu müsste aber die Sendeleistung erhöht werden, «um die Abdeckungs- und Kapazitätsziele entsprechend den Kundenbedürfnissen mit diesem Mobilfunkstandort zu erreichen», wie Sunrise-Sprecher Ziebold sagt.

Deshalb sei ein Bagatellfall nicht mehr gegeben. Das Gesuch liegt mittlerweile seit zwei Wochen auf, bisher sei aber noch kein Baurechtsentscheid verlangt worden, sagt der Seuzacher Gemeindeschreiber Beat Meier.

Wo die nächsten 5G-Antennen folgen, ist unklar. Alleine auf Winterthurer Stadtgebiet befinden sich über 100 4G-Antennen.

Erstellt: 05.07.2019, 18:25 Uhr

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Die grösste Strahlenbelastung geht jeweils vom Handy am Ohr oder in der Tasche aus, dieses strahlt umso stärker, je weiter eine Antenne entfernt ist.

Die nationale Arbeitsgruppe Mobilfunk und Strahlung hätte Ende Juni einen Bericht zu den Bedürfnissen und Risiken des künftigen Mobilfunkes vorstellen sollen, dieser verspätet sich aber und soll im Laufe des Jahres erscheinen.

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