Aadorf/Elgg/Hagenbuch

Wo die Kantonspolizei stürmen lernt

Die Kantonspolizei Zürich hat die Sanierung der Ausbildungsanlage Aatal zwischen Aadorf TG, Elgg und Hagenbuch abgeschlossen. Am Donnerstag weihte sie ein saniertes Wohnhaus ein, in dem sie das Eindringen in Gebäude trainiert.

Die Einsatzgruppe Diamant der Kantonspolizei demonstrierte gestern ihr Können im Aatal. Foto: Madeleine Schoder

Die Einsatzgruppe Diamant der Kantonspolizei demonstrierte gestern ihr Können im Aatal. Foto: Madeleine Schoder

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«Saubullen» schreit der Mann mit dem Gewehr in der Hand aus einem Fenster. Drohnenpilot Roger Schwarz von der Kantonspolizei beobachtet die Szene aus der Luft. Als er sieht, wie sich der Mann aus dem Fenster lehnt, sagt er via Funk: «Intervention go.» Es ist das Zeichen für die Einsatzgruppe Diamant, ins Gebäude einzudringen. In Vollmontur rücken die vier Polizisten ins Gebäude ein, sichern Räume ab und werfen einen sogenannte Ablenkungskörper in den Raum, wo sich der Verschanzte befindet. Ein lauter Knall ertönt, der Mann wird zu Boden gedrückt und in Gewahrsam genommen. Zwischen Zugriffsbefehl und Verhaftung vergeht keine halbe Minute.

«Das ist kein Luxus, sondern ein Beitrag zur Sicherheit unserer Leute.» Thomas Würgler

Bereits seit 30 Jahren gehört das Gebäudeensemble im Aatal der Kantonspolizei und dient dieser als Ausbildungsanlage. «Schon damals war sie ein ganz wichtiger Bestandteil für die Ausbildung der Kantonspolizisten und vor allem der Spezialformationen gewesen», sagte Chefinstruktor Rudolf Hiestand gestern anlässlich des Abschlusses der zweiten Sanierungsetappe. Als Letztes wurde ein Wohnhaus für rund 900000 Franken umgebaut. So ersetzte man etwa die Holztreppe, die bei Übungen trotz leisen Sohlen fast immer quietschte. Neu kommen die Polizisten über eine Betontreppe in eines der drei Stockwerke. Die Türen zu den teilweise mit Attrappenmöbeln eingerichteten Wohnungen sind sogenannte Ramm- oder Presstüren aus Stahl, die ohne grosse Schäden wieder und wieder aufgerammt oder -gepresst werden können. Aus dem Dachgeschoss üben die Polizistinnen und Polizisten ausserdem verschiedene Abseil- und Klettertechniken.

Kräftig investiert

Von dort aus sieht man auf die in der Gemeinde Hagenbuch gelegene Schiessanlage Tobel, die vor ziemlich genau einem Jahr wieder in Betrieb genommen wurde. Der damalige Umbau kostete rund 1,35 Millionen Franken. Die Kantonspolizei hatte bereits Anfang Jahr in Regensdorf ein neues Ausbildungszentrum (14,1 Millionen Franken) eröffnet, und in gut zwei Wochen soll die Einweihung eines neuen Ausbildungsgebäudes in Birmensdorf (1,47 Millionen Franken) folgen. Geld für eine Infrastruktur, die gemäss SP-Sicherheitsvorsteher Mario Fehr den «wichtigsten Leute im Kanton» zugutekommt. Als solche bezeichnete er die Polizistinnen und Polizisten in seiner Rede: «Weil sie für Sicherheit sorgen.» Im Aatal übe die Polizei Repression, damit man wisse, dass sie bei einem Ernstfall erfolgreich einschreiten könne.

Der Polizeieinsatz im Video. Video: gab/gvb

Kommandant Thomas Würgler ergänzte: «Letztlich geht es darum, bestens ausgebildete Leute zu haben, die in jeder Situation bestehen können.» Das verlange die richtigen Leute, gute Ausrüstung, gute Instruktoren, aber auch die richtige Infrastruktur. Dort könne man in der Ausbildung das Fundament legen, damit die Polizisten später in Extremsituationen angemessen reagieren könnten. «Das ist kein Luxus, sondern ein Beitrag zur Sicherheit unserer Leute.» Das alles diene der Bevölkerung des Kantons.

Sackmesser fürs Vertrauen

Fehr bedankte sich für das Vertrauen der Gemeinden Elgg, Hagenbuch und Aadorf TG: «Die Polizei kann nur ihre Bestleistung erbringen, wenn sie das Vertrauen der Bevölkerung hat.» Der anwesenden Hagenbucher SVP-Gemeindepräsidentin und -Nationalrätin Therese Schläpfer sowie dem Aadorfer CVP-Gemeindepräsidenten Matthias Küng schenkte er im Anschluss ein Sackmesser. «Ich hätte Ihnen wahnsinnig gerne etwas Wertvolleres geschenkt, aber wir haben gerade Budgetdebatte», sagte Fehr.

Erstellt: 28.11.2019, 18:21 Uhr

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