Elsau

Zwei Dörfer protestieren gegen 5G-Antennen

Gleich in zwei Ortsteilen von Elsau haben Einwohner Petitionen gegen neue Handyantennen lanciert, weil sie die Strahlung fürchten. Der Gemeinderat will jedoch nicht eingreifen.

Linkerhand steht das Baugespann, das die geplante 5G-fähige Antenne von Salt markiert.

Linkerhand steht das Baugespann, das die geplante 5G-fähige Antenne von Salt markiert. Bild: Madeleine Schoder

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Swisscom will in Rümikon eine neue Handyantenne bauen, Salt will dasselbe in Schottikon. In beiden Ortsteilen haben Einwohnerinnen und Einwohner Petitionen dagegen lanciert und nach eigenen Angaben je mehr als 200 Unterschriften gesammelt. Noch diese Woche will Initiantin Mischa Schönbächler der Elsauer Baukommission die Petition aus Schottikon überreichen. Die geplante 5G-Antenne, die momentan am Bahnhof Schottikon ausgesteckt ist, sei «gesundheitlich beängstigend und absolut unverantwortlich gegenüber EinwohnerInnen, Kindern und der Tierwelt», drückt sie ihre Bedenken im Begleitschreiben aus.

«Viele offene Fragen»

«Wir wollen die Bestrahlung nicht einfach hinnehmen, ohne gefragt zu werden», sagt Schönbächler am Telefon. Beim Sammeln der Unterschriften sei sie auf viele offene Fragen und Unsicherheit gestossen. «Wir wünschen uns Gehör», so die Initiantin, der es laut eigener Aussage nicht um sich selbst gehe, sondern um die nächste Generation. Sie habe als Anwohnerin den Baurechtsentscheid für das Gesuch von Salt angefordert und werde rekurrieren, sollte es bewilligt werden.

Für die Bewilligung zuständig ist in Elsau die selbstständige Baukommission. In deren Beurteilung wolle man nicht eingreifen, sagt Gemeindepräsident Jürg Frutiger. Das Thema der 5G-Antennen habe man im Gemeinderat besprochen und die Petition aus Rümikon, die im August eingereicht worden war, auch dementsprechend schon beantwortet: «Wir wollen politisch neutral bleiben.»

«Der Gemeinderat bleibt neutral und wird nicht zum Mit-Petitionär.»Jürg Frutiger, 
Gemeindepräsident Elsau

Gemeinderat wie Baukommission hätten sich an gesetzliche Bestimmungen zu halten, sagt Frutiger. Erfüllt ein Baugesuch diese, so ist es zu bewilligen. «Das Thema Strahlung können wir als Laien nicht beurteilen.» Das finde auf übergeordneten Ebenen statt und nicht in jeder Gemeinde einzeln. Der Gemeinderat sehe es nicht als zielführend an, zu einem Mit-Petitionär zu werden, wie beispielsweise in Russikon.

Wo es Widerstand gibt
78 Unterschriften überreichten Einwohner im Juni dem Russiker Gemeinderat gegen eine bereits gebaute Antenne der Sunrise auf einem Hochspannungsmasten. Einige Anwohner spürten die Strahlung stark, heisst es. Der Gemeinderat unterstützt die Petition und hat sie der kantonalen Baudirektion weitergeleitet. Im Mai hatten in Freienstein-Teufen 1050 Personen eine Petition gegen den Bau einer 5G-Antenne unterschrieben. Das Dorf zählt zwar nur 760 Haushalte, 900 Unterschriften stammten laut Initianten aber «aus nächster Umgebung».

Im letzten Jahr gab es unter anderem in Wiesendangen Proteste gegen eine neue Antenne in Gundetswil, die damals mit 4G-Technologie ausgerüstet werden sollte. In Pfungen war eine Interessensgemeinschaft gegen eine Antenne an der Sammelstelle Wüeri gebildet worden, die aber keinen Erfolg hatte. In Elgg ist die IG Mobilfunk mit Vernunft aktiv, die aber ebenfalls weder den Bau noch die Umrüstung von Antennen auf 5G verhindern konnte. Letzte Woche wurde eine Volksinitiative gegen 5G lanciert.(nid)

«Verstehen Betroffenheit»

«Wir verstehen die Betroffenheit, aber wir möchten keine Erwartungen schüren und ehrlich kommunizieren», sagt Frutiger. Es sei ihm bewusst, dass das nicht die Antwort sei, die sich die Petitionäre erhofften. Die Gemeinde sei auch in Kontakt mit den Mobilfunkanbietern. Auf die Frage, ob Swisscom selbst mit den Anwohnern in Kontakt treten werde, antwortet das Unternehmen, dass es zu offiziellen Einwendungen Stellung nehmen werde. Zwei neue Antennen in Elsau brauche es, weil es der strengen Grenzwerte wegen nicht überall möglich sei, dass sich Anbieter Standorte teilten, sagt Swisscom weiter. Laut Frutiger sind die beiden Baugesuche bis jetzt noch nicht behandelt worden. Es sei jedoch anzunehmen, dass sie bewilligt werden.

Erstellt: 21.10.2019, 17:57 Uhr

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