Illnau-Effretikon

Zweiter Anlauf für Kunststoff-Recycling

2015 lehnte der Stadtrat das Sammeln von Plastik erstmals ab. Nun folgt ein neuer Vorstoss.

Der Stadtrat von Illnau-Effretikon muss sich erneut mit dem Sammeln von Kunststoff beschäftigen.

Der Stadtrat von Illnau-Effretikon muss sich erneut mit dem Sammeln von Kunststoff beschäftigen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Einführung von Kunststoff-Recycling stand am vergangenen Donnerstagabend nicht zum ersten Mal auf der Traktandenliste des Grossen Gemeiderates. Urs Gut (Grüne), Katharina Morf (FDP) und 19 Mitunterzeichnende hatten schon im März 2015 ein Postulat eingereicht, mit dem sie den Stadtrat aufforderten, ein Pilotprojekt zur Kunststoffsammlung zu prüfen.

Der Stadtrat stellte sich letzte Woche wie auch schon 2015 dagegen. Es sei zu teuer und ökologisch nicht sinnvoll, begründete er seine Haltung.

«Die gesammelte Menge an Kunststoff ist im Moment zu klein.»Beat Buchmann 
Projektleiter Sammelsack,
Innorecycling AG

Im Dezember 2016 schrieben die Gemeinderäte das Postulat als erledigt ab, nachdem der Stadtrat das Thema zweimal bearbeitet, Vor- und Nachteile aufgezeigt und Bericht erstattet hatte. Die Postulanten kündigten allerdings noch während der Sitzung an, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufs Tapet zu bringen.

Doch auch beim zweiten Anlauf stiess das Anliegen bei den Gemeinderäten nicht auf grosse Gegenliebe, wie Ratssekretär Marco Steiner auf Anfrage sagt. Insbesondere bei den Vertretern der bürgerlichen Parteien nicht. So sei die Finanzierung noch nicht geklärt, sagte etwa Katharina Morf (FDP). Postulant Urs Gut (Grüne) verwies auf die Gemeinde Lindau, wo Einwohner den Kunststoff seit Anfang dieses Jahres bei einem Privaten vorbeibringen können, der die Hauptsammelstelle betreibt.

Keine Sortieranlage

Derzeit gibt es in der Schweiz noch keine Sortieranlage für den gesammelten Kunststoff. Aktuell wird der aus der Region stammende Plastik im österreichischen Lustenau sortiert. In etwa eineinhalb Jahren soll bei der Firma Innorecycling AG in Eschlikon TG eine neue Anlage entstehen. Die Pläne dazu existieren bereits.

«Die gesammelte Menge ist im Moment noch zu klein», sagt Beat Buchmann, Projektleiter Sammelsack. Das Unternehmen sammelt und verwertet seit 20 Jahren Kunststoffe von Gewerbe und Industrie in der ganzen Schweiz. Derzeit sind es 10000 Tonnen im Jahr. Damit sich eine eigene Sortieranlage lohnt, müssten es laut Buchmann 16000 Tonnen sein.

Trotzdem wird sich der Stadtrat erneut mit dem Thema befassen müssen. Denn der Rat hat das Postulat von Urs Gut mit 16 zu 15 Stimmen überwiesen. Die Vertreter der linken Parteien haben sich durchsetzen können.

Im Weiteren hat der Rat am Donnerstag auch vom Schwerpunktprogramm des Stadtrates Kenntnis genommen. Unter anderem hat sich dieser den Klimaschutz auf die Fahne geschrieben.

So will er bis Ende 2019 ein Konzept zur ökologisch nachhaltigen Mobilität entwickeln. Die linke Ratsseite zeigte sich zufrieden und fand, dass das Programm die Realität gut abbilde. Die Bürgerlichen hingegen bezeichneten es als Sammelsurium an Wünschen.

Erstellt: 18.06.2019, 17:29 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!