Region

Wo die Hochburgen der Parteien liegen

Parteien haben am Wahlsonntag in einzelnen Gemeinden ganz besonders gepunktet, teilweise entgegen dem nationalen Trend. Was sind die Gründe dafür?

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SVP – Hagenbuch


Therese Schläpfer. Bild: Marc Dahinden

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) ist in Hagenbuch eine Macht. 64,51 Prozent der Stimmberechtigten wählten dort am Sonntag SVP. Das sind 3,22 Prozent mehr als 2015. Mit ein Grund dafür dürfte Gemeindepräsidentin Therese Schläpfer sein, die am Sonntag als Nationalrätin bestätigt wurde und auf der SVP-Liste zwei Plätze gut machte. In der Gemeinde ist sie nicht nur auf Wahlplakaten präsent, sondern etwa auch in der Lokalzeitung, dem «Elgger/Aadorfer», wo sie regelmässig eine Kolumne schreibt.

EVP – Zell

Markus Schaaf. Bild: Adrian Bretscher

Die EVP ist in Zell traditionell stark vertreten. Die Partei stellt mit Regula Ehrismann die Gemeindepräsidentin und mit Markus Schaaf einen Kantonsrat. Dieses politische Engagement widerspiegelt sich deutlich im Ergebnis der Nationalratswahlen. Der Wähleranteil der EVP beträgt in Zell 10,42 Prozent. Das ist das beste Ergebnis der Partei im Kanton Zürich. Hinzu kommt, dass der Wähleranteil im Vergleich zu 2015 mit plus 2,81 kantonsweit am stärksten ausgebaut werden konnte. Markus Schaaf, Geschäftsführer des Zentrums Rämismühle, darf mit seinem persönlichen Wahlkampf aber auch sonst zufrieden sein: Auf der EVP Liste arbeitete er sich von Platz 15 auf den Platz 13 vor und holte 10 482 Stimmen.

SP und CVP – Rheinau

Psychiatrische Klinik Rheinau. Bild: Heinz Diener

Die SP hat in den Gemeinden rund um Winterthur generell einen schweren Stand. Eine Ausnahme ist seit eh und je Rheinau. Dort holten die Sozialdemokraten 21,15 Prozent und sie konnten ihren Wähleranteil entgegen dem schweizweiten Trend sogar leicht ausbauen. Ein Grund für die Stärke der Partei in Rheinau ist wohl die psychiatrische Klinik, die viele Arbeitsplätze im sozialen Bereich anbietet. Zudem stellt die SP mit Andreas Jenni den Gemeindepräsidenten. Mit seinem persönlichen Ergebnis kann Jenni hingegen weniger zufrieden sein. Er startete auf der SP-Liste auf Rang 19 und rutschte mit 59273 Stimmen auf Platz 28 ab. Besonders hoch ist in Rheinau mit 8,21 Prozent auch der Wähleranteil der CVP. Warum das so sein könnte, ist schwierig zu begründen. Vielleicht hat Helene Rapold dazu beigetragen? Die Präsidentin der CVP-Ortspartei führt das Wirtshaus zum Buck und dürfte deshalb vielen bekannt sein. Sie hat aber nicht für den Nationalrat kandidiert.

FDP – Stammheim


Martin Farner. Bild: Madeleine Schoder

Die FDP-Hochburg in der Region ist Stammheim. Die Partei erzielte dort mit 20,37 Prozent einen Spitzenwert. Nur in wenigen Gemeinden, vornehmlich an der Goldküste, holte die Partei mehr Stimmanteile. Zugpferd in Stammheim ist Martin Farner, der bis zur Fusion der drei Stammertaler Gemeinden Präsident in Oberstammheim war. Der Kantonsrat konnte seinen Platz auf der FDP-Liste halten und landete auf dem ersten Ersatzplatz knapp hinter Andri Silberschmidt.

GLP – Hettlingen

Der Erdwall an der A4. Bild: Marc Dahinden

Die Grünliberalen schnitten in Hettlingen überdurchschnittlich gut ab und erreichten in der Gemeinde einen Wähleranteil von 18,77 Prozent. Das ist zwar nicht das beste Ergebnis im Kanton, das Otelfingen mit 21,7 Prozent erzielte, aber doch bemerkenswert. Die Grünliberalen sind in Hettlingen schon seit einigen Jahren besonders aktiv. Die Ortspartei setzte sich intensiv für einen Erdwall an der A4 ein und meldete sich auch bei anderen lokalen Themen geschickt zu Wort. Hinzu kommt die Klimademo, die Anfang September mit rund 100 Teilnehmern durch das Dorf zog.

Grüne – Dachsen

Michelle Spahn. Bild: PD

Die Grüne-Partei erreichte in Dachsen mit 17,3 Prozent ein sehr gutes Resultat. Sie konnte damit die SP klar überholen, die in Dachsen ansonsten regelmässig gute Resultate erzielt. Den Sprung der Grünen in Dachsen um über 10 Prozentpunkte gegenüber 2015 kann sich Thomas Feer, Präsident der Weinländer Grünen, nicht im Detail erklären. Er verweist aber auf Michelle Spahn, die bereits bei den Kantonsratswahlen das beste Resultat in der Gemeinde erreicht habe. Auch bei den Nationalratswahlen kandidierte sie für die Jungen Grünen und holte 5180 Stimmen. Zudem sitzt in Dachsen mit Daniel Schmid ein Grüner im Gemeinderat.

BDP – Trüllikon

Judith Waser. Bild: Melanie Duchene

Für die BDP war es am Sonntag ein schwieriger Wahltag, ausser in Trüllikon. Die Partei holte dort mit 6,99 Prozent kantonsweit das beste Resultat. Vermutlich liegt das auch an Judith Waser. Die Trülliker Gemeinderätin kandidierte für den Nationalrat auf der BDP-Liste auf Platz 3 und konnte diesen halten. In der Region ist sie vor allem bekannt, weil sie das berühmte Kürbisfest in Rudolfingen mitbegründete und bis heute im Organisationsteam dabei ist. Dieses erfolgreiche Engagement dürfte ihr zusätzliche Stimmen eingebracht haben.

Erstellt: 21.10.2019, 14:58 Uhr

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