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Roller-Pionier Segway rollt aus

Knapp zwei Jahrzehnte belächelt und bestaunt: Der Mikromobilitäts-Pionier Segway ist alt geworden. Nun wird er eingestellt.

Touristen auf Segways beim Zürcher Bürkliplatz: Mitte Juli soll das letzte Exemplar in den USA produziert werden.
Touristen auf Segways beim Zürcher Bürkliplatz: Mitte Juli soll das letzte Exemplar in den USA produziert werden.
Foto: Urs Jaudas

Segway stellt die Produktion seines Einachs-Scooters ein. Der selbst balancierende «Personal Transporter» ist zwar weltweit berühmt, Verkaufserfolge konnte er jedoch nie einfahren. Mitte Juli soll laut US-Medienberichten das letzte Exemplar die Fabrik im US-amerikanischen New Hampshire verlassen. Zuerst hatte die Zeitschrift «Fast Company» über das Aus für das Mikromobil berichtet.

Seit dem Debüt des Segway PT im Jahr 2001 wurden weltweit rund 140000 Einheiten verkauft. Geplant war aber allein ein Jahresabsatz in sechsstelliger Höhe. Die geringe Nachfrage dürfte auch am hohen Preis liegen, der zum Start bei rund 5000 US-Dollar lag und auch anschliessend kaum sank. In der Schweiz kostet ein neuer Segway i20 noch immer rund 9500 Franken. Als Kunden kamen daher fast nur Unternehmen und Behörden infrage, eingesetzt wurde der E-Scooter etwa für Touristentouren oder als Dienstfahrzeug bei Polizei und Sicherheitsdiensten. Dazu kommt eine gewachsene Konkurrenz an anderen Elektro-Kleinstfahrzeugen, die häufig billiger, praktischer und einfacher zu fahren sind.

Bereits seit 2015 gehört die Segway Inc. dem chinesischen Start-up Ninebot. Das Unternehmen will sich nun auf modernere E-Roller sowie andere Mikromobile konzentrieren. Darunter sind auch Hoverboards mit der Selbstbalancierungstechnik aus dem «Personal Transporter». So gesehen lebt das skurrile Einachsmobil auch nach seinem Produktionsende weiter. (lab)