Zum Hauptinhalt springen

Organisation wird umgekrempeltRuag Space streicht bis zu 100 Stellen

Der Abbau wird in Österreich, Schweden und der Schweiz durchgeführt. Wie viele Mitarbeitende in der Schweiz an den Standorten Nyon, Emmen und Zürich betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt.

Ruag Space will die Entwicklung hin zu einer schlankeren Organisation beschleunigen: Fertigung von Teilen für eine Ariane-Rakete in Zürich.
Ruag Space will die Entwicklung hin zu einer schlankeren Organisation beschleunigen: Fertigung von Teilen für eine Ariane-Rakete in Zürich.
Foto: Nicola Pitaro

Die Raumfahrtsparte des Luft- und Raumfahrtkonzerns Ruag krempelt angesichts der Krise die Organisation um. Dies hat einen Abbau von bis zu 100 Stellen der weltweit 1'300 Arbeitsplätze bis Ende Jahr zur Folge, wie die Ruag am Dienstag bekannt gab.

Der Abbau werde an den Standorten in Österreich, Schweden und der Schweiz durchgeführt. «Es ist noch nicht klar, wie viele Mitarbeitende betroffen sein werden, da ein Teil der Kürzungen durch natürliche Fluktuation und Pensionierungen erfolgen wird. Wo immer möglich, werden Anschlussmöglichkeiten innerhalb und ausserhalb des Ruag Konzerns gesucht», hiess es weiter.

In der Schweiz gelte für allfällige Entlassungen der Sozialplan des Unternehmens. Derzeit laufe ein interner Prozess, um die spezifischen Auswirkungen pro Land zu definieren, schrieb die Ruag weiter.

Verzögerungen auch wegen Pandemie

Die einschneidenden Massnahmen seien erforderlich. Denn die Profitabilität sei gesunken, weil es bei verschiedenen Raumfahrtprogrammen zu Verzögerungen gekommen sei, welche durch die Coronapandemie noch verschärft worden seien, schrieb die Ruag. Deshalb müsse Ruag Space die Entwicklung hin zu einer schlankeren Organisation beschleunigen und überlappende Ressourcen abbauen.

Die bestehende Matrix-Organisation habe sich in der veränderten Marktsituation als zu komplex und nicht agil genug erwiesen. Sie solle ab dem dritten Quartal durch die neue Organisation ersetzt werden, die flacher sei. Im Kern seien es zwei Geschäftseinheiten, die für das Management grosser Raumfahrtprogramme für Satelliten und Trägerraketen zuständig seien.

Daneben gebe es globale Querschnittsfunktionen, mit denen die Ruag durch einheitliche und globale Prozesse das volle Potenzial ausschöpfen wolle. Die weiterentwickelte, weltweit ausgerichtete Organisation für Grosskunden und Vertrieb solle für noch mehr Kundennähe und Wachstum sorgen. Eine neue Einheit Geschäftsentwicklung & Strategie solle dem angestrebten Wachstum insbesondere in den USA in den kommenden Jahren weiteren Schwung verleihen, schrieb die Ruag.

SDA

1 Kommentar
    Sacha Meier

    Die Ruag AG (als Ganzes) ist eigentlich ein Konzern, der nach China gehört. Vielleicht noch Südkorea. Dort (und nur dort) gibt man noch etwas auf Technologie. Schliesslich leben diese Länder ja von der innovativen Güterproduktion. Selbst kleine KMU haben da noch eine Chance. In den modernen, westlichen, postindustriellen Konsumdienstleistungswirtschaftsbespassungsgesellschaften hat so etwas schlicht keinen Platz mehr. Weder finanziell, noch ideell. Darum wäre der Bundesrat gut beraten, die Ruag AG der Syngenta AG nachzuschieben. Und das möglichst rasch. Ab 2026, sobald China sein Weltreich hochzuziehen gedenkt, gibt es nichts mehr dafür. Dann holt sich das Land jede Technologie die es will. Und wer nicht spurt, bekommt dann keine chinesischen Güter mehr, bzw. darf nicht nach China liefern. Die neue, embargofeste planetare Seidenstrasse für USD 3 Bio. macht das möglich. Und den Elchtest hat das Steuerungssystem mit Australien schon bestanden. Bekanntlich hat das Land den Widerstand gegen die politische Mitsprache aufgegeben.