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Wintereinbruch hält Polizei und Feuerwehr auf Trab

Der starke Schneefall hat am Freitagmorgen vor allem in erhöhten Lagen für teils prekäre Verhältnisse auf den Strassen gesorgt. Der Hirzelpass bleibt bis am Abend gesperrt.

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Der Winter hat am Freitagmorgen nochmals mit aller Kraft zugeschlagen. Bereits in leicht erhöhten Lagen oberhalb von 450 Meter bildete sich verbreitet eine Schneedecke. Oberhalb von 600 bis 700 Meter sind teilweise 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee zusammengekommen.

Problematisch war die Lage vor allem in der Zimmerberg-Region.

Die Hirzelpassstrasse ist zwischen Hirzel und Sihlbrugg seit dem frühen Morgen für den Verkehr gesperrt. Gemäss Augenzeugenberichten neigten sich am frühen Morgen unzählige Bäume unter der Schneelast über die Strasse. Viele Äste knickten ab und unter dem Gewicht des nassen Schnees stürzten sogar Bäume um.

Bäume müssen vom Schnee befreit werden

Diese gefährliche Situation machte einen Grosseinsatz der Stützpunktfeuerwehr Horgen-Hirzel nötig. Wie Einsatzleiter Guido Schnyder auf Anfrage sagt, mussten viele Bäume entlang der Fahrbahn vom Schnee befreit werden. Dazu wurden Drahtseile und Drehleitern eingesetzt. «Teilweise entfernten wir beschädigte Äste aus Sicherheitsgründen auch mit der Kettensäge», sagt Schnyder. Die Aufräumarbeiten werden wegen des vielen angefallenen Bruchholzes auf der Strasse noch bis in den späten Freitagabend hinein andauern.

Die Pass-Strasse bleibt deshalb gemäss Feuerwehr bis mindestens Freitagabend, 18 Uhr gesperrt. Der Transitverkehr wurde gemäss Guido Schnyder bereits am Morgen bei den Autobahnausfahrten Horgen und Wädenswil gestoppt und umgeleitet. Am Nachmittag wurde die Sperrung bei der Autobahnausfahrt Horgen dann aufgehoben. Weiter als bis zur Hanegg werden Privatfahrzeuge aber nicht vorgelassen.

Die Autofahrer werden gebeten, das Gebiet «weiträumig zu umfahren».

Wegen Schneebruchgefahr war am Morgen auch die Sihltalstrasse zwischen Langnau und Sihlbrugg während rund zwei Stunden gesperrt. Diese Sperrung konnte gemäss Kantonspolizeisprecher Ralph Hirt mittlerweile wieder aufgehoben werden.

April-Schneerekord in der Ostschweiz

Der Wintereinbruch hat auch auf den St. Galler Strassen teils für prekäre Verhältnisse gesorgt. Die Kantonspolizei St. Gallen schreibt in einem Medienbulletin von «Chaos auf den Strassen». Noch nie sei in der St. Gallen nach Mitte April so viel Schnee gefallen, meldete SRF Meteo auf Grund von Messdaten, die bis 1959 zurückreichen. Auch für diesen Winter seien die gemessenen 26 Zentimeter ein Rekord.

Nach 6 Uhr wurden die ersten Unfälle der kantonalen Notrufzentrale gemeldet. Es folgten unzählige weitere Meldungen. Betroffen waren insbesondere die Region St. Gallen und die Autobahn Rheineck – Wil sowie die Gegenrichtung. Weniger betroffen war das Linthgebiet – obwohl auch dort viel Schnee vom Himmel kam.

Bis zum Mittag wurden rund 30 Verkehrsunfälle polizeilich rapportiert. Darunter sind mehrere Kollisionen bei denen jeweils zwei Autos beteiligt waren. In Waldkirch waren drei Autos und in Wittenbach vier Autos in einen Unfall involviert. Verschiedene Strassen mussten vorübergehend gesperrt werden. Die Kantonspolizei St.Gallen wurde dabei durch Feuerwehren mehrerer Gemeinden unterstützt.

Schäden von über hunderttausend Franken

Die Unfallursache sei vielerorts auf das Nichteinhalten der Geschwindigkeiten an die Strassenverhältnisse zurückzuführen, schreibt die Polizei. Mehrere Autos waren mit Sommerpneus ausgerüstet. Verschiedentlich wurden bei den Unfällen auch Strasseneinrichtungen, wie Verkehrsinseln oder Leitplanken, beschädigt. Die diesbezügliche Schadenssumme könne derzeit nicht abgeschätzt werden. Bei den polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfällen beläuft sich die Schadenssumme auf weit über hunderttausend Franken.

Die Polizei fordert die Automobilisten dazu auf ihre Fahrweise den Strassenverhältnissen anzupassen.

Für Probleme sorgte der Schnee auch am oberen Zürichsee. Am frühen Morgen fiel in Wollerau der Strom für rund eine Stunde aus. Das Elektrizitätswerk Höfe bestätigte eine entsprechende Meldung von 20 Minuten. Demnach waren 20 Trafostationen und 2000 Kunden betroffen. Entstanden war der Unterbruch wegen eines Schneelastabwurfs, der eine Freileitung ausser Betrieb setzte.

Im Verlauf des Nachmittages entspannte sich die Lage langsam. In dem voralpennahen Streifen zwischen Zugerland, Zimmerbergregion, Obersee, Toggenburg und Bodensee wird es zwar bis in den Abend hinein weitere Niederschläge geben. Die Intensität lässt aber nach und die Schneefallgrenze steigt deutlich an. (landbote.ch)

Erstellt: 28.04.2017, 16:06 Uhr

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