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Fallzahlen gehen zurückNun sinken die Corona-Neuinfektionen auch in Schweden

Die Zahl der neuen Corona-Fälle geht im skandinavischen Land zurück. Es ist zu erwarten, dass der Bund Schweden wieder von der Risikoliste streicht.

Social Distancing in Stockholm: Der Alleingang Schwedens beim Kampf gegen die Pandemie ist immer noch umstritten.
Social Distancing in Stockholm: Der Alleingang Schwedens beim Kampf gegen die Pandemie ist immer noch umstritten.
Foto: Stina Stjernkvist (AP/Keystone)

In Schweden scheint sich die Pandemie-Lage wieder zu stabilisieren. Das skandinavische Land, das punkto Corona-Bekämpfung einen eigenen Weg in Europa ging und keinen Lockdown verhängte, verzeichnet zwar immer noch mehr Tote pro 100’000 Einwohner (54,1) als etwa die Schweiz (20), aber die Kurve der Todesfälle zeigt mittlerweile deutlich nach unten.

«In der letzten Woche meldete Schweden im Schnitt knapp 15 Todesfälle am Tag. Ende April waren es durchschnittlich über 100», hält das Onlineportal watson fest. Auch die täglichen Fallzahlen würden zurückgehen, heisst es weiter. Die Regierung in Stockholm würde auch viel Geld ins Testen investieren.

Deutschland hat bereits auf die positive Wende reagiert. Das Auswärtige Amt gab bekannt, dass es die Reisewarnung für Schweden aufhebt. «Nachdem die Zahlen der schwer Erkrankten und der Todesfälle deutlich zurückgegangen sind, blieb die Zahl der Neuinfizierten im Juni konstant hoch, sinkt aber seit Anfang Juli kontinuierlich bei weiterhin hohem Testniveau», schreibt die Behörde auf ihrer Website. Das bedeutet unter anderem, dass deutsche Feriengäste nach ihrer Rückkehr aus Schweden nicht mehr in Quarantäne müssen.

Die Warnung der Gesundheitsministerin

Die Schweizer Behörden sehen das im Moment anders als ihre Amtskollegen in Berlin. Schweden bleibt auf der Liste der Risikogebiete des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Mit anderen Worten: Die zehntägige Quarantäne ist Pflicht für Schweizer Feriengäste im skandinavischen Land.

Bei der Übersicht des Bundes mit den Risikoländern auf srf.ch ist das Land mit 6800 Fällen in den letzten 14 Tagen markiert, aber mit klarer Abwärtstendenz. Es ist durchaus möglich, dass das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Bern die Reisewarnung für Schweden Anfang August aufheben wird, wenn es unter die kritische Schwelle von 60 neuen Fällen pro 100’000 Einwohner innert 14 Tagen fällt.

Bei allem Optimismus darf die Problematik des unberechenbaren Coronavirus nicht ausser Acht gelassen werden. So weist «Watson» darauf hin, dass die schwedische Gesundheitsministerin Lena Hallengren letzte Woche erklärte, dass die Gefahr noch nicht vorbei sei. Das Land bereite sich wie andere Nationen auch auf eine zweite Welle vor.

Die Lage stabilisiert sich: Schwedens Gesundheitsministerin Lena Hallengren während einer Medienkonferenz in Stockholm.
Die Lage stabilisiert sich: Schwedens Gesundheitsministerin Lena Hallengren während einer Medienkonferenz in Stockholm.
Foto: Sören Andersson (AP/Keystone)
64 Kommentare
    Paul Weder

    Das ist nicht möglich. Da stecken klar statistische Tricks dahinter. Das hat man bereits bisher schon angewendet, und wendet es weiterhin an. Man will einfach um jeden Preis die Fallzahlen nach aussen senken, und benutzt dafür alle nur möglichen Tricks. Der Schwedischen Regierung kann man nicht vertrauen. Export und Tourismus sind ihnen wichtiger als Menschenleben. Hoffentlich merken das unsere Experten und geben korrekte Empfehlungen ab.