Bischof zeigt pensionierten Priester wegen sexuellen Missbrauchs an

Ein heute 78-jähriger Priester aus dem Bistum St. Gallen hat in den Jahren 1987 bis 1996 einen minderjährigen Knaben sexuell missbraucht. Erst Jahrzehnte später meldete sich das Opfer.

Im Bistum St. Gallen arbeitet seit 2002 ein Fachgremium gegen sexuelle Übergriffe: Blick auf die Stiftskirche in St. Gallen. Foto: Keystone

Im Bistum St. Gallen arbeitet seit 2002 ein Fachgremium gegen sexuelle Übergriffe: Blick auf die Stiftskirche in St. Gallen. Foto: Keystone

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Bischof Markus Büchel habe im April vom Fachgremium gegen sexuelle Übergriffe des Bistums von den Verbrechen erfahren und umgehend Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, heisst es in einer Mitteilung des Bistums vom Mittwoch. «Dies obwohl die Tat verjährt ist und als solche nicht mehr gerichtlich verfolgt werden kann.»

Gleichzeitig habe der Bischof Anzeige in Rom erstattet, wo ein kirchenrechtliches Verfahren eröffnet wurde, da die Tat auch nach kirchlichem Recht eine Straftat darstelle. Das Opfer war zum Zeitpunkt der ersten Taten 13 Jahre alt. Der Priester hat die damaligen sexuellen Übergriffe gegen den heute 46-jährigen Mann zugegeben.

Keine weiteren Opfer bekannt

Es haben sich keine weiteren Opfer gemeldet. Dem pensionierten Priester, der bis im vergangenen April noch regelmässig in der Region Goldach SG aushalf, wurde jede seelsorgerliche Tätigkeit untersagt. «Er bereut sein Handeln zutiefst», heisst es. Bis zum Zeitpunkt der Meldung durch das Fachgremium habe es keine Anzeichen für ein Fehlverhalten des Priesters gegeben.

Das Opfer wird über das Fachgremium betreut und weiter begleitet. Bischof Markus Büchel hat in den vergangenen Wochen persönlich mit ihm gesprochen. «Der Bischof ist tief betroffen über den Missbrauch durch einen Priester aus dem Bistum St. Gallen. Er hat das Opfer als Vertreter der Kirche um Verzeihung gebeten.»

Im Bistum St. Gallen arbeitet seit 2002 ein Fachgremium gegen sexuelle Übergriffe, an welches sich Opfer wenden können. Zugrunde liegt ein Schutzkonzept. Besonders in den Bereichen Prävention und Sensibilisierung würden laufend Massnahmen umgesetzt, heisst es im Communiqué. (step/sda)

Erstellt: 28.08.2019, 10:03 Uhr

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