Die Überflieger, die Frauen, die Abgewählten und die Jungen

Noch nie sind so viele Jungpolitiker ins Parlament eingezogen, noch nie wurden so viele Bisherige abgewählt. Die wichtigsten Verschiebungen.

Erhielt noch mehr Stimmen als Roger Köppel: SVP-Präsident Albert Rösti ist nationaler Stimmenkönig. (19. September 2019) Bild: Peter Schneider/Keystone

Erhielt noch mehr Stimmen als Roger Köppel: SVP-Präsident Albert Rösti ist nationaler Stimmenkönig. (19. September 2019) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Auch wenn die SVP am Sonntag Federn lassen musste: Ihr Präsident Albert Rösti ist landesweiter Stimmenkönig der Nationalratswahlen. 128'252 Stimmen konnte er auf sich vereinen – mehr als die bestgewählten Nationalräte im bevölkerungsreichsten Kanton Zürich.

Im Kanton Zürich erhielt Roger Köppel (SVP) mit 121'098 die meisten Stimmen. Rösti ist einer von zwei Bernern, der die Zürcher schlagen konnte. Auch der hinter ihm platzierte Berner Werner Salzmann hatte mit 120'973 etwas mehr Stimmen als der zweitplatzierte Zürcher Gregor Rutz mit 120'722 Stimmen.

Die fünf weiteren Berner SVP-Vertreter holten in absoluten Zahlen weniger Stimmen als die gewählten Zürcher SVP-Vertreter. Andreas Aebi kam als Drittplatzierter auf noch 104'955 Stimmen.

In der Zürcher Nationalratsdelegation sind die SVP-Vertreter die unangefochtenen Stimmenkönige. Alle zehn Gewählten erhielten mehr Stimmen als sämtliche anderen Kandidierenden. Köppel war vor vier Jahren in Zürich wie auch national Stimmenkönig, holte am Sonntag aber rund 50'000 Stimmen weniger als 2015.

Tauchte im Kanton Zürich weit oben unter lauter SVP-Vertretern auf: SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. (Archivbild) Bild: Alessandro della Valle/Keystone

Alle in Zürich gewählten SVP-Vertreter landeten plus minus auf ihrem Startplatz der Liste. Das heisst, dass die meisten SVP-Wählerinnen und -Wähler die Liste unverändert einwarfen. In Bern dagegen hatte Sieger Albert Rösti auf dem sechsten Listenplatz kandidiert und Salzmann auf dem siebten.

Grüne hinter Berner SVP

Die Gewählte mit der besten Stimmenzahl einer anderen Partei ist in Zürich mit 109'992 Stimmen SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Sie erhielt genau drei Stimmen weniger als der «schlechteste» SVP-Nationalrat Martin Haab.

In Bern geht der Platz hinter der SVP an die Grünen. Ihre bisherigen Nationalrätinnen Regula Rytz mit 93'747 und Aline Trede mit 69'964 Stimmen platzierten sich vor Nadine Masshardt, der bestgewählten SP-Nationalrätin. Und sie schlugen auch Christa Markwalder, die für die FDP die höchste Stimmenzahl (66'264 Stimmen) geholt hatte.

Überdurchschnittlich viele abgewählt

31 amtierende Nationalratsmitglieder haben von der Wählerschaft einen Korb bekommen. Das sind leicht mehr als bei den drei letzten Wahlen, als jeweils etwa zwei Dutzend abgewählt wurden. Unter den Entlassenen sind so bekannte Namen wie der doppelte Bundesratskandidat Jean-François Rime und die beiden Dienstältesten Maximilian Reimann und Luzi Stamm.

Die Nationalrätinnen haben ihre Sache in der vergangenen Legislatur offenbar gut gemacht: nur vier wurden abgewählt. Das sind 13 Prozent, weit weniger als der (bisherige) Frauenanteil im Nationalrat von 32 Prozent.

Nach 20 Jahren im Nationalrat: CVP-Politikerin Kathy Riklin wurde abgewählt. (Archivbild) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Die Parteizugehörigkeit der Abgewählten verteilt sich ungefähr so wie die Verluste ihrer Parteien: Die SVP schwingt mit acht Abgewählten obenaus, gefolgt von der SP mit sechs und der FDP mit fünf. Bei der glücklosen BDP müssen drei Nationalräte und eine Nationalrätin ihren Sitz räumen, ebenso bei der CVP. Komplettiert wird die Streichliste von einem MCR-Nationalrat und einer Lega-Nationalrätin – plus den beiden «Übrigen» Reimann und Stamm.

Das Ex-SVP-Duo gehört zu den bekanntesten Politikern des Landes: Reimann war schon 15 Jahre TV-Journalist, ehe er 1987 Nationalrat wurde. 1995 bis 2011 sass er in der kleinen Kammer, danach kehrte er in den Nationalrat zurück. Nachdem der 77-Jährige – wie der ebenfalls abgewählte Luzi Stamm – von der SVP nicht mehr aufgestellt worden war, tat er einen eigenen Laden auf, eine Liste 65 . Dieser hat es nun wie vermutet nicht gelangt.

Fettnäpfchen

Ähnlich sein zehn Jahre jüngerer Parteikollege Luzi Stamm, der seit 1991 im Nationalrat sass. Er stieg – ebenfalls im Aargau – mit einer «LS – Luzi Stamm» betitelten Liste 13 ins Rennen. Sie brachte ihm kein Glück. Letzteres hatte er im Vorfeld der Wahlen ohnehin etwas strapaziert, unter anderem mit einer vierseitigen Wahlbeilage, in der er die verstorbenen Hilfswerksgründer Beat Richner und Margrit Fuchs als seine Referenzen angab.

Eine Retourkutsche war es auch, welche den Waadtländer CVP-Nationalrat Claude Béglé aus der grossen Kammer herausgefahren hat: Seine verherrlichenden «Schönwetterberichte» aus den Ferien in Nordkorea hat die Wählerschaft offenbar nicht gut aufgenommen.

Machte mit Drogenbesitz und einem Millionen-Koffer Schlagzeilen: Auch der Aargauer SVP-Politiker Luzi Stamm wurde abgewählt. (Archivbild) Bild: Peter Schneider/Keystone

Mit dem Zürcher SVP-Nationalrat Claudio Zanetti muss ein weiterer leidenschaftlicher Twitterer den Hut nehmen. Er postulierte in dem sozialen Medium unter anderem: «Grün kann nur wählen, wer überzeugt ist, dass er zu einem selbstverantwortlichen (sic!) Leben nicht in der Lage ist.»

Grosse Kantone – viele Abgewählte

Zanetti ist mit seinem Schicksal im Kanton nicht allein: Sein Los teilen auch Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler (FDP), der mit der «No Billag»-Initiative nationale Bekanntheit erlangte, sowie Rosmarie Quadranti von der BDP und die SP-Nationalräte Martin Naef und Thomas Hardegger. Das Aus kam auch für CVP-Politikerin Kathy Riklin, die auf der CSV-Liste antrat.

Wie in Zürich mussten auch in Bern zwei SP-Nationalräte über die Klinge springen: Corrado Pardini und Adrian Wüthrich. Auch der Bernjurassier Manfred Bühler (SVP) sowie Heinz Siegenthaler von der BDP haben von der Wählerschaft den Schuh bekommen.

Ebenfalls zu den Abgewählten gehört der Zürcher Unterländer SP-Politiker Thomas Hardegger. Bild: Anthony Anex/Keystone

Während für die Kantone Zürich und Bern mit ihren 35 respektive 24 Nationalratssitzen vier bis sechs Abgewählte normal sind, traf den Kanton Graubünden schier der Schock: Gleich zwei Nationalräte wurden abgewählt, dabei hat der Kanton nur fünf Sitze. Heinz Brand, seit 2011 für die SVP im Nationalrat, hätte diesen übernächstes Jahr präsidieren sollen. Daraus wird jetzt nichts. Schluss auch für Duri Campell: Ohne ihn ist die Bündner BDP im Bundesparlament nicht mehr präsent. Einen weiteren Nationalrat verlor die BDP mit dem Aargauer Bernhard Guhl.

Vermeintlich sattelfeste SVP-Räte

Einen Schock, fast so heftig wie derjenige Graubündens, erlebte der Kanton Glarus: Der 35-jährige Grüne Mathias Zopfi verdrängte den SVP-Nationalrat Werner Hösli.

Schmerzlich war die Abwahl wohl auch für den Freiburger Jean-François Rime, 16 Jahre lang Nationalrat und SVP-Bundesratskandidat 2010 und 2011. Gleich lang war auch sein Luzerner Parteikollege Felix Müri in der grossen Kammer zu Hause. Enttäuscht ist auch Sebastian Frehner von der SVP Basel-Stadt: Er will sich nun aus der aktiven Politik zurückziehen.

Weitere Abgewählte sind aus St. Gallen Thomas Müller und Barbara Keller-Inhelder, beide SVP und Thomas Ammann (CVP), aus dem Thurgau Hansjörg Brunner (FDP), aus Solothurn Philipp Hadorn (SP), aus der Waadt sein Parteikollege Nicolas Rochat Fernandez und der FDP-Nationalrat Laurent Wehrli, Peter Schilliger aus Luzern (FDP), Roberta Pantani von der Lega Tessin, Thomas Egger (CVP) aus dem Wallis, Philippe Bauer (FDP) aus Neuenburg sowie Roger Golay vom Mouvement citoyens genevois.

Nationalrat so jung wie nie zuvor

Die Schweiz hat am Sonntag ein so junges Parlament wie noch nie in den vergangenen Jahrzehnten gewählt. Das Durchschnittsalter der Nationalrätinnen und Nationalräte liegt bei 49 Jahren. Der Jüngste ist 25 Jahre alt – der Älteste 72.

Die grosse Kammer wird laut einer Auswertung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Basis der Zahlen des Bundesamtes für Statistik BFS von der Nacht auf Montag etwas jünger. Das neue Durchschnittsalter im Nationalrat beträgt demnach genau 49,0 Jahre. Vor vier Jahren lag das Alter aller 200 Mitglieder der grossen Kammer im Schnitt noch bei 50,3 Jahren.

Andri Silberschmidt ist der jüngste frisch gewählte Nationalrat. (Archivbild) Bild: Manuel Lopez/Keystone

Das Alter des durchschnittlichen Ratsmitglieds veränderte sich in den letzten vierzig Jahren allerdings nicht markant. So tief wie im neu gewählten Parlament war es aber noch nie.

Die Verjüngung geht unter anderem auf die Wahlerfolge von Grünen und Grünliberalen zurück: Mit im Schnitt 44,8 Jahren sind die Ratsmitglieder der Grünen die jüngste Gruppe im Nationalrat. Auch die Fraktionen von SP (47,1 Jahre) und GLP (48,0) sind überdurchschnittlich jung. Die Bürgerlichen Fraktionen von SVP (49,6) und FDP (50,6) ziehen den Altersdurchschnitt dagegen nach oben. Die «älteste» Fraktion ist die CVP mit einem Durchschnittsalter ihrer Mitglieder von 51,8 Jahren.

Unter-30-Jährige mit sieben Ratsmitgliedern untervertreten

Das jüngste Ratsmitglied mit 25 Jahren ist der Neuling und FDP-Politiker Andri Silberschmidt aus dem Kanton Zürich. Der frühere Präsident der Jungfreisinnigen setzte sich in seiner Heimat etwa gegen Parteikollegen und Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler durch. Der älteste Nationalrat ist der 72-jährige Bisherige Jean-Pierre Grin von der Waadtländer SVP. Der Landwirt sitzt seit 2007 in der grossen Kammer.

Fast verdoppelt im Rat hat sich die Zahl der Unter-30-Jährigen. Vor vier Jahren waren es gerade mal vier Parlamentarier – neu sind es sieben. Weiterhin die grösste Altersgruppe bildet jene der 50- bis 59-Jährigen mit insgesamt 74 (bisher 76) Ratsmitgliedern.

Ein Vergleich der Altersverteilung im Rat mit derjenigen in der Schweizer Bevölkerung ab 18 Jahren zeigt, dass aber weiterhin sowohl die 18- bis 30-Jährigen wie auch die über 70-Jährigen Einwohner im Parlament durch Personen ihres Alters kaum vertreten sind.

30 Prozent mehr Frauen im Nationalrat

Der Frauenanteil im Nationalrat ist um rund 30 Prozent gestiegen. Wurden 2015 noch 64 Nationalrätinnen gewählt, waren es dieses Jahr 84. 1971, im Jahr der Einführung des Frauenwahlrechts, gab es 11 Nationalrätinnen.

1975, als zum zweiten Mal Frauen in den Nationalrat gewählt wurden, schafften es dann 15 in die Volksvertretung mit 200 Köpfen.

2019 ist der Frauenanteil überdurchschnittlich gestiegen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) aufzeigt. Er liegt im Nationalrat neu bei 42,0 Prozent gegenüber 32 Prozent in der auslaufenden Legislatur. Das ist in Prozentpunkten ein weit stärkerer Anstieg als im Durchschnitt der letzten Wahlen.


Helvetia hat gerufen – und gewonnenIm Parlament haben die Frauen stark zugelegt. Von ihrem Ziel, der Hälfte der Macht, sind sie aber noch weit weg.


Der Zahl der Frauen im Parlament stieg seit den Eidgenössischen Wahlen 2003 um jeweils 3 bis 4 Prozentpunkte. Nur 2011 wurde eine Frau weniger gewählt als in der vorangegangenen Legislatur. Bereits vor vier Jahren hatte der Frauenanteil mit sechs Sitzen so stark zugelegt wie seit 1995 nicht mehr.

«Frauen haben gewonnen»

Zu verdanken ist der Quantensprung beim Frauenanteil im Nationalrat nach Auffassung der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (EFK) auch dem Frauenstreik vom Juni. Wie Kommissionspräsidentin Yvonne Schärli am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, hat sich der Einsatz für das Frauenthema auf breiter Ebene gelohnt, endlich seien Frauen in der Schweizer Politik besser vertreten.

Die Kommission habe seit März 2018 mit der überparteilichen Kampagne «halbe-halbe» auch die Basis mobilisiert. Dass die Kampagne gewirkt hat, zeigt laut Schärli auch der Frauenstreik, an dem sich alle grossen Frauendachverbände beteiligt haben. Laut Schärli konnte das Thema Frauen in der Politik dadurch «in die Breite wachsen». Es sei nicht mehr nur als linke Thematik wahrgenommen worden.

Frauenanteil links und rechts erhöht

Dies widerspiegelt auch die Auswertung von Zahlen des BFS. Der Frauenanteil stieg im Vergleich zu den Wahlen 2015 links und rechts im politischen Spektrum. Satte 14,5 Prozentpunkte konnten die Frauen bei der FDP zulegen (von 21,2 auf 35,7 Prozentpunkte). Einen grossen Sprung konnte auch die SVP mit rund einem Drittel mehr gewählten Frauen verzeichnen (2015: 16,9 Prozentpunkte; 2019: 24,5 Prozentpunkte).


Das ist das neue ParlamentWer hat es ins neue Parlament geschafft? Wir zeigen alle 200 Nationalräte sowie die bereits gewählten Ständeräte inklusive Kurzbiografien in der grossen interaktiven Übersicht.


Mit rund einem Drittel stieg der Frauenanteil auch bei der Grünen Partei (von 45,5 auf 60,7 Prozentpunkte). Leicht stieg der Frauenanteil auch bei der SP (plus 6 Prozentpunkte) und der GLP (7,1 Prozentpunkte). Bei der CVP und EVP hingegen sank der Anteil Frauen um 5,3 respektive 33,3 Prozentpunkte.

EVP und SP mit zwei Drittel Frauen

Die SP hat gemäss BFS mit 25 Frauen gegenüber 14 Männern nach der EVP – diese hat zwei Nationalrätinnen und einen Nationalrat – prozentual den grössten Frauenanteil (64,1 Prozent). Dahinter folgen die Grünen, die 17 Frauen und elf Männer in den Nationalrat senden (Frauenanteil: 60,7 Prozent).

Bei den Grünliberalen ist das Bild mit je acht Sitzen pro Geschlecht ausgewogen. Bei den anderen bürgerlichen Parteien überwiegen die Männer. Lediglich 13 der 53 SVP-Nationalratsmitglieder sind Frauen. Das ergibt einen Frauenanteil von 24,5 Prozent. Die FDP sendet 18 Männer und 10 Frauen (35,7 Prozent Frauenanteil) nach Bern.

4652 Männer und Frauen hatten für einen der 200 Nationalratssitze kandidiert. Der Frauenanteil lag bei 40 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf jene 22 Kantone, in denen es ein Anmeldeverfahren für Kandidierende gab.

International aufgeholt

Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz mit einem Frauenanteil in den Parlamenten von 41 Prozent nun unter den ersten 20 von 190 Ländern. Der Vergleich gilt nur bezogen auf den Nationalrat.

Die Podestplätze belegen mit einem Frauenanteil von 61,25 Prozent Ruanda, gefolgt von Kuba (53,22 Prozent) und Bolivien (53,08 Prozent). Die europäischen Länder mit den höchsten Frauenanteilen sind Spanien (47,43 Prozent), Schweden (47,28 Prozent) und Finnland (47,0 Prozent) auf den Rängen sechs bis acht. Das zeigt eine Statistik der Interparlamentarischen Union in Genf (Stand 1. September 2019).

Im Ständerat haben erst fünf Frauen ihre Sitze auf sicher. Nach den zweiten Wahlgängen im November könnte es bis zu elf Ständerätinnen geben. Bisher sassen in der kleinen Kammer sechs Frauen. Fünf von ihnen haben sich allerdings nicht mehr zur Wahl gestellt.

Wahlbeteiligung tiefer als 2015

An den Nationalratswahlen vom Sonntag haben sich weniger Personen als vor vier Jahren beteiligt. Die Quote betrug diesmal 45,1 Prozent. Die Beteiligung ging damit im Vergleich zur Parlamentswahl im Jahr 2015 um 3,4 Prozentpunkte zurück.

Die Wahlbeteiligung in der Schweiz ging damit nach einer Stabilisierung bei den Wahlen 2007 und 2015 nun erneut zurück, wie aus den vom Bundesamt für Statistik BFS publizierten Schlussergebnissen in der Nacht auf Montag hervorgeht.

Hier werden Stimmzettel kontrolliert. (Archivbild) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

In allen Kantonen des Landes mit Ausnahme von Appenzell Innerrhoden gingen bei der aktuellen Wahl im Vergleich mit vor vier Jahren weniger Wähler an die Urnen. Im Halbkanton Appenzell Innerrhoden wurden 12,0 Prozent mehr Personen (48,7 Prozent) mobilisiert; allerdings war vor vier Jahren die Beteiligung auf 36,7 Prozent eingebrochen. Sie erholte sich nun wieder.

Schwankung zwischen 59,7 und 38,2 Prozent

Den stärksten Rückgang verzeichnete in der französischsprachigen Schweiz der Jura mit 42,6 gegenüber 54,3 Prozent im Jahr 2015. Die Jura-Wähler hatten jedoch am selben Tag im Jahr 2015 auch noch ihre Parlaments- und Regierungsvertreter auf Kantonsebene neu bestimmt. In der Deutschschweiz verbuchte Uri mit 11,2 Prozent den grössten Rückgang und kam auf 45,9 Prozent.

Von Kanton zu Kanton schwankte die Wahlbeteiligung am Sonntag stark: Am höchsten war sie mit 59,7 Prozent traditionell in Schaffhausen, wo Wahlpflicht gilt. Am tiefsten lag der Wert in Genf mit 38,2 Prozent.

Politologen hielten im Vorfeld eine nationale Wahlbeteiligung von 50 Prozent möglich. Dies, weil im Vorfeld etwa die Klimabewegung oder der Frauenstreik zahlreiche Menschen politisch mobilisierten.

(oli/sda)

Erstellt: 21.10.2019, 07:43 Uhr

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