Habicht rupft Möwe bei lebendigem Leib

Im zürcherischen Neeracherried hat eine Lachmöve eine Viertelstunde lang um ihr Leben gekämpft. Ein Fotograf hielt das Spektakel fest.

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Ein Hobbyfotograf hat den Todeskampf einer Möwe auf gestochen scharfen Bildern festgehalten. Ihr Peiniger, ein Habicht, griff aus dem Hinterhalt an.

«Die Möwe schrie fürchterlich», sagt der Leserreporter. Eine Viertelstunde lang hätten die beiden Vögel gekämpft. «Der Habicht stand auf der Lachmöwe und rupfte sie bei lebendigem Leib.»

Am Anfang seien einige Bekassinen und rund hundert Möwen am Gewässer im zürcherischen Neeracherried gewesen. «Plötzlich gab es eine Aufruhr. Die Möwen flogen alle davon.» Von einer kleinen Insel kommend hörte der Naturfotograf aus Embrach ZH Schreie. Sofort brachte er sich mit Stativ und Teleobjektiv in Stellung.

Selber ein Raubtier

Die Lachmöve sei einjährig gewesen, sagt der Vogelkenner. «Man erkennt das am helleren Gefieder und am Schnabel.» Er glaubt, sie sei einen Moment lang unachtsam gewesen. Anders als etwa der Falke stürzt sich der Habicht nicht aus grosser Höhe auf seine Beute hinunter. «Der Habicht kam von einem Baum her und griff aus geringer Höhe seitlich an. Er setzte sich auf die Möwe und stach seine Krallen in sie. Die Möwe hat sich enorm gewehrt.»

Das Schauspiel haben neben ihm noch zwei weitere Besucher beobachtet. «Es ist brutal, wenn man so etwas sieht», sagt er. «Man sollte das aber nicht vermenschlichen. So ist eben die Natur. Möwen selbst sind auch Raubtiere. Oft fressen auch sie kleinere Vögel.»

Stefan Bachmann, Sprecher von Birdlife, sagt auf Anfrage: «Habichte sind Greifvögel, die darauf spezialisiert sind, andere, meist kleinere Vögel zu jagen. Sie ernähren sich denn auch hauptsächlich von Vögeln.» Im Neeracherried, dem grössten Flachmoor der Schweiz, lebe eine der wenigen Lachmöwenkolonien. «Dass eine solche Möwe von einem Habicht gefangen und gefressen wird, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Normalerweise findet aber kein langer Todeskampf statt.» Denn Habichte hätten spitze Krallen, mit denen sie ihre Beute für gewöhnlich rasch töteten. (oli)

Erstellt: 15.04.2018, 16:23 Uhr

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