«Mein Sohn musste in der Nacht notoperiert werden»

Ein Betrunkener rammte in Disentis GR mit seinem Auto eine Schülergruppe und verletzte drei 13-Jährige. Jetzt spricht der Vater eines verletzten Buben.

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Ein betrunkener Lenker hat am Mittwochabend im bündnerischen Disentis die Kontrolle über sein Auto verloren und ist in eine Gruppe 13-jähriger Skilager-Teilnehmer der Mittelschule Pregassona geschleudert. Drei Jugendliche wurden verletzt.

Der 32-jährige Bündner Lenker war um 21.30 Uhr talwärts auf der Oberalpstrasse unterwegs, als sein Fahrzeug in einer Linkskurve vor dem Sportzentrum ins Schleudern geriet, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Wagen schlitterte über die Gegenfahrbahn und auf das angrenzende Trottoir. Dort erfasste der Wagen zwei von fünf Jugendlichen des Tessiner Skilagers.

Lenker war alkoholisiert

Ein Junge erlitt bei der Kollision Brüche an beiden Beinen. Ein Mädchen wurde vom Auto ebenfalls erfasst und leicht verletzt. Ein weiteres Mädchen verletzte sich beim Sprung, als sie sich vor dem Fahrzeug retten wollte.

Bis zum Eintreffen von Ambulanzen wurden die Verletzten von ihren Kollegen, Lagerleiterinnen und zufällig anwesenden Mitgliedern der SAC Sektion Disentis versorgt. Die beiden Angefahrenen wurden danach ins Spital nach Ilanz transportiert. Das zweite Mädchen wurde ambulant behandelt.

Skilager wird fortgesetzt

Eine beweissichere Atemalkoholprobe beim Autolenker fiel positiv aus. Der Führerausweis wurde dem Mann an Ort und Stelle abgenommen und sein Fahrzeug sichergestellt. Die genauen Umstände des Unfalls werden ermittelt.

Der stellvertretende Direktor der Mittelschule, Alberto Palese, sei sofort nach dem Unfall informiert worden. «Die Schüler kehrten nach einem Abendprogramm ins Hotel zurück. Sie waren nicht allein , sondern in Begleitung des Schulpersonals.» berichtet er tio.ch. Die Verletzten befänden sich nicht in kritischem Zustand. Die Eltern wurden informiert und gingen sofort nach Disentis. Das Skilager werde trotz des Unglücks fortgesetzt.

«Unverzeihlich»

Ein Vater hat sich jetzt gegenüber tio.ch zum Unfall geäussert. Nachdem beide Beine seines Sohnes gebrochen wurden, sei dieser in der Nacht notoperiert geworden und müsse bis Ende Woche im Spital bleiben. «Psychisch geht es ihm gut, physisch weniger.» Das Schien- und Wadenbein des linken sowie das Schienbein des rechten Beins seien gebrochen worden. Er werde einen Monat lang nicht laufen können.

Der Fahrer des Fahrzeugs sei weder im Krankenhaus aufgetaucht noch habe gefragt, wie es den Kindern gehe. «Sich betrunken hinters Steuer zu setzen ist unverzeihlich. Es gibt keine Ausreden. Wenn man trinkt, fährt man nicht.» (sep)

Erstellt: 08.02.2018, 11:01 Uhr

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