So sieht Zermatt aus der Luft aus

Experten mussten im Mattertal Lawinen sprengen. Zwar ist die Gefahr gebannt – aber nur vorerst.

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Der Lawinendienst hat gestern oberhalb von Zermatt Lawinensprengungen durchgeführt. Allerdings verliefen diese nicht wie geplant. «Eigentlich hätten wir am Dienstag schon sprengen müssen», sagt Bruno Jelk dem «Walliser Boten». Wegen des Wetters sei dies aber nicht möglich gewesen.

Man habe zwar einige Lawinen gezielt auslösen können, jedoch nicht so viele, wie erwartet. Schuld daran war die nächtliche Kälte. «In der Nacht hat es die Schneemassen gefroren und brutal verfestigt», sagt der Chef des Lawinendiensts weiter.

So erlebten Leser-Reporter den extremen Schnee im Wallis. Video: Tamedia/Leser-Reporter/SDA

Gefahr droht bei Föhn und im Frühling

Anwohner des gefährdeten Hangs mussten ihre Fenster zunageln. «Die Sprengungen waren vorbereitet», sagt Jelk zu landbote.ch. «Die Fenster wurden mit fünf Zentimeter dicken Brettern gesichert.» Die Zufahrtswege zu den Liegenschaften mussten gesperrt werden. In Täsch und in St. Niklaus sind je zwei Häuser evakuiert worden.

Jelk schätzt die Bedrohung durch Lawinen derzeit als nicht sehr hoch ein. Denn die Temperaturen seien in der Nacht so tief, dass der Schnee gefriere. Und tagsüber sei die Sonneneinstrahlung noch nicht stark. Doch bei einem Föhneinbruch könnte sich das ändern – spätestens aber im Frühling.

Das Gebiet rund um St. Niklaus wird durch sehr grosse Lawinenkegel bedroht. Den Lawinenexperten schwebt vor, mit Baggern Dämme aus Schnee zu errichten. «Wahrscheinlich bleibt uns nichts anderes übrig», sagt Jelk. «Das Risiko wäre sonst zu gross.» (oli)

Erstellt: 11.01.2018, 09:39 Uhr

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