Weshalb die Unfälle in der Schweiz zugenommen haben

Die Suva hat Bilanz des Jahres 2018 gezogen. Die vielen Sonnentage haben Einfluss auf die Unfallstatistik genommen.

Wunderbares Wetter auf der Kaiseregg oberhalb des Schwarzsees FR: Beim Wandern haben die Unfälle zugenommen. (30. September 2018)

Wunderbares Wetter auf der Kaiseregg oberhalb des Schwarzsees FR: Beim Wandern haben die Unfälle zugenommen. (30. September 2018) Bild: Anthony Anex/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Schweizer Unfallversicherer Suva verzeichnete im vergangenen Jahr 474'073 Unfälle. Das sind 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Grund für den Anstieg gibt die Suva das schöne Wetter an.

Der schneereiche Winter und der sonnige Sommer führten dazu, dass im vergangenen Jahr mehr Menschen in der Schweiz die Freizeit draussen verbrachten, wie die Suva am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. Daher seien auch mehr Personen beim Wandern, Biken oder Skifahren verunglückt. Insgesamt 276'317 Freizeitunfälle seien 2018 verzeichnet worden. Das entspricht einer Zunahme gegenüber 2017 von 2,7 Prozent.

Die Anzahl Berufsunfälle und Berufskrankheiten ist ebenfalls gestiegen, allerdings um «nur» 1,9 Prozent auf 181'315 Fälle. Dieser Anstieg deckt sich nach Angaben der Suva mit der Zunahme der Anzahl Beschäftigten. Den Rückgang der Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung für Arbeitslose um 6,9 Prozent auf 16'441 Fälle führt die Suva auf den Rückgang der Arbeitslosenquote zurück.

Generell habe sich die Anzahl Berufsunfälle in den vergangenen Jahren verringert, während der Anteil der Freizeitunfälle gestiegen sei, hält die Suva fest. Heute liege das Verhältnis ungefähr bei 60 Prozent Freizeit- gegenüber 40 Prozent Berufsunfälle.

Wandern ist nicht ungefährlich

Aufgeschlüsselt nach Freizeitbeschäftigung verzeichnete die Suva rund 23'000 Unfälle beim Wandern und Spazieren, etwa 18'000 Unfälle beim Fahrradfahren und Biken, sowie knapp 14'000 Ski- und über 2400 Snowboard-Unfälle.

Vor allem von April bis September passierten deutlich mehr Freizeitunfälle. Zugenommen hat insbesondere die Zahl Unfälle beim Velofahren und Biken sowie beim Wandern und Spazieren, nämlich um jeweils 17 Prozent.

Unterschiede in den Altersgruppen

Bei den über 50-Jährigen wurden 6 Prozent mehr Unfälle verzeichnet. Diese Personengruppe ziehe es bei schönem Wetter wohl besonders häufig ins Freie, liess sich Suva-Statistiker Peter Andermatt in der Mitteilung zitieren. Bei den unter 20-Jährigen hingegen ist die Anzahl der Unfälle um 1,9 Prozent zurück gegangen.

Bei den 20- bis 29-Jährigen gab es mit einem Plus von 0,6 Prozent kaum eine Veränderung. Bei den anderen Altersgruppen stiegen die Unfallzahlen moderat, zwischen 2,0 und 4,6 Prozent.

Die Zahlen basieren auf all jenen Personen, die bei der Suva in der obligatorischen Unfallversicherung registriert sind. Rund die Hälfte aller Berufstätigen in der Schweiz und damit rund zwei Millionen Personen sind bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. (fal/sda)

Erstellt: 30.01.2019, 11:38 Uhr

Artikel zum Thema

Vier Millionen pendeln zur Arbeit

Die Schweiz ist ein Volk von Pendlern. Das untermauert die neuste Statistik des Bundes. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Blog

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!