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Bundesrat will geschlechtsneutrale Gesetze prüfen

Die Regierung will wissen, wie das Recht angepasst werden müsste, um alle Regelungen zu beseitigen, die allein an das Geschlecht anknüpfen.

Ein drittes Geschlecht kennen Schweizer Gesetze bislang nicht. (Archiv)
Ein drittes Geschlecht kennen Schweizer Gesetze bislang nicht. (Archiv)
Keystone

Der Bundesrat will prüfen, wie das Schweizer Recht so angepasst werden könnte, dass in den Gesetzesbestimmungen nicht zwischen Frauen und Männern unterschieden wird. Er beantragt dem Nationalrat, ein Postulat von Beat Flach (GLP/AG).

Dieser verweist auf die Diskussion über die Einführung eines dritten Geschlechts im Zusammenhang mit Transmenschen und Menschen mit einer Geschlechtsvariante.

Alternativ dazu könnte der Gesetzgeber auch auf einen personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrag verzichten, hält er fest. Dies habe das Bundesverfassungsgericht in Deutschland vorgeschlagen. Das Gericht war zum Schluss gekommen, dass die heutige Regelung gegen das deutsche Grundgesetz verstösst.

Zeit, die Bestimmungen zu beseitigen

Der Verzicht auf einen Geschlechtseintrag wäre aus liberaler Sicht ideal, schreibt Flach zur Begründung seines Vorstosses. Sie würde nicht nur die Diskriminierung von Personen mit einer Geschlechtsvariante stoppen, sondern auch die gesetzliche Ungleichbehandlung von Männern und Frauen verunmöglichen.

Nach wie vor gebe es viele Bestimmungen, die für Mann und Frau unterschiedliche Rechtsfolgen vorsähen, ohne dass dafür ein triftiger Grund bestehe. Es sei an der Zeit, diese Bestimmungen zu identifizieren und zu beseitigen, fordert Flach.

Beat Flach. Bild: Keystone
Beat Flach. Bild: Keystone

Bundesrat ohne Begründung

Er betont, dass damit nicht behauptet werde, zwischen den Menschen gebe es keine Unterschiede. Der entscheidende Punkt sei, dass man diesen auf andere Weise Rechnung trage – beispielsweise, indem man danach unterscheide, ob eine Person schwanger sei oder nicht.

Der Bundesrat liefert keine Begründung zu seinem am Donnerstag veröffentlichten Antrag, das Postulat anzunehmen. Im Frühjahr hatte er eine Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt, die es Transmenschen und Menschen mit einer Geschlechtsvariante erleichtern soll, ihr Geschlecht und ihren Vornamen im Personenstandsregister zu ändern.

SDA/nag

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