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Klimabewegung will Frauenstreik kopieren

Schweizer Aktivisten kooperieren neu mit den Gewerkschaften. Dass sie damit bürgerliche Unterstützer abschrecken, nehmen sie in Kauf.

Dass sie bürgerliche Wähler abschrecken könnten, nehmen die Initianten in Kauf: Klimastreik wird zum «Strike for future». Video: Keystone

Die Schweizer Klimabewegung «Strike for Future» sucht verstärkt den Schulterschluss mit den Gewerkschaften. Die Klimaaktivisten planen für den 15. Mai 2020 einen schweizweiten «Strike for Future». Vorbild ist der diesjährige Frauenstreik.

Das Ziel ist es, die Bewegung, der bisher mehrheitlich Jugendliche angehören, zu verbreitern und aktiv weitere Teile der Gesellschaft einzubinden. Um die Klimaziele zu erreichen, brauche es nämlich alle Menschen.

Den diesjährigen schweizweiten Frauenstreik zum Vorbild nehmend, sieht die Klimabewegung «die Notwendigkeit einer dezentralen Selbstorganisation der Menschen», wie junge Klimaaktivisten am Dienstag vor den Medien in Bern erklärten.

Die Schweizer Klimabewegung will, wie Lena Bühler erklärte, im nächsten Jahr den Druck auf Politik und Wirtschaft weiter erhöhen. Sie fordert für 2020 eine CO2-Reduktion um 13 Prozent und Klimagerechtigkeit sowie eine CO2-Neutralität bis 2030. Die Lösung der Klimakrise soll dabei nicht auf dem Rücken derjenigen ausgetragen werden, die bereits bisher schon wenig haben.

Zusammenarbeit mit Gewerkschaften

Um eine grosse Mobilisierung für den nationalen «Strike for Future» zu erreichen, will die Klimabewegung stärker mit Gewerkschaften zusammenarbeiten. Die Klimakrise sei unzertrennbar mit sozialen Fragen verknüpft, stellten Jonas Kampus und Jelena Filipovic fest.

Bisher wurde mit Gewerkschaften in einzelnen Regionen zusammengearbeitet. Seit Mai würden Gespräche mit Gewerkschaften geführt. Inzwischen habe man eine offizielle Anfrage an den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) für eine Zusammenarbeit beim nationalen «Strike for Future» gerichtet, erklärte Filipovic.

Wollen einen nationalen Klimasteriktag nach dem Vorbild des Frauenstreiks organisieren: Mitglieder der Arbeitsgruppe «Strike for Future» bei einer Medienkonferenz in Bern. (15. Oktober 2019) Bild: Peter Klaunzer/Keystone
Wollen einen nationalen Klimasteriktag nach dem Vorbild des Frauenstreiks organisieren: Mitglieder der Arbeitsgruppe «Strike for Future» bei einer Medienkonferenz in Bern. (15. Oktober 2019) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Die Antwort steht noch aus. Angst vor einer Vereinnahmung durch die Gewerkschaften habe man nicht, erklärte Kampus auf eine entsprechende Frage. In Deutschland habe sich gezeigt, wie erfolgreich eine Mobilisierung in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften sein könne. Ausserdem hätten Arbeitnehmende schon bisher an den Klimademos in der Schweiz teilgenommen.

Die Klimaaktivisten betonten aber, dass sie nicht in erster Linie die Gewerkschaften, sondern die Arbeitnehmerschaft im Fokus habe. Sie wollen darum nach eigenen Angaben direkt in Betriebe gehen, um Arbeitnehmende für die Klimaziele zu mobilisieren.

Konkrete Forderungen für den nationalen Streik von Mitte Mai 2020 sollen mit sozialen Fragen verknüpft werden. Gemeinsam mit den Gewerkschaften sollen diese noch ausgearbeitet werden, wie Tiziano De Luca erklärte. Verstellbar sei beispielsweise die Forderung nach einer radikalen Arbeitszeitverkürzung. Das Know-how um Forderungen zu formulieren, müsse von den Gewerkschaften kommen, betonte der Klimaaktivist.

Forderungen an die gleichen Adressaten

Die Forderungen der Gewerkschaften sowie jene der Klimabewegung seien an gleichen Adressaten gerichtet: Jene Politiker und Unternehmen, die «die Erde und die Arbeiterschaft ausbeuten» würden.

Schon die Organisatoren des Frauenstreiks hatten mit den Gewerkschaften zusammengearbeitet. Dank der sozialen Medien und der Unterstützung der Gewerkschaften, Parteien und Sympathisanten sei es gelungen, mehr als 500'000 Menschen auf die Strasse zu bringen.

SDA/oli

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