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Was in der Schweiz noch erlaubt ist – und in den Nachbarländern nicht

Die Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich haben einschneidende Massnahmen ergriffen. Ein Überblick.

Sich draussen aufzuhalten ist erlaubt, aber nicht in grösseren Gruppen: Polizisten erinnern Passanten in Genf nach dem Lockdown an die Regeln. Foto: Keystone
Sich draussen aufzuhalten ist erlaubt, aber nicht in grösseren Gruppen: Polizisten erinnern Passanten in Genf nach dem Lockdown an die Regeln. Foto: Keystone
Ennio Leanza, Keystone

In der Schweiz gilt der Notstand. Der Bundesrat hat das Land abgeriegelt, die Armee mobilisiert und der Bevölkerung einschneidende Restriktionen auferlegt. Auch in Deutschland, Österreich und Frankreich haben die Staatschefs massive Einschränkungen verfügt. Hier ein Überblick, wie die Situation hierzulande im Vergleich zu den Nachbarstaaten ausfällt.

Bewegungsfreiheit: Alleine spazieren im Stadtzentrum, joggen im Wald, Ausflüge in Gruppen

Schweiz

Aktivitäten alleine wie spazieren oder joggen sind draussen weiterhin möglich. Es muss aber ein Abstand von zwei Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Grössere Aktivitäten in Gruppen sind hingegen nicht mehr möglich. «Die Jassgruppe im Restaurant und die organisierte Wanderung kann es im Moment nicht mehr geben», sagte Innenminister Alain Berset an der Pressekonferenz explizit.

Deutschland

Aktivitäten alleine sind weiterhin möglich. Wie auch in der Schweiz sind Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen verboten.

Österreich

Es gibt eine weitgehende Ausgangssperre. Erlaubt ist es die Wohnung zu verlassen, um zu arbeiten, einzukaufen oder anderen Menschen Hilfeleistungen anzubieten. Wie Vizekanzler und Sportminister Werner Kohler sagte, sind Freizeitaktivitäten wie joggen und spazieren nur noch alleine oder im engsten Kreis erlaubt. Der erlaubte Mindestabstand beträgt einen Meter.

Frankreich

Auch in Frankreich gilt eine weitgehende Ausgangssperre. Wer die Wohnung verlässt, muss ein Formular ausfüllen, in dem er begründet, weshalb er sich draussen aufhält. Akzeptiert wird auch eine selber geschriebene Erklärung für den Fall, dass kein Druckgerät in Reichweite ist.

Das offizielle Formular, mit dem die französische Bevölkerung rechtfertigen kann, dass sie sich draussen aufhält.
Das offizielle Formular, mit dem die französische Bevölkerung rechtfertigen kann, dass sie sich draussen aufhält.

Italien

Es gilt eine weitgehende Ausgangssperre. Niemand darf das Haus ohne zwingenden Grund verlassen. Wie auch in Frankreich muss mit einem Formular begründet werden, weshalb man sich draussen aufhält. Akzeptierte Gründe sind: Nahrungsmittel oder Medikamente einkaufen, Arzt besuchen, arbeiten in den Fällen, in denen Homeoffice nicht möglich ist.

Einkaufen

Schweiz

Einkaufen alleine oder in Gruppen ist weiterhin erlaubt. Es gilt einzig die Grundregel, nach der ein Abstand von zwei Metern einzuhalten ist.

Deutschland

Einkaufen alleine oder zu zweit ist Stand jetzt weiter erlaubt. Einschränkungen sind aber geplant, namentlich Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts zu Geschäften und zum Vermeiden von Warteschlangen.

Österreich

Aktivitäten wie Einkaufen sind gemäss Bundeskanzler Sebastian Kurz alleine «oder in Begleitung von Personen aus demselben Haushalt» möglich.

Frankreich

Einkaufen ist nur im nächstmöglichen Geschäft erlaubt. Bislang wurde nicht explizit kommuniziert, ob ein Paar zusammen einkaufen dürfe. Aktivitäten in Gruppen sind aber grundsätzlich nicht erlaubt.

Italien

Einkaufen ist nur noch alleine erlaubt. Vor den Geschäften stehen die Menschen deshalb in Einerkolonne an. Ein Angestellter kontrolliert vor den Geschäften, dass nie zu viele Menschen gleichzeitig in den Geschäften sind.

Restaurants und Hotels

Schweiz

Alle Restaurants und Bars sind geschlossen. Hotels müssen die Anzahl der anwesenden Gäste so limitieren, dass sie die Vorschriften betreffend Hygiene und sozialer Distanz einhalten. Erlaubt ist auch der Betrieb von Hotelrestaurants, aber ausschliesslich für Hotelgäste, wie Bundesrat Alain Berset an der Pressekonferenz am Montag präzisierte.

Deutschland

Restaurants sollen frühestens ab 6 Uhr öffnen dürfen und müssen spätestens um 18 Uhr schliessen. Es gelten Abstandsregeln für Tische, Begrenzungen bei der Anzahl Besucher und Hygienemassnahmen.

Österreich

Restaurants und Bars sind vollständig geschlossen. In Salzburg, Tirol, Kärnten und Vorarlberg sind die Hotels geschlossen. Was mit den Hotels in den restlichen Gebieten geschieht, soll zeitnah entschieden werden.

Frankreich

Alle Restaurants und Bars sind geschlossen. Erlaubt ist ein Heimlieferservice. Hotels sind (vorerst) noch geöffnet. Sie dürfen allerdings kein Essen mehr servieren.

Italien

Alle Hotels, Restaurants und Bars sind geschlossen.

Spielplätze mit Kindern besuchen

In der Schweiz sind die Spielplätze weiterhin offen, in allen anderen Ländern geschlossen.

Was passiert bei Widerhandlungen?

Schweiz

Gemäss der Corona-Verordnung können Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren ausgesprochen werden für Menschen, die sich nicht an die Einschränkungen halten. Für die Umsetzung ist die Polizei zuständig. Verteidigungsministerin Viola Amherd sagte gestern Montag, die Armee würde nur subsidiär, also im Fall, dass das Polizeidispositiv nicht ausreichen sollte, eingreifen.

Deutschland

Gemäss dem deutschen Infektionsschutzgesetz können Freiheitsstrafen von im Extremfall bis zu fünf Jahren verhängt werden. Auch Geldstrafen sind möglich. Noch gibt es von offizieller Seite keine Angabe, wie hoch diese ausfallen könnten.

Österreich

Geldstrafen bis zu 2180 Euro oder Freiheitsstrafen bis zu sechs Wochen sind möglich.

Frankreich

Emmanuel Macron hat 100'000 Polizisten mobilisiert, ausserdem sollen im ganzen Land Checkpoints aufgestellt werden. Er sprach davon, Widerhandlungen zu bestrafen, sagte aber nicht konkret, welche Bestrafungen möglich seien.

Italien

Die Polizei kann Passanten anhalten und nach Hause schicken. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Strafe von umgerechnet knapp über 200 Franken oder eine bis zu dreimonatige Haftstrafe. Bislang gibt es nur sehr wenige Zuwiderhandlungen.

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