Zum Hauptinhalt springen

Verhängnisvolles GerichtsurteilSchweizer Männer sind nun offiziell diskriminiert

Das Europäische Gericht für Menschenrechte gab einem Mann recht, der wegen Ungleichbehandlung gegen die Schweiz klagte. Was bedeutet das nun?

Kritisierte ihre Richterkollegen: Helen Keller, Schweizer Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.
Kritisierte ihre Richterkollegen: Helen Keller, Schweizer Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.
Foto: Keystone

Das Urteil sorgte weitherum für Aufsehen. Diese Woche verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg die Schweiz wegen Ungleichbehandlung von Frau und Mann bei der Witwenrente. Ehemänner erhalten nach dem Tod ihrer Gattin bloss eine Rente bis zum 18. Geburtstag der Kinder, Ehefrauen in derselben Situation hingegen bis zur Pensionierung.

Das Gericht befand: Diese Ungleichheit verstösst gegen die Menschenrechtskonvention.

Geklagt hatte ein Mann aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden, dessen Ehefrau bei einem Unfall starb, als die gemeinsamen Kinder eineinhalb und vier Jahre alt waren. Der Vater zog die beiden Kinder in der Folge allein auf. Mit dem 18. Geburtstag der jüngeren Tochter allerdings erlosch sein Rentenanspruch. Also klagte er wegen Ungleichbehandlung, schliesslich hätte eine Frau an seiner Stelle weiterhin eine Rente erhalten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.