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Bahnbrechende Forschungsarbeiten«Science»: Entwicklung von Corona-Impfstoffen Durchbruch des Jahres

Die rasante Entwicklung effektiver Impfstoffe gegen Covid-19 ist für die Macher des Wissenschafts-Magazins der «Breakthrough of the Year».

Ein Nährmedium mit Bakterienkolonien in einem Labor in Schlieren.
Ein Nährmedium mit Bakterienkolonien in einem Labor in Schlieren.
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Niemals zuvor hätten so viele Konkurrenten so offen und regelmässig zusammengearbeitet, loben die Macher des «Science»-Magazins die Entwicklung effektiver Impfstoffe gegen Covid-19. Ebenso einzigartig sei die gemeinsame Anstrengung von Regierungen, Industrie, Wissenschaft und Non-Profit-Organisationen, heisst es zur Begründung des «Breakthrough of the Year».

Wie «Science»-Chefredakteur H. Holden Thorp schreibt, sei erst in den letzten Wochen vor Redaktionsschluss klar geworden, dass sich die Hoffnung auf wirksame Impfstoffe erfüllen würde: «Die Errungenschaft der Covid-19-Impfstoffe ist ein Zeugnis der Arbeit vieler engagierter Wissenschaftler heute und in der Vergangenheit.»

«Science»-Korrespondent Jon Cohen ergänzt: «Was für eine erfreuliche Art, 2020 zu beenden.» Endlich sei eine Antwort auf die Frage möglich, wann das alles ein Ende habe. Es handele sich wirklich um einen Durchbruch für alle, fasst Thorp zusammen.

Entwicklung mehrerer Impfstoffkandidaten

Die Autoren heben nicht nur die schnelle Entwicklung der Vakzine hervor, sondern auch die parallele Erforschung und Testung gleich mehrerer Impfstoffkandidaten in grossangelegten Wirksamkeitsstudien. Allerdings habe die Geschwindigkeit auch Fehler produziert und ein Licht auf Risse zwischen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern geworfen.

Entsprechend plädiert der deutsche Wissenschaftskorrespondent Kai Kupferschmidt: «Das Fazit dieses Jahres kann nicht nur mehr Forschung über unbekannte, in der Natur lauernde Krankheitserreger sein. Sondern es muss ein Bemühen sein, die Bande zwischen Wissenschaft und dem Rest der Gesellschaft wieder zu beleben und zu stärken.»

Zu den neun weiteren bahnbrechenden Forschungsarbeiten des Jahres gehören laut «Science» die Entdeckung der bis dato ältesten Höhlenmalereien auf der indonesischen Insel Sulawesi, zwei Studien zu den erstaunlichen kognitiven Fähigkeiten von Vögeln oder die ersten mit der Gen-Schere (CRISPR) geheilten Krankheiten.

SDA

8 Kommentare
    Niklas Meier

    Eigentlich beweist Corona nur eines: wenn Staaten ihre kompletten Ressourcen auf eine Entwicklung fokussieren, kann sehr schnell sehr viel erreicht werden.

    Das geht dann zwar auf Kosten der Grundrechte und der Wirtschaft, aber es geht.