Trainer entlassen, weil sein Team 27:0 gewinnt

Dieser Jubel hielt nicht lange an: Ein italienischer Nachwuchscoach war überrascht, als er plötzlich seinen Job los war.

In einem italienischen Juniorenspiel fielen 27 Treffer. (Bild: Getty Images)

In einem italienischen Juniorenspiel fielen 27 Treffer. (Bild: Getty Images)

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Massimiliano Riccini dürfte seinen Ohren nicht getraut haben, als er von seiner Entlassung erfuhr. Der Nachwuchstrainer des italienischen Fussballclubs ASD Invictasauro hatte mit seinem Team gegen Marina Calcio einen 27:0-Sieg gefeiert. Was für andere ein Grund des Jubels und Zeichen der guten Qualität im eigenen Nachwuchs ist, war für Präsident Paolo Brogelli Grund genug, seinen Coach zu schassen.

Anstatt sich über den Kantersieg, die unangefochtene Position an der Tabellenspitze und die Leistung seines Stürmers, der siebenmal traf, zu freuen, war Brogelli wütend. In einer Pressemitteilung erklärte er seinen Unmut und seinen Entscheid. Demnach sei bei ihm der Eindruck entstanden, die Junioren hätten ihrem Gegner nicht den nötigen Respekt entgegengebracht. «Die Trainer müssen den Spielern auch den Respekt gegenüber den Gegenspielern beibringen. Das war in diesem Match nicht der Fall», so Brogelli. Er habe mit Bedauern und Staunen den Ausgang der Partie registriert: «Unsere Trainer haben nicht in erster Linie die Aufgabe, die Spieler zu trainieren, sondern die Jugendlichen zu erziehen.»

Erziehung im College-Football

In anderen Sportarten ist genau diese Erziehung reglementarisch festgelegt. So muss sich im American Football auf Highschool-Stufe ein Trainer vor einem Komitee erklären, wenn sein Team mit mehr als 42 Punkten Vorsprung gewinnt.

Diese Regel wurde unlängst Robert Shaver zum Verhängnis, der mit seinem Team, den Red Devils, wiederholt zu hoch gewonnen hatte. 61:13, 49:7 oder 42:0 lauteten die Resultate. Vielleicht wollte sich Brogelli diesen Fall als Beispiel nehmen und seinen Coach und dessen Junioren zu respektvollem Umgang mit dem Gegner erziehen.

Riccini liess die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. «Keiner von uns hat darüber nachgedacht, den Gegner zu demütigen oder lächerlich zu machen», sagte er italienischen Medien. Im Übrigen halte er es nicht für respektlos, in einem Spiel von U-18-Jährigen 27 Tore zu erzielen. (erh)

Erstellt: 19.11.2019, 14:18 Uhr

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