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Der Debütant erlöst die Schweiz

Das Nationalteam macht einen grossen Schritt in Richtung EM. Es gewinnt gegen Georgien dank einem Treffer von Joker Cedric Itten.

Die Erlösung in der 77. Minute: Der eingewechselte Debütant Cedric Itten bringt die Schweiz in Führung.
Die Erlösung in der 77. Minute: Der eingewechselte Debütant Cedric Itten bringt die Schweiz in Führung.
Kaum vorzustellen, dass Vladimir Petkovic mit der Leistung seines Teams zufrieden ist.
Kaum vorzustellen, dass Vladimir Petkovic mit der Leistung seines Teams zufrieden ist.
Es will nicht viel gelingen. Renato Steffen hat später Glück, dass er nach einem groben Foul nicht die Rote Karte sieht.
Es will nicht viel gelingen. Renato Steffen hat später Glück, dass er nach einem groben Foul nicht die Rote Karte sieht.
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Er kenne ja den Strafraum in St. Gallen hat er noch vor ein paar Tage zu dieser Zeitung gesagt und dabei gelacht. Dann kam der Stürmer von St. Gallen in der 70. Minute zu seinem Länderspieldebüt und traf. Cedric Itten (77.) verwandelte eine Flanke von Zakaria zum erlösenden 1:0 für die Schweiz gegen Georgien. Das St. Galler Publikum stand Kopf. Itten-Sprechchöre hallten laut durch das Stadion und verwandelten den Kybunpark in eine Festhütte.

Die Entscheidung: Debütant Itten schiesst die Schweiz zum Sieg. (Quelle: SRF)

Aber die Geduld der 16 400 Zuschauer im ausverkauften Heimstadion des FCSG wurde arg strapaziert, bis es endlich etwas zu feiern gab. Denn bis zur verdienten Führung spielte sich die Mannschaft von Nati-Trainer Vladimir Petkovic zahlreiche Möglichkeiten heraus, war aber auf den letzten Metern zu wenig konsequent.

Im Videostudium hat die Schweiz erkannt, dass Georgiens Goalie Loria so gut wie jeden Ball abprallen lässt. Die Schweizer nutzten von Beginn an die Gelegenheit und schossen aus allen Lagen. Loria kam gar nicht dazu, bei den frischen Temperaturen in der Ostschweiz abzukühlen. Zakaria (9.), Rodriguez (9.) und Xhaka (24.) versuchten es aus der zweiten Reihe und scheiterten knapp. Vargas (7., 38.), Elvedi (40.) und vor allem Akanji (45. +2) vergaben per Kopf oder sahen wie Elvedi ihren Versuch von einem Gegner (Kiteshvili) auf der Linie gerettet. Dem Treffer am nächsten kamen in der ersten Halbzeit aber die Georgier. Giorgi Kvilitaia (20.) spitzelte im Sitzen an den Pfosten.

Ein Gedulspiel wie im Hinspiel

Einen ersten Rückschlag musste die Nationalmannschaft schon vor dem Spiel verdauen. Haris Seferovic, der zweitbeste Torschütze mit 18 Toren hinter Shaqiri (22) musste passen. Er verspürte beim Einlaufen ein leichtes Ziehen im linken Unterschenkel. Nach ersten Informationen war der Verzicht auf einen Einsatz eine Vorsichtsmassnahme. Für ihn spielte Vargas, der seine Sache hervorragend machte. Er war ein steter Unruheherd, flink auf den Beinen und frech in seinen Aktionen.

Georgien ist keine Fussballgrossmacht, belegt derzeit nur Rank 90 im Fifa-Ranking, also 77 Ränge hinter der Schweiz (13.) Aber die Mannschaft von Trainer Vladimir Weiss ist unberechenbar, ungemütlich zu spielen. Das mussten die Schweizer früh erkennen. Weil trotz vieler Chancen das Tor lange nicht fiel, wurde es das erwartete Geduldsspiel. Ähnlich wie beim 2:0-Sieg im Hinspiel in Tiflis. Das 1:0 durch Steven Zuber fiel im letzten März in der 57. Minute. Zakaria machte den Sack erst in der 80. zu. Im Rückspiel brauchte es 77. Minuten und Cedric Itten. Im Club steht er bisher in 13 Pflichtspielen bei sechs Saisontoren. Jetzt kann er er sich auch ein erstes Länderspieltor gutschreiben lassen.

Sechs Siege in St. Gallen

Vier Punkte brauchte die Schweiz aus den letzten beiden Partien für eine EM-Qualifikation. Drei sind dank Itten perfekt. Am Montag in Gibraltar ist der fehlende letzte Zähler Pflicht. Mit einem weiteren Sieg gegen den Fussballzwerg würde auch noch der Gruppensieg drinliegen. Dafür dürften aber die Dänen im letzten Gruppenspiel gegen Irland nicht gewinnen.

Und eines ist auch sicher: St. Gallen ist und bleibt ein guter Boden für die Nati: Mit Georgien bestritt die Nati bisher sechs Ernstkämpfe in der neuen St. Galler Arena, seit sie 2008 eröffnet wurde. In diesen sechs Partien gab es sechs Siege mit einem Torverhältnis von 23:1. Jetzt hat die Ostschweiz mit dem Treffer von Itten auch noch eine spezielle Geschichte dazu.

Telegramm: Schweiz - Georgien 1:0 (0:0) Kybunpark, St. Gallen. 16'400 Zuschauer (ausverkauft). SR Makkelie (NED). Tor: 77. Itten (Zakaria) 1:0. Schweiz: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Lichtsteiner, Zakaria, Xhaka, Steffen; Fernandes (84. Sow), Vargas (78. Fassnacht); Ajeti (71. Itten). Georgien: Loria; Kakabadse, Kaschia, Grigalawa, Chotscholawa; Kiteischwili (84. Papunaschwili), Kankawa; Schengelia, Qasaischwili, Dawitaschwili (85. Gwilja); Kwilitaia (82. Lobjanidse). Bemerkungen: Schweiz ohne Drmic, Embolo, Freuler, Gavranovic, Klose, Mehmedi, Schär, Seferovic, Shaqiri und Zuber (alle verletzt), Georgien ohne Ananidse, Tabidse und Tschakwetadse (alle verletzt). Länderspiel-Debüt von Cedric Itten. 19. Pfostenschuss Kwilitaia. Verwarnungen: 29. Chotscholawa (Foul). 31. Kankawa (Foul). 74. Steffen (Foul).

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

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