Zum Hauptinhalt springen

Film stellt Projekt vorVideo präsentiert neues Dock A am Flughafen

Das Dock A am Flughafen Zürich muss ersetzt werden. Ein Film zeigt bereits jetzt, wie gross das neue Gebäude aussehen und wie es die Prozesse bei der Passagierabfertigung verändern soll.

Das heutige Terminal A am Flughafen Zürich ist den künftigen Anforderungen an den Flugbetrieb nicht mehr gewachsen.
Das heutige Terminal A am Flughafen Zürich ist den künftigen Anforderungen an den Flugbetrieb nicht mehr gewachsen.
Christian Merz

Das 1985 eröffnete Dock A des Flughafens Zürich hat seinen Zenit überschritten. In den vergangenen Jahren wurden im Dock zwar täglich rund 100 Flugzeuge abgefertigt, was etwa einem Drittel des Flugbetriebs in Kloten entspricht. Doch für das Wachstum des Flughafens – jährlich kommen etwa 3 Prozent Passagiere dazu – ist das 35-jährige Bauwerk nicht ausgelegt. Auch gebäudetechnisch entspricht es nicht mehr heutigen Standards.

Das Dock A wurde 1985 in Betrieb genommen.
Das Dock A wurde 1985 in Betrieb genommen.
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Bereits seit Jahren plant die Flughafen Zürich AG (FZAG) deshalb einen Neubau des Docks. Bisher hat sie sich mit Informationen dazu aber zurückgehalten. Bekannt war lediglich, dass der Bau rund 800 Millionen Franken kosten dürfte und dass auch ein neuer Kontrollturm für die Fluglotsen geplant ist. Darüber hinaus waren Informationen rar, selbst eine Anfrage im Kantonsrat brachte keine Details zutage.

Einen halben Kilometer lang und knapp 50 Meter breit

Ein Film der Firma vbvisual.ch zeigt nun, wie weit die Planung bereits fortgeschritten ist und wie das neue Dock A dereinst aussehen dürfte.

Das neue Dock soll über zwei Ebenen für die Fluggäste verfügen. Durch einen zusätzlichen Korridor im Zwischengeschoss soll die zweite Ebene dabei auch für Flüge nutzbar sein, die von ausserhalb des Schengen-Raums stammen. Für solche Flüge gelten andere Einreisebestimmungen als für Flüge aus dem Schengen-Raum, weshalb die jeweiligen Passagierströme bis zu einer allfälligen Passkontrolle getrennt verlaufen müssen. Geplant sind insgesamt 39 Gates, davon sind 23 als Finger- oder Dockgates vorgesehen, 16 weitere als Busgates. In der Dockwurzel – dem Verbindungsstück zum neuen Dock A – sind nochmals weitere 8 Busgates untergebracht. Rein von der Grösse her soll sich das neue Dock über eine Länge von 520 Metern erstrecken und 47 Meter breit sein.

Die Busse verkehren im Untergrund

Der Clou hinter den Dimensionen des neuen Docks: Das so designte Gebäude ermöglicht bessere Rollwege für die Flugzeuge. Während im Hofinneren die Flugzeuge künftig ohne Gegenverkehr hinein- und hinausrollen können, bleibt auf der Nordseite hinter den dort platzierten Gates so viel Platz, dass ein Langstreckenflugzeug und zwei kleinere Flugzeuge vorbeirollen können oder sogar zwei Langstreckenflugzeuge gleichzeitig.

Die Gates werden durch eine Strasse erschlossen, die unter dem eigentlichen Dock verläuft.
Die Gates werden durch eine Strasse erschlossen, die unter dem eigentlichen Dock verläuft.
Screenshot: vbvisual.ch

Möglich gemacht wird dies, indem fast die komplette Logistik unter das Gebäude verfrachtet wird. Für jedes Flugzeug, welches entladen, beladen und wieder für den Start bereitgemacht werden muss, sind über 30 Fahrten von zahlreichen Bodenfahrzeugen nötig. Das Erdgeschoss – wen man es so nennen wollte – des Gebäudes gibt es daher nicht, stattdessen ist dort eine zweispurige Strasse geplant, die das komplette Dock umschliesst. Auch die Halte- und Anfahrbereiche für Passagierbusse und Servicefahrzeuge liegen auf dieser Ebene. Das eigentliche Gebäude beginnt daher quasi im ersten Stock.

Bau stellt Flughafen vor grosse Herausforderungen

Gemäss dem Flughafen Zürich entsprechen die Informationen im Film dem aktuellen Stand der Planung. Demzufolge dürfte das neue Dock 20 Fingergates und 15 Busgates umfassen. Das sind insgesamt 8 mehr, als heute verfügbar sind. Der Bau dieses Docks wird den Flughafen allerdings vor grosse Herausforderungen stellen. Denn der Flugbetrieb muss ja auch während der Bauarbeiten weiter stattfinden. Deshalb soll das alte Dock A während der Bauarbeiten des neuen weiterhin zumindest teilweise genutzt werden. Neun Gates werden mit Bussen bedient, pro Jahr werden an jedem dieser Flugsteige 700’000 Passagiere transportiert. Weil aber die neuen Standplätze während der Bauarbeiten auf dem Hof vor dem Airside-Center noch nicht genutzt werden können und Ersatzplätze nur im südlichen Bereich des Flughafens vorhanden sind, werden sich Fahrstrecken und -zeiten der Busse und vieler Servicefahrzeuge mehr als verdoppeln. Davon betroffen sind vor allem Umsteigepassagiere, die nun deutlich längere Wege zurücklegen müssen.

Weil der Bau den Flughafen betrieblich vor grosser Herausforderungen stellt, wird diskutiert, die bis zu 2000 Tonnen schweren einzelnen Segmente des neuen Docks vorzufertigen und dann mit Minentrucks zu platzieren.
Weil der Bau den Flughafen betrieblich vor grosser Herausforderungen stellt, wird diskutiert, die bis zu 2000 Tonnen schweren einzelnen Segmente des neuen Docks vorzufertigen und dann mit Minentrucks zu platzieren.
Screenshot: vbvisual.ch

Die Flughafen Zürich AG will die Bauzeit daher möglichst kurz halten. Mit ersten vorbereitenden Bauarbeiten nördlich des Docks soll 2025 begonnen werden, eine Inbetriebnahme des neuen Gebäudes ist für das Jahr 2030 geplant. In Bezug auf die Bauweise gibt es verschiedene Optionen. Möglich ist, dass das Dock auf insgesamt drei Baustellen teilweise parallel gefertigt wird. Eine andere Variante wäre hingegen, dass grosse Teile des Docks auf einem Installationsplatz in der Nähe, aber ausserhalb des Flughafengeländes vorgefertigt werden. Die einzelnen Segmente würden dann mit grossen Minentrucks jeweils in der Nacht über das Vorfeld auf ihren endgültigen Standort transportiert.

Es gibt noch kein Baugesuch

Der Film von vbvisual.ch zeigt, wie weit die Planung des neuen Docks A fortgeschritten ist. Indes, nach wie vor ist das Projekt von einer tatsächlichen Umsetzung noch ein gutes Stück entfernt. Die Planung befindet sich noch immer in einer mehrstufigen Wettbewerbsphase. Auf Anfrage sagt der Flughafen, mit dem Einreichen eines Baugesuchs sei deshalb wohl erst in drei bis vier Jahren zu rechnen.

12 Kommentare
    Rolf Raess

    Kloten ist gar kein Flughafen, sondern primär ein Einkaufszentrum für Reiche; was die Anmarschwege für Passagiere künstlich verlängert…

    Dies noch auszubauen in der heutigen Zeit und mit den Deutschen Flugbeschränkungen ist eine Torheit.