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Stadt WinterthurSolide Basis für Dorfeten und Fasnacht

Die Stadt regelt die Zusammenarbeit mit Dorfeten und Fasnacht neu und beantragt dafür dem Grossen Gemeinderat einen Kredit von rund 240’000 Franken.

Die städtischen Gebühren werden nun auch den Dorfeten und der Fasnacht teilweise erlassen. Veltemer Dorfet, Aufnahme vom Mai 2019.
Die städtischen Gebühren werden nun auch den Dorfeten und der Fasnacht teilweise erlassen. Veltemer Dorfet, Aufnahme vom Mai 2019.
Foto: Marc Dahinden

Die Stadt unterstützt das Albanifest, die Fasnacht und die Dorfeten schon lange. Nun sind die Leistungen neu in sogenannten Leistungsvereinbarungen zwischen der Stadt und den Vereinen festgelegt. Damit werden die Leistungen transparenter. Und die Stadt verpflichtet die Vereine, nachhaltiger zu werden und für die Sicherheit zu sorgen. Bei Bedarf erhält die Stadt Einsicht in die Buchführung.

Das Albanifest hat bereits seit drei Jahren eine solche Leistungsvereinbarung, nun folgen Fasnacht und Dorfeten. Diese beiden bekommen von der Stadt etwas mehr als die Hälfte des Betrages, mit dem das Albanifest unterstützt wird: Knapp eine halbe Million Franken sind es für das Albanifest. Dorfeten und Fasnacht erhalten maximal 241’950 Franken: dies der Betrag, den der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat als jährlich wiederkehrenden Kredit beantragt.

Verzicht auf Einnahmen

Der Betrag kommt vor allem zustande, indem die Stadt auf Einnahmen in der Höhe von 150’000 Franken und Gebühren in der Höhe von 60’000 Franken verzichtet. Dazu kommen rund 31’500 Franken an Subventionen , die für eine nachhaltige Entsorgung bestimmt sind; auch der kulturelle Beitrag für die Fasnacht ist darin enthalten. Rund 60’000 Franken tragen die Vereine selber aus den Einnahmen bei.

Welcher Verein wie viel von der Gesamtsumme erhält, ist individuell geregelt. Mit der Vereinbarung werden die städtischen Leistungen nicht nur erstmals schriftlich festgehalten, sagt Stadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP), Vorsteherin des Departements Umwelt und Sicherheit. «Sie werden auch auf eine finanzrechtlich korrekte Basis gestellt.»

Die Vereine müssen künftig einen allfälligen Gewinn bis zu einem bestimmten Betrag zu den Reserven legen; wird dieser Betrag, mehrheitlich 50’000 Franken, überstiegen, ist die Hälfte davon der Stadt zurückzuzahlen. Damit soll sichergestellt werden, dass die städtischen Gelder der Allgemeinheit zugute kommen. Die Leistungsvereinbarungen sollen auch dafür sorgen, dass sich die Vereine professionalisieren und zum Beispiel Konzepte für einen nachhaltigen Umgang mit dem Abfall ausarbeiten.

Zufriedene Vereine

Thomas Steffen, Präsident der Fasnacht-Gesellschaft Winterthur (Fakowi), ist mit der neuen Vereinbarung «absolut zufrieden»: «Sie gibt uns Planungssicherheit.» Dass die Planung wegen der Corona-Pandemie gefährdet ist, steht auf einem anderen Blatt. Falls die Ausgabe 2021 überhaupt stattfinde, werde es sicher «keine normale Fasnacht», meint Steffen. «Wir haben noch nicht völlig aufgegeben.» Ein Contact-Tracing durchzuführen, wäre schwierig. Der Entscheid über die Durchführung fällt Ende September. Er dürfte nicht leichtfallen. Laut Steffen steht in der Vereinbarung nämlich auch, dass die Stadt keine Defizit-Garantie übernimmt.

«Voll zufrieden» mit der Vereinbarung ist auch Daniel Helbling, Präsident der Dorfet Veltheim. Diese ist im Jahresverlauf die erste der Dorfeten, sie findet jeweils Ende Mai statt. Über die Durchführung der Ausgabe 2021 wird der Vorstand in zwei bis drei Wochen entscheiden. Das Schutzkonzept müsse, in Rücksprache mit dem Kanton, noch weiter ausgearbeitet werden, was aber angesichts der sich ständig ändernden Lage schwierig sei. Ausserdem müsse das Entsorgungskonzept noch «vertieft» werden.

Den Leistungsvereinbarungen waren jahrelange Diskussionen vorangegangen. Insbesondere hatten sich die Dorfeten über steigende Gebühren beklagt. Dass ihnen diese nun teilweise erlassen werden, dürfte sie mit Genugtuung erfüllen.