Andelfingen

Als U20-Weltmeisterin nach Rio

Nächster Grosserfolg für Angelica Moser (18): An der U20-WM in Bydgoszcz (POL) holte sich die Andelfingerin den Titel im Stabhochsprung mit 4,55 m. Das bedeutet Schweizer U20-Rekord und U20-Meisterschaftsrekord.

Angelica Moser (18) gewinnt an der U20-Weltmeisterschaft in Polen die Goldmedaille. Die Andelfingerin verbesserte zudem ihren eigenen Schweizer U20-Rekord auf 4,55 m.

Angelica Moser (18) gewinnt an der U20-Weltmeisterschaft in Polen die Goldmedaille. Die Andelfingerin verbesserte zudem ihren eigenen Schweizer U20-Rekord auf 4,55 m. Bild: Keystone

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Das Europäische Olympische Festival der Jugend (EYOF) in Utrecht (NED) hat Angelica Moser 2013 gewonnen, Jugend-Olympiasiegerin wurde sie im Jahr 2014 in Nanjing (CHN), U20-Europameisterin letzten Sommer in Eskilstuna (SWE) und nun U20-Weltmeisterin in Bydgoszcz. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Steigerungslauf. Bei diesem jüngsten Grosserfolg bewies die EM-Siebte bei der Elite von vorletzter Woche einmal mehr ihr Talent, das exzellente Timing und die Nervenstärke. Einfach gewesen war der Wettkampf nämlich keineswegs.

Die Anfangshöhe von 4,20 m meisterte sie erst im zweiten Anlauf. Auf 4,35 m – nachdem sie 4,25 und 4,30 m ausgelassen hatte – waren schon mehr Nerven nötig. Nach zwei Fehlversuchen nahm sie beim dritten und letzten Anlauf nochmals volles Risiko, kam mit ihrer Flugbahn zu weit nach hinten und vermochte sich nur dank ihres Körpergefühls «über die Höhe zu retten».

In exklusivem Kreis

Sodann aber schob sich Angelica Moser aus der Defensive in die Offensive. 4,40 m, 4,45 m und 4,50 m meisterte sie auf Anhieb. «Jetzt stimmte die Abstimmung, die Selbstsicherheit war voll präsent», sagte sie. Gegenüber ihren letzten Widersacherinnen, der Freiluft-Jahresbesten Robeilys Peinado (VEN/4,56 m) und der U20-Hallenweltrekordhalterin Wima Murto (FIN/4,71 m), befand sie sich nun in komfortabler Position. Peinado scheiterte dreimal auf 4,50 m. Und weil Murto 4,40 m erst im dritten Anlauf übersprungen hatte, war die Finnin nun stets unter Zugzwang und nach Mosers gelungenen Sprüngen dazu gezwungen, die nächsthöhere Stufe auflegen zu lassen – erfolglos. Murto gewann schliesslich «nur» Bronze.

Mit diesem Weltmeistertitel befindet sich Angelica Moser in exklusivem Kreis. Erst Anita Weyermann konnte sich zuvor als Goldmedaillengewinnerin feiern lassen – und zwar 1994 (1500 m) und 1996 (3000 m). Weitere U20-Medaillengewinner gabs drei: der spätere 800-m-Weltmeister André Bucher (1500 m 1994), Sabrina Altermatt (100 m Hürden/2004) sowie Noemi Zbären (100 m Hürden/2012).

Perfekte Formsteuerung

Moser darf einmal mehr für sich in Anspruch nehmen, just auf einen angesteuerten Zeitpunkt hin die Höchstform zu erreichen. Nachdem sie im Winter 4,50 m gemeistert hat und damit die Olympialimite erfüllte, ärgerte sie sich während fast sämtlicher Freiluft-Wettkämpfe über ihre Höhen. Nach 4,30 m zum Saisonauftakt musste sie sich ganze fünfmal mit 4,40 m und einmal 4,42 m abfinden. «Das ist nicht das, was ich kann, und das ist frustrierend», sagte sie jeweils, auch wenn bereits die 4,42 m (gesprungen Ende Mai in Winterthur) einer Verbesserung ihres letztjährigen U20-Rekordes um einen Zentimeter bedeuteten.

Die Abstimmung fanden Moser und ihr Coach Herbert Czingon erst an der EM in Amsterdam. Souverän sprang sie da in der Qualifikation 4,45 m – und war enttäuscht darüber, dass der Wettkampf nicht fortgeführt wurde (die 12 Finalistinnen standen bereits fest). Mit derselben Höhe im Final und dem starken siebten Schlussrang deutete sie ihre ansteigende Form an.

Mit der Gewissheit, die Fortschritte nun auch in Höhe umsetzen zu können, sowie mit den jüngsten Erfolgserlebnissen kann sich Angelica Moser nun einem weiteren Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere zuwenden: den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro von Mitte August. In der brasilianischen Metropole wird die Ausgangslage wieder eine andere sein: Zu verlieren hat sie dort rein gar nichts. (Der Landbote)

Erstellt: 22.07.2016, 09:27 Uhr

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