Leichtathletik

Angelica Mosers «Witzrekord»

Beim Saisoneinstand in Magglingen stellte die Andelfinger Stabhochspringerin Angelica Moser mit 4,30 m einen Schweizer U23-Rekord auf – womit etliches an Kuriosität verbunden ist.

Angelica Moser im Gespräch mit Coach Herbert Czingon.

Angelica Moser im Gespräch mit Coach Herbert Czingon. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Vorgängerin von Angelica Moser in der U23-Rekordliste ist Jasmine Moser, ihre zweieinhalb Jahre ältere Schwester. Drei Tage fehlten der 22-Jährigen, um auf ein Jahr als Rekordhalterin zurückblicken zu können. Damals sprang Jasmin Moser ebenfalls in Magglingen 4,12 m und verbesserte die Rekordmarke von Nicola Büchler, mittlerweile mit 4,78 m (Outdoor) und 4,80 m (Halle) Schweizer Rekordhalterin und Olympia-Sechste, um 12 cm. Doch Moser hielt damals fest: «Wert ist dieser Rekord nichts.»

Bald höher hinaus

Die Aussage war begründet. Schwester Angelica hatte den Bestwert der Kategorie U20 bereits damals auf 4,30 m heraufgeschraubt. Weil aber U23-Rekorde im Gegensatz zu jenen in den U16-, U18- und U20-Kategorie «geschützt» sind, will heissen, nur von Athletinnen oder Athleten dieser Altersstufe und nicht von jüngeren erbracht werden können, fand Jasmine Mosers Leistung Eingang in die Rekordlisten.

Nun ist dieser «Witzrekord», wie in Angelica nennt, in ihren Besitz übergegangen. Glücklich sein mit ihm, ihm einen Stellenwert einräumen, kann aber auch die 19-Jährige nicht: «Für den Saisoneinstieg war die Leistung ok, mehr aber nicht.» Durchblicken liess sie, dass es «bald höher hinaus gehen sollte». Diese Aussage ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die aktuelle U20-Weltmeisterin und letztjährige Weltjahresbeste ihrer Altersklasse vor bald einem Jahr in der Halle 4,50 m sprang, im vergangenen Sommer in der Freiluftsaison 4,57 m.

Um einen «ziemlich schwierigen» Wettkampf handelte es sich nun. Zum einen war dies begründet im Saisonauftakt, darin, dass seit Ende Sommer kein Ernstkampf mehr angestanden hatte. Zum andern aber war es die unmittelbare Vorbereitung. Wegen einer Entzündung des inneren Hüftmuskels fielen Trainingseinheiten aus. Angelica Moser besuchte am Donnerstag und Freitag intensiv den Physiotherapeuten statt zu trainieren. Vor dem Wettkampf befand sie sich lange in Ungewissen, ob sie überhaupt springen könne. Ein «harziger Einstieg» in den Wettkampf folgte. Die Anfangshöhe von 4,20 m meisterte sie erst im dritten Anlauf. Und nachdem sie 4,30 m auf Anhieb überquert hatte, fehlte auf 4,40 m die Feinabstimmung mit den Stäben. Aber die Andelfingerin blickt sie vorwärts: «Ich bin überzeugt, dass es nun schnell aufwärts gehen wird.» Bereits heute springt sie erstmals in diesem Winter im Ausland: in Düsseldorf. (Der Landbote)

Erstellt: 30.01.2017, 19:50 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben