Winterthur

«Bei der Juniorenarbeit sind wir Pioniere»

In Winterthur werden nicht nur traditionellen Sportarten betrieben, sondern auch jüngere Randsportarten, wie Smolball. Der Smollballverein Winti-Leuä um Präsident János Rumpel versucht, junge Leute für die vielseitige Sportart zu gewinnen.

Die Winti-Leuä  bei einem Trainingsspiel. Gespielt wird auf Tore mit jeweils einem Goalie und drei Feldspielern pro Mannschaft.

Die Winti-Leuä bei einem Trainingsspiel. Gespielt wird auf Tore mit jeweils einem Goalie und drei Feldspielern pro Mannschaft. Bild: Madeleine Schoder

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Sie betreiben in Ihrem Verein eine noch sehr junge Sportart. Für mich sieht das Spiel aus wie eine Mischung zwischen Squash und Handball. Wie umschreiben Sie es?
János Rumpel (29), Vereinspräsident: Ich bezeichne es jeweils eher als eine Mischung zwischen Tennis und Unihockey. Das Spiel ähnelt eher dem Kleinfeld-Unihockey. Es wird mit Blöcken à drei Feldspielern und einem Goalie gespielt, die Tore sind ebenfalls etwa so gross wie im Unihockey.

Woher kommt der Name? Er tönt schwedisch.
Der Name ist nicht schwedisch, sondern geht auf den Gründer zurück, Janusz Smolinski . Smolinski, der ursprünglich aus Polen stammt, war Berufsschullehrer in Zürich. Er hat das Spiel für die Schule entwickelt. Sein Ziel war es, mit diesem Spiel, das so viele Elemente enthält, möglichst viele anzusprechen.

«Das Spiel ist eine Mischung zwischen Tennis und Unihockey.»János Rumpel,
Präsident

Sie haben den Smolballverein Winti-Leuä gegründet. Wie kamen Sie denn zum Sport?
Ich habe während meiner Ausbildung zum Primarlehrer Smolball in einem Polysport-Lager kennen gelernt und war sofort Feuer und Flamme für die Sportart. Ich suchte dann im Freundeskreis Leute, die bereit waren, mitzumachen. Zuerst waren wir eine reine Plauschmannschaft. Doch wir wuchsen schnell und haben dann nach einem Jahr beschlossen, in der Meisterschaft mitzuspielen.

Wie viele Teams machen da mit?
Derzeit sind es sieben, zu Beginn waren es weniger, nur eine Handvoll. Die Sportart ist wirklich noch jung und muss sich entwickeln.

Heisst das, dass jeder, der Smolball spielt, auch in der Meisterschaft mittun kann?
Grundsätzlich kann jede und jeder mitmachen, der Lust hat auf Wettkampf, selbst mit wenig Erfahrung.Die Altersspanne bei uns ist recht breit, sie reicht von 16 bis 37 Jahren. Wir haben im Vereien inzwischen so viele Aktive, dass wir überlegen, ein zweites Team zu stellen. Denn auch künftig sollen alle, die Lust haben, spielen können.

Wie erfolgreich sind Sie in der Meisterschaft?
Aktuell liegen wir auf dem fünften Platz von sieben. Wir sind damit aber recht zufrieden. Wir hatten Jahre, in denen wir fast alle Spiele verloren, nun schaffen wir den Anschluss.

Ist Smolball nur in der Schweiz bekannt oder können Sie sich auf international messen?
Durch den Erfinder und Markeninhaber Janusz Smolinski ist die Sportart auch in Polen bekannt. Im letzten Jahr organisierte er die erste Junioren-Europameisterschaft, an der auch andere europäische Länder vertreten waren. Aber gross ist die Verbreitung noch nicht.

Speziell ist beim Smolball, dass die Teams gemischt sein müssen. Macht das den Reiz des Spiels aus?
Es ist schon so: Wenn Frauen dabei sind, entwickelt sich eine spezielle Dynamik. Wir können uns gegenseitig sehr gut motivieren. Man muss aber sagen, dass es derzeit wohl auch schlicht zu wenige Spielerinnen gibt, als dass man eine eigene Frauenliga gründen könnte. Dass gemischt gespielt wird, ist auch darauf zurückzuführen, dass das Spiel für die Schule entwickelt wurde. Jungen und Mädchen sollen gemeinsam spielen können. Das Spiel ist nicht sehr körperbetont.

Haben sich im Verein auch schon Pärchen gebildet?
Das nicht. Trotzdem haben wir einige Paare im Team. Aber eher, weil die Spielerinnen ihre Partner mitbrachten und umbekehrt.

Was ist für Sie wichtiger, das Spiel oder die Gemeinschaft?
Für mich steht das Gemeinschaftliche an erster Stelle. Ich finde es toll, dass wir zusammen eine gute Zeit haben und jeder mitmachen kann. Wir veranstalten auch Anlässe neben dem Trainingsbetrieb, etwa Weihnachtsessen oder Spiele im Freien.

Sie haben 2016 Trainings für Flüchtlinge angeboten. Wie war diese Erfahrung?
Es handelte sich um ein vorübergehendes Angebot, als die Zivilschutzanlage Mattenbach von Flüchtlingen genutzt wurde. Es war eine tolle Erfahrung, wir haben erlebt, wie man ein Spiel weitergeben konnte, trotz Sprachbarrieren.

Was tun Sie, um die Sportart bekannter zu machen?
Wir sind sehr aktiv in der Nachwuchsarbeit, da gehören wir schweizweit zu den Pionieren. Nur gerade die Zuger und wir können ein Juniorenteam stellen. Wir bieten beispielsweise Kurse für Lehrerteams oder Vereine an und stellen die Sportart auch in Schulen vor. Diese können von uns auch Material ausleihen. Zudem haben wir 2016 das erste Smoball-Schülerturnier organisiert und in diesem Jahr kommt es zur zweiten Ausgabe.

Gab es denn Kinder, die durch das Turnier zum Verein kamen?
Ja, wir haben heute drei Jugendliche im Team, welche die Sporart durch das Schüler-Turnier kennen gelernt haben.

(Der Landbote)

Erstellt: 16.03.2018, 15:02 Uhr

Schülerturnier

Der Smolballclub Winterthur organisiert am Samstag, 7. Juli 2018 das zweite Winterthurer Smolball-Schülerturnier. Es findet im Schulhaus Oberseen statt. Ab sofort können Teams in den Kategorien Mittelstufe (4.-6. Klasse) & Oberstufe (7.-9 Klasse) angemeldet werden. Für interessierte Lehrpersonen / Teams und Klassen bietet der SCW zudem Einführungslektionen an.
Infos zu den Angeboten und zur Anmeldung finden sich e unter www.winti-leuä.ch

Jànos Rumpel ist Präsident des Winterthurer Smolballvereins Winti-Leuä. (Bild: mas)

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