FCW

Die Lizenz – eine machbare Sache

Sportlich ist der FCW zurzeit immerhin ein Aussenseiter für den Aufstieg in die Super League. Und keineswegs unrealistisch erscheint, dass er die Lizenz dafür erhält.

Die Schützenwiese könnte für die grossen Spiele (wie hier letzten Oktober im Cup gegen den FC Basel) bereit sein.

Die Schützenwiese könnte für die grossen Spiele (wie hier letzten Oktober im Cup gegen den FC Basel) bereit sein. Bild: Madeleine Schoder

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Sechs Jahre ists her, dass der FCW zu dieser Jahreszeit das Thema Lizenz für die Super League behandelte. Damals war er nach der Vorrunde Dritter der Challenge League, sieben Längen hinter dem FC Aarau. Sportlich Dritter war er auch am Saisonende, nach dem Zwangsabstieg der AC Bellinzona nominell gar Zweiter – allerdings 16 Längen hinter dem Aufsteiger aus dem Aargau. Die Lizenz allerdings hätte er erhalten.

Seither war diese, mangels Leistungsausweis, schon zu Beginn der Rückrunde kein Thema mehr – bis heute. Wer, wie der FCW nun, nach 21 Runden nur vier Punkte hinter Leader Servette und gleichauf mit dem Tabellenzweiten aus Lausanne Dritter ist, der muss an die Lizenz für die Elite denken. Zumal, anders als in den ersten Jahren der Zehnerliga, auch der Zweite über eine Barrage aufsteigen kann.

Also arbeiten sie beim FCW an den Unterlagen, ja sie sind gut zwei Wochen vor Ablauf der Eingabefrist an die Liga am 4. März in der Endphase. Sie tun es auf zwei Ebenen, der infrastrukturellen und der finanziellen. Und man kann bei aktuellem Stand dieses zumindest verhalten optimistische Fazit ziehen: Die Lizenz für die Challenge League wird der FCW erhalten. «Wir haben ein ligataugliches Stadion», sagt Geschäftsführer Andreas Mösli. Es sieht aber auch so aus, als sei es zu schaffen, die Bedingungen für die Super-League-Lizenz zu erfüllen. Diese Hürden sind offenbar nicht ganz so hoch wie teils befürchtet und, fügt Mösli bei, «ich spüre den Willen aller Beteiligten, Lösungen zu finden». Was beispielsweise auch gewisse Bewilligungen und Zusagen der Stadt betrifft, die im Fall der Fälle noch zu erfolgen hätten.

Weil es seit dem letzten – zumindest mal administrativen – Anlauf Richtung Super League schon sechs Jahre her sind, hatte der FCW einigen Nachholbedarf, was Informationen zur Infrastruktur, aber auch einem angemessenen Budget betrifft. Die Fakten dazu:

Mehr Licht, aberStehplätze bleiben vorerst

Die Infrastruktur. In diesen Tagen hatte der FCW Christian Moroge zu Gast, den im Lizenzierungsverfahren für die infrastrukturellen Kriterien zuständigen Experten der Liga. Danach wissen sie auf der Schützenwiese, dass einige Punkte schon bis zum Saisonstart im Juli erfüllt sein müssen, für andere – die höhere Hürden wären – längere Fristen bestehen.

So muss bis zum Saisonstart die Flutlichtanlage von 500 auf 800 Lux verstärkt werden. Das verlangt der für die Super League gültige TV-Vertrag. Das bedarf der Bewilligung durch den Stadtrat. Es müssen im Medienbereich – etwa für Kamerapositionen – Anpassungen vorgenommen waren. Für die Sicherheit gilt: Es muss in der Super League an den Eingängen Drehkreuze geben; es sind hinter den Toren Netze anzubringen, die Wurfgeschosse stoppen. Und es müssen vier voneinander unabhängige Sektoren geschaffen werden, auf den beiden Längsseiten, hinter den beiden Toren. Auch das hat beim ersten Heimspiel bereit zu sein. Mösli nennt «machbar», diese Vorgaben zu erfüllen.

Mehr Zeit besteht für anderes, vor allem für die Aufrüstung mit Sitzplätzen. Vor allem diese Tatsache veranlasst Mösli zu seinen von – eben verhaltenem – Optimismus geprägten Äusserungen. Deshalb kann er aufatmend sagen: «Hinter gewisse Dinge müssen wir weniger radikal als befürchtet.» Also gingen sie, fügt der Geschäftsführer bei, «davon aus, dass wir nochmals ein Jahr lang mit den Stehplätzen auf der Gegentribüne und ohne Schalensitze auf der Estrade der Haupttribüne auskommen.» Dass die Stufen der gedeckten Gegentribüne für den Einbau von Sitzplätzen eingerichtet sind, ist ja bekannt.

Das bedeutsame Jader Firma Keller

Das Budget. Vorteilhafte Kunde kommt aber vor allem zum Budget, das der FCW einreichen wird. Von der Firma Keller für Druckmesstechnik, die ja weiterhin zu 100 Prozent Eignerin der FCW AG ist, hat der Winterthurer Fussballclub die definitive Zusicherung, dass sie eine Defizitgarantie leistet, die das geplante Budget zur Zufriedenheit der Lizenzkommission absichert. Die Keller AG leiste, bestätigt FCW-Vizepräsident Mike Keller, «eine Defizitgarantie, die allerdings nicht höher sein darf als bisher in der Challenge League.» Das heisst: Ausgaben und Einnahmen werden sich selbstredend erheblich erhöhen, dürfen sich aber nicht auseinanderentwickeln.

Beizufügen ist noch, dass es sich beim FCW um einen Verein ohne Schulden handelt, aufgrund der Konstellation mit der Firma Keller aber auch um einen ohne Vermögen. Und die Resultate auf dem Fussballfeld werden zeigen, wie lange er in diesem Frühjahr auch einer mit einer Mannschaft ist, die man als seriösen Kandidaten zumindest auf den Platz in der Barrage sehen kann. Bedenklich wäre ja nur eins: Der FCW reüssiert sportlich, aber man bringt es nicht fertig, die infrastrukturellen Probleme zu lösen. Das zu schaffen, so sieht es der so altgediente wie realistische Geschäftsführer, sei eben «machbar». Machbarer jedenfalls als ursprünglich gedacht.

Erstellt: 22.02.2019, 22:24 Uhr

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