Dänemarks Schlüsselfigur schwächelt

Der Schweizer Gegner verfügt über eine stabile Defensive. Christian Eriksen jedoch überzeugt nicht.

Christian Eriksen ist Dänemarks Bester, aber nicht in Bestform – und trotzdem begehrt. (Bild: Imago)

Christian Eriksen ist Dänemarks Bester, aber nicht in Bestform – und trotzdem begehrt. (Bild: Imago)

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Ein bisschen trauern sie in Dänemark immer noch der verpassten Chance an der Fussball-WM 2018 nach. Im Achtelfinal scheiterte das Nationalteam damals nach dem Elfmeterschiessen am späteren Überraschungsfinalisten Kroatien. «Den Weg der Kroaten hätte auch unsere Mannschaft gehen können», sagt Frederik Sörensen, dänischer Innenverteidiger bei YB. «Aber das Turnier hat gezeigt, wie stark Dänemark ist.»

Die Dänen sind stabil und widerstandsfähig. Das bewiesen sie an der WM beim 0:0 gegen Frankreich, das ein paar Wochen später Weltmeister wurde. Oder vor einem halben Jahr in Basel, als sie gegen die Schweiz in der Schlussphase drei Tore zum 3:3 erzielten. «Die Spieler sind kampfstark», sagt Sörensen, «und die Achse ist richtig gut.»

Frederik Sörensen: Däne und YB-Verteidiger. Foto: Reuters

Im Tor steht Schmeichel, nicht Peter, sondern Sohn Kasper, aber der Nachname verpflichtet. Die zentrale Abwehr bilden Andreas Christensen (Chelsea) und Captain Simon Kjaer vom Serie-A-Überraschungsteam Atalanta. «In der Innenverteidigung haben wir viele starke Spieler», sagt Sörensen, der mehrmals für das Nationalteam aufgeboten, aber nur 2017 im Testspiel gegen Deutschland eingewechselt wurde. Noch auf sein Debüt wartet Joachim Andersen, der teuerste dänische Fussballer überhaupt. Inklusive Boni investierte Lyon im Sommer rund 30 Millionen Franken in den 23-jährigen Abwehrspieler.

Neuanfang des Wunderkinds

Auch das zentrale Mittelfeld ist gut besetzt. Dortmunds Thomas Delaney, Pierre-Emile Höjbjerg (Southampton) sowie Christian Eriksen ergänzen sich mit Wucht und Härte, Finesse und Torgefahr. Schlüsselfigur Eriksen allerdings ist mit Champions-League-Finalist Tottenham schwach in die Saison gestartet, er wirkte zuweilen gar lustlos. Der 27-Jährige wollte Tottenham verlassen, den 2020 auslaufenden Vertrag hat er nicht verlängert, nun dürfte er im Winter gehen – zu Real Madrid. Das zumindest meldeten spanische Medien gestern erneut. Interessiert sind auch Juventus, Manchester United, Bayern und Inter. «Er macht eine etwas komplizierte Phase durch», sagt Sörensen, der den zwei Monate älteren Eriksen auch aus Nachwuchsauswahlen kennt. «Aber er ist ein Weltklassespieler.»

Auf den Aussenpositionen verfügen die Dänen nicht über derart viel Qualität. Und gar eine Problemzone ist der Sturm. Der extravagante Nicklas Bendtner (31) lanciert seine Karriere beim FC Kopenhagen wieder einmal neu, er fehlt im Aufgebot. Bekanntester Angreifer ist Leipzigs Yussuf Poulsen.

Als Wunderkind gefeiert wurde einst Kasper Dolberg, er setzte sich bei Ajax Amsterdam jedoch nicht durch und wechselte für 23 Millionen Ablöse zu Nizza. «Der Transfer war gut für ihn», sagt Sörensen. Anfang Woche wurde Dolberg 22, er ist ein Hoffnungsträger. Ein anderer trägt den Namen Jonas Wind, ist 20, spielt beim FC Kopenhagen und erlitt im August eine schwere Knieverletzung. Er dürfte an der Euro 2020 wieder fit sein – wenn es diese ambitionierte dänische Auswahl dahin schafft und erneut versuchen wird, aus dem langen Schatten der Europameister von 1992 zu treten. «Die Menschen in Dänemark freuen sich sehr auf die EM», sagt Sörensen.

Drei Vorrundenspiele sowie ein Achtelfinal werden im Parken in Kopenhagen ausgetragen.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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Erstellt: 11.10.2019, 15:31 Uhr

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