Almquist streckt Suri brutal nieder

Im Schlussdrittel des ersten Finalduells checkt der schwedische SCB-Verteidiger den Zuger gegen den Kopf. Auch Roes Schwalbe gibt zu reden.

Überhartes Einsteigen: SCB-Verteidiger Adam Almquist checkt Zugs Reto Suri gegen den Kopf und wird danach unter die Dusche geschickt. (Video: SRF)

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Eine Szene sorgt nach der ersten Partie der Final-Serie zwischen Bern und Zug für Gesprächsstoff, weil sie besonders hässlich ist. Was hat sich abgespielt? Der dritte Abschnitt läuft, die Stimmung ist aufgeheizt. Die Gäste aus der Zentralschweiz haben in der 47. Minute im Powerplay durch Garrett Roe auf 3:1 erhöht. Der SCB versucht sich gegen die nächste im Playoff drohende Heimniederlage zu stemmen. Die Zuger powern weiter und lancieren keine Minute nach ihrem dritten Treffer den nächsten Angriff.

Reto Suri setzt sich an der Bande gegen Yanik Burren durch. Da kommt Adam Almquist herangefahren und mäht den EVZ-Stürmer um. Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel sofort und schicken den SCB-Verteidiger in die Kühlbox. Suri bleibt nach dem brutalen Check gegen seinen Kopf benommen liegen, vergräbt sein Gesicht in den Handschuhen und windet sich vor Schmerzen. Der 30-Jährige blutet und muss medizinisch versorgt werden.

Nach dem Spiel grosses Pflaster am Kinn

Für Suri ist die Partie gelaufen. Er muss zur weiteren Pflege in die Garderobe. Auch für den Täter ist das Spiel vorbei. Der Schwede wird unter die Dusche geschickt. Er kassiert eine Fünf-Minuten- plus Spieldauerdisziplinar-Strafe und erweist seiner Mannschaft damit einen Bärendienst. Sie verliert die Partie allerdings nicht nur deshalb 1:4. Die Liga hat den 28-jährigen am Freitag vorsorglich für ein Spiel gesperrt und ein Verfahren gegen ihn eröffnet.

Als Suri nach dem Spiel die PostFinance-Arena verliess, klebte ein grosses Pflaster an seinem Kinn. Immerhin konnte Suri das Stadion ohne Hilfe der ärztlichen Abteilung verlassen und auch seine Hockeytasche selber tragen. «Wir hoffen, dass es nicht allzu schlimm ist», sagte EVZ-Trainer Dan Tangnes.

«Almquist ist nicht bekannt für solche Fouls»

Aber was um Himmelswillen ist bei dieser Aktion in Almquist gefahren? «Ich kenne ihn aus meiner Zeit in Schweden. Er ist eigentlich nicht bekannt für solche Fouls», staunte auch Tangnes, «vielleicht hat es mit der zunehmenden Müdigkeit zu tun.» Natürlich rechnen sie in Zug damit, dass das Vergehen des Schweden in Form von Spielsperren sanktioniert wird.

Der zweite Buhmann im Spiel, wenn man so will, war Zugs Stürmer Roe. Zwei Mal wurde er innert kurzer Zeit gefoult. Darüber bestehen auch keine Zweifel. Aber beide Male verlieh er dieser Tatsache mit einem etwas gar theatralisch wirkenden und ein wenig an den Fussballer Neymar erinnernden Verhalten Nachdruck.

Zunächst dadurch, wie er beim Kniecheck von Beat Gerber spektakulär abhob. Und danach wie er beim Stockschlag von Ramon Untersander seinen Stock durch die Luft schleudern liess. Für die zweite Aktion erhielt dann neben Untersander auch Roe eine Zweiminuten-Strafe wegen einer Schwalbe.

«Dass ich eine Strafe für eine Schwalbe erhalte, ist interessant»

Auch beim «Fall Roe» herrschte grosses Staunen. Denn der Amerikaner ist eigentlich nicht für Schwalben bekannt, sondern ein Kämpfer vor dem Herrn. Wie sah er selbst die beiden Aktionen? «Bei der ersten Szene versuchte ich Gerber auszuweichen, doch er stellte sein Bein raus und traf mich am Schienbein. Bei der zweiten war es ein zweihändiger Stockschlag. Dass ich da anschliessend eine Strafe für eine Schwalbe erhalte, ist schon interessant.»

Video: Garrett Roe für Schwalbe bestraft

Umstrittene Szenen: Der Zuger Stürmer wird zuerst von den Beinen geholt und kassiert später 2 Minuten für Vortäuschen. (Video: SRF)

Wer die beiden Aktionen genau anschaue, könne sehen, was geschehen sei. Deshalb beschäftige es ihn auch nicht, wenn ihm nun möglicherweise seit Donnerstag ein zweifelhafter Ruf anhaftet: «Ich konzentriere mich darauf, mich auf das zweite Finalspiel vom Samstag vorzubereiten.»

Die Berner Fans pfiffen erbarmungslos wegen Roe, doch der 31-Jährige blieb in der hitzigen Atmosphäre cool und entschied später mit dem 3:1 diese erste Final-Partie, die schliesslich mit einem 4:1-Erfolg der Zuger endete. «Das ist auch eine Frage der Erfahrung. Ich weiss, dass mich die Fans hier nicht mögen, aber das ist für mich okay. Das Spiel wird auf dem Eis entschieden.» (mal/ddu)

Erstellt: 12.04.2019, 06:42 Uhr

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