Am besten spielte Kloten mit Jokinen

Sieben Punkte Rückstand auf die Spitze weist Kloten nach der ersten Qualifikation in der zweithöchsten Liga auf. Das liegt im Rahmen. Rang 5 aber ist zu wenig.

Jussi Jokinen (#36) bescherte dem EHC Kloten eine gute Zeit.

Jussi Jokinen (#36) bescherte dem EHC Kloten eine gute Zeit. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Unter den ersten drei Teams sein – das war das Ziel des EHC Kloten für die erste Swiss-League-Saison. Verpasst hat er das in der Tabelle als Fünfter. Aber auch in der Spezialdisziplin Unterzahlspiel, das nur das sechstbeste der Liga ist. Unter den besten drei Mannschaften figuriert Kloten bei den massgebenden Werten nur im Powerplay (2.). Dass am meisten Zuschauer kamen, ist erfreulich, garantiert aber noch lange kein langes Playoff.

Im Vergleich zu den Premierensaisons von früheren Absteigern sieht Klotens Bilanz nicht überragend aus. Die SCRJ Lakers gewannen 2015/16 die Swiss League mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger; verloren aber den Playoff-Final gegen Ajoie. Die SCL Tigers belegten 2013/14 mit einem Rückstand von 10 Punkten auf Olten Platz 2 und verloren den Final 3:4 gegen Visp. Sie wiesen mehr Punkte Rückstand auf die Spitze auf als Kloten jetzt. 2008/09 leistete sich Basel einen Ausreisser nach unten und verpasste als Neunter gar das Playoff. 2004/05 gewannen die Basler als Absteiger die NLB mit acht Punkten Vorsprung auf Biel. Im Playoff verloren sie keine Partie, sie schafften den sofortigen Wiederaufstieg.

Kloten ist der erste Absteiger, der ohne Heimrecht in die entscheidende Phase steigt – und ist damit sicher nicht der Favorit Nummer 1. Zweimal in diesem Jahr war das Team nur zwei Punkte von Platz 1 entfernt, beide Male jubelte aber im nächsten Match der Gegner. Und letzte Woche unterlagen die Klotener in einem weiteren Spiel, in dem es um etwas ging: Sie verloren gegen Langenthal das Heimrecht fürs Playoff.

Ihr Playoff-Gegner Langenthal gewann neun der letzten zehn Partien. Er beschloss die Qualifikation mit einem 5:1 über Ajoie im Hoch, Kloten siegte in Winterthur 3:2, war aber nach eigenem Befinden noch schlechter als im Match gegen Langenthal.

Es ist kein Zufall, dass Kloten ausgerechnet mit Jussi Jokinen das beste Eishockey zeigte. Der Finne erlag in keinem Moment der Verführung der Swiss League, er hielt das Tempo, das er sich aus der NHL gewohnt war. Er spielte Match für Match das, was es zum Erfolg des Teams brauchte, Pirouetten und andere (brotlose) Kunst lagen ihm fern. So tritt er auch für Oulun Kärpät auf, in sechs Partien erzielte er am neuen Ort neun Skorerpunkte.

Nur drei Punkte für Sutter

Dass Kloten nach dem Jahreswechsel einige Punkte zu viel und in der letzten Woche das Heimrecht verlor, hat auch mit Ryan MacMurchy zu tun. Der Kanadier fehlt seit dem 4. Januar. Er war wichtiger Teil des Erfolgspuzzles in der ersten Linie mit Fabian Sutter und Jeffrey Füglister. Sutter beendete die Qualifikation als Klotens Topskorer, obwohl er in den 16 Partien ab Januar gerade noch 3 Punkte (1 Tor) erzielte. Füglister leistete dieses Jahr 4 Assists, er schoss erst 2 Goals – seit dem 6. Januar keines mehr. Auch Steve Kellenberger, im Powerplay Teil des ersten Blocks, kam nur noch auf 7 Punkte (1 Tor).

Klotens zuverlässigste Skorer sind der verletzte MacMurchy (1,17 Punkte pro Spiel), Jack Combs mit fast einen Punkt im Schnitt (24 aus 25) und Lauri Tukonen (6 aus 5). Thibaut Monnet mit 14, Combs mit 13 und Marc Marchon mit 10 Punkten waren die Erfolgreichsten 2019.

Will Kloten im Playoff eine Chance haben, muss es mehr als eine Linie finden, die den Gegner vor Probleme stellt. Zwei Ausländer immerhin sollten bereit sein – das war lange nicht mehr der Fall. Und nur schon ein bisschen Jussi-Jokinen-Eishockey könnte viel helfen, um das eigene Spiel enorm zu verbessern.

Erstellt: 18.02.2019, 23:32 Uhr

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