Rapperswil-Jona

Er kennt die Lakers wie kein Zweiter

Istvan Nagy ist seit Kindheit mit den Lakers verbunden. Als Reporter, Schiedsrichter, Pressechef, Speaker und Fan hat er die Hochs und Tiefs des Vereins miterlebt. Er ist ­überzeugt: «Die Lakers kommen zurück.»

Mit Herzblut im Einsatz: Der Rapperswiler Eishockeyreporter und Lakers-Fan Istvan Nagy, 47, kommentiert seit mehr als 20 Jahren die Rapperswil-Jona-Partien für Radio Central.

Mit Herzblut im Einsatz: Der Rapperswiler Eishockeyreporter und Lakers-Fan Istvan Nagy, 47, kommentiert seit mehr als 20 Jahren die Rapperswil-Jona-Partien für Radio Central. Bild: Reto Schneider

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Seine Stimme ist kratzig am Tag danach. Heiser sei er eigentlich immer, nachdem er einen Match kommentiert habe, sagt Istvan Nagy – doch diesmal litten die Stimmbänder ganz besonders arg.

Der Sportreporter aus Rapperswil-Jona stärkt sich mit einem Energy-Drink. Seine Nacht war kurz, der Schlaf schlecht. Bis tief in den Abend interviewte er die Hockeyspieler in Langnau, fasste diesen einen, verhängnisvollen Match noch einmal zusammen, schrieb eine emotionale Rede fürs Radio. Um vier erst legte er sich ins Bett. Die Gedanken jedoch kreisten um die Lakers. Abstieg. Nationalliga B. Und das passiert ausgerechnet dem Eishockeyverein, den er schon fast sein ganzes Leben lang begleitet, ja dem sein Herz gehört.

Istvan Nagy kennt die Lakers wie kaum ein Zweiter. Als kleiner Bub besucht er in den 1970er-Jahren mit seinem Vater die ersten Spiele des SCRJ, wie der Verein damals noch hiess. Er ist fasziniert davon, wie schnell die Sportler übers Eis fegen, will ebenfalls Hockeyaner werden. Acht oder neun ist er, als er bei den Minis des SCRJ mitspielt. Den ersten Helm, und es lässt ihn heute noch strahlen, bekommt er von SCRJ-Spieler Arpad Déry geschenkt. Der ungarische Spieler ist ein Freund seines Vaters, der ebenfalls aus Ungarn stammt. Einer von Nagys damaligen Teamkollegen, Patrizio Morger, wird es später weit bringen und unter anderem bei den ZSC Lions Erfolge feiern. Istvan Nagy ist nicht ganz so talentiert. Er sagt es verschmitzt und nimmt einen grossen Schluck aus der Energy-Dose.

Als «Schiri» im Einsatz

Mit 16 stellt er den Hockeystock endgültig in die Ecke und besucht stattdessen einen Schiedsrichterkurs für Nachwuchsspiele. Das liegt ihm – zehn Jahre bleibt er «Schiri» für die SCRJ-Junioren. Ein- bis zweimal pro Wochenende steht er im Einsatz, blüht richtiggehend auf. Einmal hilft er bei den Piccolos einem Knirps auf die Beine, der später ein bekanntes Aushängeschild des SCRJ wird: Goalie Lars Weibel. «Er fiel um, und das Gewicht der dicken Knieschoner hielt ihn am Boden», ­erinnert sich Nagy.

Per Du mit den Spielern

In den 1990ern übernimmt Bruno Hug den Klub als Präsident, und Nagy wird Pressechef. Drei Jahre lang betreut er die Medien, organisiert Interviews mit den Spielern, holt sie für Statements vors Mikrofon. Längst ist man per Du, die Lakers sind wie eine Familie für den Rapperswiler geworden. In dieser Zeit macht der heute 47-Jährige seine ersten Versuche als Hockeyreporter fürs Radio. Er besucht die Matches des SC Rapperswil-Jona und fasst die ersten Drittel der Spiele für Radio Schwyz, das heutige Radio Central, zusammen. Später berichtet er über den ganzen Spielverlauf und interviewt die Spieler gleich selber.

Die Arbeit beflügelt sein Fan-Herz: Zum einen, weil er seine Lieblingsmannschaft laufend begleiten kann, zum anderen begeistert ihn die Arbeit als Sportjournalist. Matches von anderen Vereinen zu kommentieren, hat ihn nie gereizt.

Aufstieg, Abstieg, Scherben

Der Aufstieg der Lakers in die Nationalliga A ist für den Hockeyreporter ein Highlight. «Die Mannschaft hatte das Ziel vor Augen wie kein anderes», erinnert er sich. Es gelang 1994, einem Dienstagabend, die Lakers siegten im Heimspiel gegen den HC Lausanne. Die Menge tobte. «Plötzlich waren wir wichtig im Schweizer Eishockey.»

Die letzten, mehrheitlich erfolglosen Jahre des Klubs sind schwierig für den Sportreporter. Manchmal tut es ihm fast ein wenig leid, die Spieler nach einem verlorenen Match vors Mikrofon zu zerren.

Ob er die Matches «seiner» Hockeyaner auch in der NLB kommentieren kann, ist noch offen. In der Regel berichten Radiostationen nur über die höchste Liga.

Nagy, der heute auch Assistenztrainer bei den Lakers-Junioren ist, spricht von einem Scherbenhaufen. Und bleibt dennoch zuversichtlich: Alles sei noch nicht verloren. «Die Lakers kommen wieder!» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.04.2015, 09:51 Uhr

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