Zürich

Neue Investoren der Flyers

Im Sommer 2012 übernahm Philippe Gaydoul als Retter die Kloten Flyers, seit gestern ist das alles Vergangenheit: Eigentümer Gaydoul veräusserte seine Beteiligung an den Flyers.

Die neue Flyers-Crew: Chairman Ken Stickney, William Gallacher, Doug Piper und Bob Strumm (von links) gestern im Radisson Blu.

Die neue Flyers-Crew: Chairman Ken Stickney, William Gallacher, Doug Piper und Bob Strumm (von links) gestern im Radisson Blu. Bild: pd

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Im achten Stock des Radisson Blu Hotels am Flughafen Kloten wartete eine potente Gruppe. Angeführt wurde sie von William M. Gallacher, der hinter der kanadischen ASE steht, die sich auf das Management von Sportunternehmen spezialisiert hat.

Neben dem einen Milliardär stand mit Ken Stickney ein zweiter, dann folgten Doug Piper (Marketing-Experte) und Bob Strumm (Eishockey-Experte). Und natürlich Philippe Gaydoul. «Per heute geht eine Ära zu Ende», sagte der Unternehmer. 2012 stieg er bei den Flyers ein, nach drei Saisons wird er sich in die zweite Reihe zurückziehen. Im Verwaltungsrat wird er allerdings noch Einsitz haben.

Nicht aktiv auf der Suche

«Die ASE-Gruppe ist nicht nur potent, sondern sie bringt auch sehr viel Herzblut und Know-how mit», sagt Gaydoul. Die Gruppe hat sich mit der Übernahme der Portland Winterhawks, eines Juniorenteams in der Western Hockey League, einen Namen gemacht. 2008 erfolgte der Wechsel, aus einem maroden Unternehmen wurde eines der bestgeführten und erfolgreichsten Teams. Nicht nur im sportlichen, sondern auch im finanziellen Bereich.

«Die Avenir-Sports-Entertainment-Gruppe bietet Gewähr, dass sich die Kloten Flyers auf hohem Niveau weiterentwickeln können», sagt Gaydoul. Er sei nicht aktiv auf der Suche nach einem Abnehmer für seine Flyers gewesen.

Ein «Riesen-Hockeyfan»

Doch so schnell und (für viele) überraschend kann es gehen, wenn Teams oder auch Firmen ihre Besitzer wechseln. Die ASE und ihre verantwortlichen Leute haben von der Schweizer Liga und von Schweizer Spielern, die bei ihnen für Aufsehen sorgten, gehört. Und sie kennen auch Andy Rufener, den Spieleragenten, der so viele gute Nachwuchstalente aus der Schweiz nach Nordamerika brachte.

Rufener kann von seinen Erfahrungen her auf jeden Fall die Befürchtungen zerstreuen, dass da eine unfreundliche Übernahme von Finanzjongleuren stattgefunden hat. «Ich habe Gallacher zwei-, dreimal getroffen, er hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht, er ist ein Gentleman.» Und er sei ein «Riesen-Hockeyfan».

Grosse Investitionen

Die neue Gruppe wird die Flyers so übernehmen können, wie es Philippe Gaydoul im Juni 2012 getan hat: ohne Schulden. Gaydoul übernimmt den Mehraufwand für die vergangene Saison, der bei rund neun Millionen Franken liegen dürfte.

«Wir tätigten eine signifikante Investition», sagt Gallacher zur Übernahme. «Unser Ziel ist es, den Verein wieder dorthin zu führen, wo er hingehört: in die obere Ranglistenhälfte der National League A.» Das Management mit Stickney, Piper und Strumm habe grosse Erfahrung in Turnaround-Si­tua­tio­nen. Das aktuellste Beispiel sind die Winterhawks. «Die dabei angewandten Prinzipien wollen wir auch bei den Kloten Flyers einführen», erklärte Gallacher.

Mehr Jobs, mehr Nachwuchs

Es sei kein Engagement für ein oder zwei Jahre, «Wir wollen etwas Langfristiges aufbauen in Kloten», führte er weiter aus. Ein grosses Augenmerk soll auf den Nachwuchs gelegt werden. Das ist ein Versprechen, das den Verein EHC Kloten nicht nur freut, sondern das von enormer Bedeutung für das Fortbestehen des Klubs ist. Auch NLB-Partner Winterthur wird das gerne hören. Die Kanadier kommen nicht so blauäugig daher, dass sie denken, Kloten und die Winterhawks seien das gleiche Paar Schuhe. Sie wissen, dass sie sich zwar in einer der attraktivstens Ligen ausserhalb der NHL bewegen, aber auch, dass ausser Bern alle NLA-Vereine rote Zahlen schreiben.

Matthias Berner, der bisherige CEO, bleibt im Amt. Darüber hinaus wollen die neuen Besitzer mehr Jobs schaffen. «Wer Erfolg haben will, braucht Leute, die arbeiten.» Sie seien bereit, Geld einzuschiessen. «Wir sind nicht hier, um Leute zu entlassen», sagt Gallacher.

Er weiss, dass die Leute in Kloten die Übernahme skeptisch betrachten. «Skepsis beseitigt man mit Erfolgen. Aber es braucht viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen.» Einen weiteren von noch vielen nötigen Schritten tat die ASE gestern, als sie sich zu ersten (guten)Gesprächen mit Stadtpräsident René Huber traf. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 30.04.2015, 18:26 Uhr

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