Rapperswil-Jona

Kanadischer Trainer für die Lakers

Die Lakers haben ihre wichtigste Personalie geklärt: Der 45-jährige Kanadier Jeff Tomlinson, der im Dezember bei den Eisbären Berlin entlassen worden ist, führt Rapperswil-Jona als Headcoach in die erste NLB-Saison nach dem Abstieg.

Nach elf Jahren als Trainer in Deutschland wird Jeff Tomlinson künftig den Rapperswil-Jona Lakers die Marschrichtung vorgeben.

Nach elf Jahren als Trainer in Deutschland wird Jeff Tomlinson künftig den Rapperswil-Jona Lakers die Marschrichtung vorgeben. Bild: imago-sportfoto.de

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweizer Spieler sind verpflichtet und der Trainingsbetrieb läuft seit beinahe einem Monat; nun haben die Lakers in der Vorbereitung der Saison 2015/16, der ersten in der NLB seit 21 Jahren, einen weiteren Schritt gemacht: Gestern Vormittag wurde der neue Trainer Jeff Tomlinson, der bei den St. Gallern auf Michel Zeiter folgt, der Mannschaft vorgestellt. Was die Zürichsee-Zeitung gestern berichtete veröffentlichten die Rapperswil-Jona Lakers heute in einer Medienmitteilung.

Der Kanadier aus Winnipeg begann seine Karriere als Spieler bei den Prince Albert Raiders in der Western Hockey League. 1992 wechselte Tomlinson, der als Linksschütze auf dem rechten Flügel stürmte, in die East Coast Hockey League, in welcher er mit seinen Leistungen die Verantwortlichen des ETC Timmendorfer Strand auf sich aufmerksam machte. Es folgte ein Wechsel in die Oberliga Nord in Deutschland und anschliessend ein nur wenige Monate dauerndes Intermezzo bei den Berlin Capitals in der DEL. Von dort ging der kanadische Stürmer 1997 zu Manchester in die höchste britische Liga. Ab dem Jahr 2000 spielte er für den DEL-Klub Eisbären Berlin, bei welchem er vier Jahre später seine Aktivkarriere beendete.

Durch Gustafsson ersetzt

Der Übergang ins Trainerbusiness verlief dann nahtlos. Ab 2004 coachte Tomlinson die Eisbären Juniors Berlin. Es folgte die Berufung als Assistent ins Fanionteam der Hauptstädter, ehe er 2010 zur Düsseldorfer EG und zwei Jahre später zu den Nürnberg Ice Tigers wechselte. Sein Engagement in Nürnberg war jedoch nur von kurzer Dauer, bereits im Dezember 2012 wurde er – nach nur gerade 10 Siegen aus den ersten 25 Meisterschaftspartien – entlassen. Ersetzt wurde er durch Bengt-Åke Gustafsson, der später die SCL Tigers übernahm und diese in der vergangenen Saison in die National League A geführt hat. Damit ist der Schwede hauptverantwortlich dafür, dass am Obersee für die anstehende Saison überhaupt ein Trainerposten frei wurde.

Während seiner Zeit als Headcoach der Ice Tigers lernte Tomlinson unter anderem auch die Rapperswil-Jona Lakers und die Diners Club Arena kennen. Denn im August 2012 bestritt Tomlinson mit Nürnberg ein Testspiel gegen Rapperswil-Jona, in welchem sich der DEL-Klub mit 5:1 durchsetzte.

Zuletzt Assistent von Cortina

Claus Vetter, Sportredaktor beim Berliner «Tagesspiegel», zeigt sich überrascht von der Meldung, dass Tomlinson in die Schweiz wechselt. Nach seinen Informationen hatte sich der 45-Jährige für den Posten des Chefcoachs der deutschen Nationalmannschaft interessiert. Zuletzt assistierte er bei dieser an der WM in Prag den mittlerweile geschassten Pat Cortina.

Die Zeit des Kanadiers in Berlin beurteilt Vetter kritisch. Seine Vorgänger Pierre Pagé (Ex-Ambri-Piotta) und Don Jackson hatten das Publikum verwöhnt und mehrere Meistertitel geholt. Tomlinson kam im Sommer 2013, nachdem er bei Nürnberg entlassen worden war. Die erste Saison unter ihm endete für die Eisbären in der ersten Playoff-Runde. Noch während der zweiten Saison erfolgte die Trennung. Gemäss Vetter war diese eher überraschend, hatte Tomlinsons Team doch zuvor dreimal in Serie gewonnen. Doch Uwe Krupp, der in Deutschland eine deutlich grössere Strahlkraft aufweist, war gerade frei geworden – die Eisbären griffen zu. Doch der «Tagesspiegel»-Redaktor hält Tomlinson zugute, in Berlin einen schweren Stand gehabt zu haben. «Der Erfolgsdruck hier ist gross, Berlin ist ein hartes Pflaster», sagt Claus Vetter. Allerdings überzeugte auch die Art, wie Tomlinson spielen liess, nicht immer. Oft habe er nur drei Linien forciert und wenig junge Spieler eingesetzt.

Nach elf Jahren als Trainer in Deutschland wird Jeff Tomlinson künftig den Rapperswil-Jona Lakers die Marschrichtung vorgeben. imago-sportfoto.de (landbote.ch)

Erstellt: 04.06.2015, 17:41 Uhr

Wird wohl auch den Lakers Beine machen: Jeff Tomlinson

Als Trainer von den Nürnberg Ice Tigers hielt Jeff Tomlinson vor 3 Jahren in der Drittelpause im Spiel gegen die Mannheim Adler eine Standpauke. Die Lakers müssen sich also mit ihrem neuen Headcoach warm anziehen.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!