ZSC schlägt Genf erneut, SCB siegt bei Ambri

Der ZSC bleibt nach dem Sieg gegen Servette Leader der National League. Meister Bern schlägt Ambri-Piotta auswärts.

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Zwei Tage nach dem gehässigen Cupfight mit 162 Strafminuten siegten die ZSC Lions erneut im Hallenstadion gegen Servette. Hatte es am Sonntag beim 4:3 eine späte Aufholjagd und ein gewonnenes Penaltyschiessen gebraucht, setzten sich die Zürcher diesmal 2:0 durch. In einer animierten, aber diesmal weitgehend fairen Partie. Es war für die Lions der achte Sieg im neunten Heimspiel, im Hallenstadion haben sie 22 von 27 möglichen Punkten geholt.

Nebst Goalie Flüeler, der seinen zweiten Saison-Shutout feierte, stellten die Jungen die Weichen. Prassl brachte die Zürcher in der 21. Minute mit seinem bereits sechsten Saisontor in Führung, Sigrist (26.) erhöhte wenig später auf 2:0. In Abwesenheit der verletzten Wick und Diem erhielten die Youngster etwas mehr Eiszeit. Sigrist traf erstmals in der National League. Servette zeichnete sich wie gewohnt durch seine defensive Stabilität aus, in der Offensive fehlten den Genfern aber die überraschenden Ideen. Sie dürften die Rückkehr von Spielmacher Richard herbeisehnen.

Pestoni trifft, Bern gewinnt

Inti Pestoni ist beim SC Bern der Mann des Moments. Der Leventiner hat in den letzten drei Ernstkämpfen sieben Punkte gesammelt. Am Dienstag traf Pestoni ausgerechnet in seiner Heimat, der Valascia, zum 3:1. Am Ende setzte sich der SCB gegen Ambri 5:2 durch.

Die Berner machten vorerst da weiter, wo sie am Freitag in der Meisterschaft gegen Lugano aufgehört hatten: mit hektischem Spiel in der eigenen Zone. Die Leistung gegen Lugano war vielleicht die schwächste in der Amtszeit von Kari Jalonen als SCB-Coach gewesen. Auch gegen den zweiten Tessiner NL-Vertreter konnte der Meister seine Nervosität nicht verbergen. Niklas Schlegel parierte Puck um Puck, hielt Bern im Spiel. Nach sieben Minuten führte Ambri in Sachen Torschüsse 11:2 – reüssiert hatte aber mit Andersson ein Berner. Der Schwede mit Schweizer Lizenz stand danach mit einem Scheibenverlust am Ursprung des 1:1 durch Müller. Dank Praplan und eben Pestoni legte der SCB noch vor der ersten Pause die Basis. Im Schlussdrittel gelang Scherwey eine Doublette.

Lausanne schlägt ineffiziente Zuger

Fünf Minuten vor Schluss kam nochmals Spannung auf in der Vaudoise Arena: Yannick-Lennart Albrecht markierte soeben den 1:2-Anschlusstreffer für den EV Zug. Dies, nachdem vorher Lino Martschini, Jan Kovar sowie Gregory Hofmann mehrere Topchancen ungenutzt gelassen haben.

Weniger Anläufe brauchte Lausanne. Bereits in der vierten Minute traf Joel Vermin, im dritten Drittel erhöhte Cory Emmerton zum zwischenzeitlichen 2:0 für das Heimteam. Zug ersetzte knapp zwei Minuten vor Schluss den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler – allerdings ohne den gewünschten Erfolg. So gelingt den Waadtländern der Sprung auf Platz 3, die Innerschweizer belegen derweil den 6. Rang.

Pesonen und Punnenovs sichern Langnau drei Punkte

Was wären die SCL Tigers ohne Harri Pesonen. Das ist, nach dem 1:0-Sieg der Emmentaler in Freiburg, einmal mehr die berechtigte Frage. Der Finne zeichnete in der 54. Minute für den Siegtreffer verantwortlich - mit seinem bereits 7. Tor. Und er verschafft seinem Team damit etwas Luft, denn diese war nach zuletzt vier Niederlagen in der Meisterschaft dünn geworden. Zumal Trainer Heinz Ehlers nach dem keineswegs überzeugenden 5:3-Erfolg am Sonntag im Cup gegen das unterklassige Olten zum verbalen Zweihänder gegen sein Team ausholte – «Ich glaube, einigen ist das alles hier scheissegal!»

Zumindest erfolgte darauf nun eine Reaktion. Wobei Ivars Punnenovs einen ebenso grossen Anteil am Erfolg hatte wie Pesonen. Der Keeper brachte Gottéron in der Schlussphase mit teilweise mirakulösen Paraden zum Verzweifeln. Und er sorgte auch für Stirnfalten bei Sean Simpson: Der ehemalige Nationaltrainer gab gegen die SCL Tigers seinen Einstand bei den Freiburgern - nicht als Coach, nur als Betreuer der Trainer.

Lakers mit Wende - und Nierentransplantion für den Trainer

Die Lakers haben eine neue Heim-Spezialität: 0:3-Rückstände gegen Berner Gegner aufzuholen. Beim 5:3 gegen Biel wiederholte die Mannschaft von Jeff Tomlinson das Husarenstück, das ihr vorletzte Woche gegen den SC Bern gelungen war. Nur noch irrer: Bis zur 37. Minute lagen die Lakers 0:3 hinten, mussten ein annulliertes Tor (Dünner) und einen verschossenen Penalty (Kristo) zur Kenntnis nehmen. Dann schafften sie, begünstigt durch bemerkenswerte Bieler Nonchalance, die Wende.

Clarks 1:3 vor der zweiten Pause wirkte zwar noch nicht als Weckruf. Doch Als Rowe in der 52. Minute nach schöner Vorarbeit Forrers der Anschlusstreffer gelang, gab es für das Gros der nur 3340 Zuschauer kein Halten mehr. Kurz darauf schoss Verteidiger Egli mit einem Direktschuss über Hillers Fanghand hinweg den umjubelten Ausgleich (55.). Und die Bieler Konfusion verwandelte sich endgültig in Frustration, als Clark per Traumtor das 4:3 gelang. Vukovics Empty-Netter blieb Kosmetik und war die gerechte Strafe für einen schwachen Auftritt der Bieler, bei dem ihnen im ersten wie im zweiten Drittel nach wenigen Sekunden aus dem Nichts ein Tor gelang - und sonst reichlich wenig.

Die wichtigste Meldung des Abends gab es für die Lakers aber erst nach Spielschluss: Der an einer Niereninsuffizienz leidende Coach Tomlinson wird sich in den nächsten Tagen einer Nierentransplantation unterziehen, sein Bruder ist der Spender. Der Kanadier soll nach der Länderspielpause im November an die Bande zurückkehren, bis dahin wird Assistent Nick Gällstedt die Trainings leiten und die Mannschaft betreuen.

Kurztelegramme:

ZSC Lions - Genf-Servette 2:0 (0:0, 2:0, 0:0)
8052 Zuschauer. - SR Wiegand/Hungerbühler, Fuchs/Ambrosetti.
Tore: 22. Prassl (Sigrist, Phil Baltisberger) 1:0. 26. Sigrist 2:0.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 4mal 2 Minuten gegen Genf-Servette.
PostFinance-Topskorer: Roe; Wingels.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Pettersson, Roe, Suter; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Chris Baltisberger, Prassl, Sigrist; Simic, Schäppi, Pedretti.
Genf-Servette: Mayer; Karrer, Maurer; Mercier, Le Coultre; Jacquemet, Tömmernes; Wingels, Winnik, Rod; Wick, Fehr, Bozon; Maillard, Berthon, Miranda; Riat, Kast, Douay.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Wick, Diem und Nilsson (verletzt) und Ortio (überzähliger Ausländer), Genève-Servette ohne Smirnovs, Tanner, Richard sowie John Fritsche (alle verletzt). - Pfosten: 28. Fehr. - 59:32 Timeout Servette, ab 59:15 ohne Torhüter.

Ambri-Piotta - Bern 2:5 (1:3, 0:0, 1:2)
4285 Zuschauer. - SR Stricker/Salonen, Altmann/Wolf.
Tore: 8. Andersson (Ebbett) 0:1. 10. Müller (Incir) 1:1 14. Praplan (Blum) 1:2. 20. (19:13) Pestoni (Arcobello, Moser) 1:3. 44. Scherwey (Mursak, Pestoni/Ausschluss Fischer) 1:4. 50. Pinana (D'Agostini) 2:4. 53. Scherwey (Ebbett) 2:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 4mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Fora; Untersander.
Ambri-Piotta: Manzato (53. Hrachovina); Fora, Dotti; Plastino, Fischer; Ngoy, Pinana; Fohrler; Hofer, Müller, Incir; D'Agostini, Flynn, Egli; Neuenschwander, Dal Pian, Kneubühler; Trisconi, Goi, Bianchi; Mazzolini.
Bern: Schlegel; Untersander, Colin Gerber; Andersson, Koivisto; Burren, Blum; Pestoni, Arcobello, Moser; Sciaroni, Mursak, Praplan; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Berger, Bieber, Kämpf; Grassi.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Conz, Rohrbach, Zwerger, Kostner, Sabolic und Novotny (alle verletzt), Bern ohne Beat Gerber, Heim und Krueger (alle verletzt) sowie MacDonald (überzähliger Ausländer). - 200. NL-Spiel von Michael Fora.

Lausanne - Zug 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)
7887 Zuschauer. - SR Lemelin/Nikolic, Kovacs/Gnemmi.
Tore: 4. Vermin (Frick, Bertschy) 1:0. 47. Emmerton 2:0. 55. Albrecht (McIntyre) 2:1.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lausanne, 5mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Bertschy; Hofmann.
Lausanne: Stephan; Heldner, Junland; Lindbohm, Frick; Genazzi, Grossmann, Nodari; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Moy, Jooris, Kenins; Almond, Emmerton, Herren; Antonietti, Froidevaux, Leone; Traber.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Morant, Zgraggen; Zryd, Thiry; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Bachofner; Simion, McIntyre, Leuenberger; Langenegger, Albrecht, Zehnder.
Bemerkungen: Lausanne ohne Wärn (überzähliger Ausländer) und Oejdemark (überzählig), Zug ohne Schnyder, Senteler und Thorell (alle verletzt). Pfostenschuss Hofmann (38.). Timeout Zug (58:19) und danach bis 60:00 ohne Torhüter.

Fribourg-Gottéron - SCL Tigers 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
5853 Zuschauer. - SR Mollard/Nikolic (AUT), Kaderli/Schlegel.
Tor: 54. Pesonen (DiDomenico) 0:1.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 5mal 2 Minuten gegen SCL Tigers.
PostFinance-Topskorer: Desharnais; Pesonen.
Fribourg-Gottéron: Berra; Kamerzin, Furrer; Gunderson, Chavaillaz; Abplanalp, Stalder; Forrer, Marti; Brodin, Schmutz, Mottet; Marchon, Walser, Vauclair; Rossi, Desharnais, Stalberg; Lauper, Schmid, Lhotak.
SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Leeger; Blaser, Schilt; Cadonau, Huguenin; Lardi; Kuonen, Maxwell, Dostoinow; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Neukom; Andersons, Diem, Rüegsegger.
Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Bykow und Sprunger, SCL Tigers ohne Bircher, Erni, Gagnon und In-Albon (alle verletzt). - Timeout Fribourg-Gottéron (59.).

Rapperswil-Jona Lakers - Biel 5:3 (0:2, 1:1, 4:0)
3341 Zuschauer (Saisonminusrekord). - SR Dipietro/Müller, Progin/Cattaneo.
Tore: 1. (0:32) Rajala (Pouliot) 0:1. 6. Hügli 0:2 (Penalty). 21. (20:20) Pouliot (Rathgeb) 0:3. 37. Clark (Dünner) 1:3. 52. Rowe (Forrer) 2:3. 55. Egli (Randegger) 3:3. 56. Clark (Wellman, Simek/Ausschluss Neuenschwander) 4:3. 60. (59:14) Vukovic (Dufner) 5:3 (ins leere Tor).
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 5mal 2 plus 10 Minuten (Wüest) gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Egli; Rajala.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Dufner; Hächler, Maier; Egli, Randegger; Antonietti, Schmuckli; Wellman, Dünner, Kristo; Clark, Rowe, Simek; Mosimann, Schlagenhauf, Forrer; Hüsler, Ness, Casutt.
Biel: Hiller; Rathgeb, Forster; Fey, Salmela; Moser, Kreis; Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Schneider, Fuchs, Tschantré; Riat, Neuenschwander, Kessler; Ulmer, Tanner, Wüest.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Cervenka, Profico und Schweri (alle verletzt), Gähler und Spiller (überzählig), Biel ohne Brunner und Lüthi (beide verletzt), Cunti und Gustafsson (beide krank) sowie Künzle (gesperrt). Tor von Dünner wegen Torhüterbehinderung von Clark aberkannt (29.). Kristo scheitert mit Penalty an Hiller (31.). Pfostenschuss Dufner (46.). Timeout Biel (35.) und von 57:49 bis 59:14 ohne Torhüter.

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

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Erstellt: 22.10.2019, 19:31 Uhr

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