Eishockey

«Da schiesst du einfach immer weiter»

Klotens Stürmer Ryan MacMurchy hat in seinen ersten zwei Auftritten in der Swiss League fünf Skorerpunkte erzielt. Heute spielt er mit dem EHC in Zug gegen die Academy.

Gegen den EHC Winterthur beeindruckte Ryan MacMurchy (Mitte) mit seinen Checks und mit seinem Tor im Powerplay.

Gegen den EHC Winterthur beeindruckte Ryan MacMurchy (Mitte) mit seinen Checks und mit seinem Tor im Powerplay. Bild: Heinz Diener

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Ryan MacMurchy sagt es mehrmals, weil es ihm wichtig ist: «Ich bin Kloten so dankbar, dass ich einen Vertrag erhalten habe. Kaum jemand sonst hatte Interesse an mir nach den letzten zwei Jahren.» Nach den letzten zwei Jahren – und wegen seines Alters. Im April ist er 35 geworden, in den vergangenen zwei Saisons in Mannheim konnte er wegen Verletzungen nur je knapp über 20 Partien absolvieren. Da waren die Vereine vorsichtig. Klotens Sportchef Felix Hollenstein aber hatte gute Referenzen über den Kanadier erhalten, ihn beeindruckten die physische Stärke und die Schussqualitäten.Und MacMurchy ist fit, obwohl er in der Vorbereitung von einer Schulterverletzung kurz zurückgeworfen wurde. Wie er vor einer Woche im ersten Heimspiel gegen Thurgau seine Tore erzielte, wie er in Winterthur im Powerplay mit einem wuchtigen Schuss traf oder Checks austeilte, das beeindruckte. Mit fünf Punkten ist er Klotens Topskorer.

Die Flieger-Familie

«Ich habe mich im Sommer so gut gefühlt wie nie mehr seit zwei Jahren», sagt MacMurchy. «Ich bin zwar 35, habe aber den Eindruck, dass ich zehn Jahre jünger bin.» Vielleicht hat das auch mit der Rückkehr in die Schweiz zu tun. «Ich liebe dieses Land.» 2012 unterschrieb er bei Martigny in der NLB, er kam in 24 Spielen auf 30 Punkte. Der EHC Biel holte ihn, auch in der NLA überzeugte der Flügel als starker Schütze. Sein erstes Jahr in Deutschland, bei Ingolstadt, war ähnlich erfolgreich. 52 Punkte in 42 Partien brachten ihm einen Kontrakt in Mannheim ein, wo er im ersten gesunden Jahr erneut 21 Tore erzielte.

MacMurchy liebt zwar die Schweiz, aber ausgerechnet im Duell mit einer Schweizer Mannschaft verletzte er sich erstmals ernsthaft. In der Champions League erlitt er am 7. September 2016 gegen Lugano einen Handgelenkbruch. In der nächsten Saison zog er sich Ende September eine Kopf- und Nackenblessur zu. Dass er sich in der Vorbereitung mit Kloten leicht an der Schulter verletzte, tat nichts zur Sache. «Ich wusste, dass das nichts Bedeutendes war.»

Und dass er in den Vorbereitungsspielen nicht gerade von Schussglück begleitet war, machte ihn nicht nervös. «Ich habe genug Erfahrung. Ich bin schon immer ein Shooter gewesen. Wenn du nicht triffst, schiesst du einfach immer weiter, irgendwann gehen die Pucks dann schon wieder rein.»

Wiedersehen mit Earl

Die beiden ersten Partien haben ihm und Kloten recht gegeben. MacMurchy zeigte sich als Leader im Angriff. Auch, weil er sich rundum wohlfühlt. Es passt ihm, dass er in Kloten unweit der Anflugschneise wohnt, er mag es, die Flugzeuge im Anflug zu beobachten. Er kommt aus einer Flieger-Familie: «Mein Vater und mein Onkel sind Kleinflugzeug-Piloten. Sie werden mich bald besuchen. Ich sehe sie schon jetzt vor mir, wie sie mit einem Bier auf dem Balkon sitzen und den Himmel nach Flugzeugen absuchen.»

MacMurchy hat schon bald Gelegenheit, sein Können im Vergleich mit einem National-League-Team zu zeigen. Im Cup kommt in drei Wochen sein ehemaliger Klub Biel nach Kloten. «Das wird ein spezieller Match. Ich kenne zwar nicht mehr so viele Spieler. Aber mit Robbie Earl zum Beispiel habe ich schon 15 Jahre Kontakt.» Die beiden lernten sich kennen, als sie in jungen Jahren zusammen in der Universitätsmannschaft von Wisconsin spielten.

Bis zum Cupmatch am 21. Oktober dürfte Kloten als Team weiter zusammengewachsen sein. «Wir sind noch keine Mannschaft, die etwas Grosses gewinnen kann. Aber wir sind auf gutem Weg dazu», sagt MacMurchy.

Erstellt: 28.09.2018, 20:17 Uhr

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